Bewegungsspaß mit angezogener Handbremse

Tanzen ist möglich, das inklusive Tanzen jedoch noch nicht. Ulla Wieber (vorne) ist dennoch froh, dass es weitergeht. Archivfoto: Roland Keusch
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Tanzen ist möglich, das inklusive Tanzen jedoch noch nicht. Ulla Wieber (vorne) ist dennoch froh, dass es weitergeht. Archivfoto: Roland Keusch

Tanzschulen freuen sich, dass es weitergeht - Re-Start mit Einschränkungen

Von Sabine Naber

Ob Walzer oder Foxtrott, Tango oder Slowfox - Abstandsregeln können beim Paartanz beim besten Willen nicht eingehalten werden. Trotzdem schaffen es die Tanzschulen, die seit rund eineinhalb Wochen wieder ihre Türen geöffnet haben, die strengen Auflagen einzuhalten. „Nur Paare, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben, dürfen miteinander tanzen. Partnerwechsel ist nicht erlaubt“, schildert Ursula Wieber, die mit ihrem Mann Ralf die Tanzschule führt, die Situation in Corona-Zeiten.

Der Abstand zum nächsten Paar muss allerdings eingehalten werden. Das bringt es mit sich, dass zu große Gruppen getrennt werden und zeitlich versetzt tanzen. Für das Hip-Hop-Angebot der Jugendlichen haben Wiebers auch eine Lösung: „Wir haben auf der Tanzfläche im Abstand von zwei Metern Punkte aufgeklebt und den Bereich des Tanzlehrers eingegrenzt.“ Bei den kleinen Tänzern - zwischen drei und fünf Jahre - wird abgewartet: „Da wollen wir uns erst die Entwicklung in den Kitas ansehen, bevor wir entscheiden, wann es weitergehen kann“, erklärt Ursula Wieber.

Sie bedauert, dass sie auch zu den Tanzkursen für Menschen mit Einschränkungen noch nicht einladen kann. Da sei die Gruppe von 25 Teilnehmern zu groß: „Und wem soll ich sagen, dass er zu Hause bleiben muss?“ Seniorentanzen, Tanztees, Diskofox-Abende - auch darauf muss zurzeit verzichtet werden. Feiern fallen aus, die Säle bei Wiebers können nicht gemietet werden. Eine Einbahnregelung sorgt dafür, dass sich die Gäste nicht begegnen, wenn sie die Tanzschule betreten und verlassen. Die Tanzlehrer tragen Mund-Nasenschutz. „Trotz der vielen Einschränkungen sind unsere Kunden glücklich, dass sie wieder tanzen können. Auch wenn die Lebensfreude nicht so da ist wie vorher und das gemütliche Beisammensein nach dem Unterricht ausfällt“, meint die Tanzlehrerin.

„Wir sind froh, dass wir hier in NRW die Ersten sein durften, die wieder öffnen“, macht Ingo Woite deutlich. Mit seiner Frau Vanessa leitet er die ehemalige Tanzschule Liedtke an der Konrad-Adenauer-Straße, die ihren Schwerpunkt auf Paartanz und in den Kinderbereich gelegt hat. Nach der Devise „nur nicht zu schnell“, tastet man sich schrittweise vor.

Die Erwachsenen machten den Anfang. „Partnerwechsel gibt‘s zurzeit nicht, unsere Teilnehmer verhalten sich super diszipliniert“, fasst der Tanzlehrer zusammen. Und bezeichnet den momentanen Zustand als „ein bisschen Spaß mit angezogener Handbremse“, denn man sei ja mehr als ein reiner Schritt-Vermittler.

Der gesellige Teil müsse flachfallen, die soziale Komponente käme deutlich zu kurz. „Aber unsere Kunden sind froh, sich wieder bewegen zu können“, weiß Ingo Woite. Die Jugend wird ab Ende des Monats hier wieder tanzen. Wann es mit den ganz Kleinen weitergeht, stehe noch nicht fest.

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