Politik

Betont freiheitsliebend: Die Basis tritt in Remscheid an

Dr. Wolfgang Fuhr, Volker Dörner, Ursula Wilms, Thomas Schulte und Peter Richartz (v.l.) starten in den Wahlkampf. Foto: Michael Schütz
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Dr. Wolfgang Fuhr, Volker Dörner, Ursula Wilms, Thomas Schulte und Peter Richartz (v.l.) starten in den Wahlkampf.

Führende Köpfe der Partei waren schon bei den Querdenkern aktiv – Vorsitzende organisierte Demo vor dem Rathaus.

Von Axel Richter

Die Linke hat sie verlassen, die DOC-Gegner von der Bürgerinitiative Lennep auch. Nun hat Ursula Wilms in der neu gegründeten Partei Die Basis eine Heimat gefunden. Am Freitag warb die pensionierte Studienrätin vor dem Remscheider Rathaus für ihren Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl im September: Völker Dörner (55) ist gelernter Industriekaufmann aus Solingen.

Von Achtsamkeit war viel die Rede beim Termin für die Presse. Von Machtbegrenzung, transparenter Politik und der Nutzung von Schwarmintelligenz. Die Basisdemokratische Partei Deutschlands, die seit einer Woche mit 22 Mitgliedern eine Basis auch in Remscheid hat, gibt sich betont freiheitsliebend und grundgesetzkonform.

Doch ihre führenden Köpfe haben ihre Wurzeln in der sogenannten Querdenker-Bewegung. Und die ist mittlerweile ein Fall für den Verfassungsschutz. Volker Dörner, der sich zum Ziel gesetzt hat, bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Solingen, Remscheid, Wuppertal II möglichst viele Zweitstimmen für die Basis zu gewinnen, bemüht sich deshalb um Distanz zu den lauten Auftritten der selbst ernannten Virusexperten bei den Querdenker-Demos im vergangenen Sommer: „Wir sind keine Querdenker-Partei.“

Ursula Wilms, die Vorsitzender der neuen Partei in Remscheid ist, zeigt weniger Abgrenzungsbedürfnis. Sie zählte selbst zu den Organisatoren jener Demonstration, auf der im Oktober 2020 vor annähernd 250 Teilnehmern von Rednerseite der Rechtsstaat und seine Repräsentanten mit solchen Sätzen verächtlich gemacht wurde: „Heute sitzen die Faschisten in den Regierungen, und die Demokraten stehen auf der Straße.“

„Hetzreden passen nicht zur Basis.“

Dr. Wolfgang Fluhr, Schatzmeister

Man habe keinen Einfluss darauf, was die Redner auf der Bühne sagen, erklärte Ursula Wilms gestern, und Dr. Wolfgang Fluhr, der als Schatzmeister im Vorstand sitzt, betonte: „Hetzreden passen nicht zur Basis.“ Der Mehrheit ihrer Mitglieder – bundesweit sollen es mehr als 24 000 sein – gehe es vermutlich wie ihm: Er fühle sich von den anderen Parteien nicht mehr vertreten.

Inhaltlich blieb die Basis noch unkonkret. Ursula Wilms sprach von Druck, der auf vielen Arbeitnehmern laste, sich endlich impfen zu lassen. Der gehöre abgeschafft. Und Wolfgang Fluhr sieht Senioren, die, obwohl durchgeimpft, in Altenheimen in Isolation verharren: „Das ist Einzelhaft.“

Ein Wahlprogramm sei in Arbeit und werde in Kürze vorgestellt, kündigten die Basisdemokraten an. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), der per Zufall zum Termin stieß, soll es recht sein. „Solange eine Partei auf dem Fundament des Grundgesetzes steht, freue ich mich über das politische Engagement.“

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