Besucher jubeln schon nach dem ersten Song

Das GlasBlasSing-Quartett hatte zum Flaschmob in die Klosterkirche geladen und begeisterte das Publikum. Foto: Roland Keusch
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Das GlasBlasSing-Quartett hatte zum Flaschmob in die Klosterkirche geladen und begeisterte das Publikum.

GlasBlasSing-Quartett gastierte in Lennep

Von Sabine Naber

Der Spaß, den die Musiker des GlasBlasSing-Quartetts an ihrer Musik haben, der sprang am Donnerstagabend in der Lenneper Klosterkirche beim „Flaschmob“ blitzschnell auf das Publikum über. „Wir haben den Eindruck, dass dieser Abend ein guter wird“, meinte dann auch der Sänger Andi mit Blick auf die Besucherinnen und Besucher, die gleich nach dem ersten Song jubelten.

Ihrem Konzert hatten sie die Überschrift „Happy Hour“ gegeben, wollten vom Glücklichsein und vom Glück haben musikalisch erzählen. Überwiegend mit Flaschen, leer oder noch ein bisschen gefüllt, in so ziemlich allen Größen. Aus Plastik und Glas, in braun, grün, weiß oder durchsichtig. Da pusten sie rein, trommeln darauf, lassen sie mit nassen Daumen aufploppen, schütteln und werfen sie. Leere Bierkisten aus Plastik werden ebenso zu Rhythmik-Instrumenten wie mit Sand gefüllte Flaschen.

Diesen ganzen Klangkosmos fügen sie so gekonnt zusammen, dass es fantastisch klingt. Fritzi greift zwischendurch zum Sprudelholz, bei dem fünf Plastikflaschen auf einem Holzbrett befestigt sind. Da pustet er rein, klopft es mit einem Hämmerchen ab, während „Möhre“ auf seinem Flaschenschlagzeug spielt, Frank mittels zwei Schnapsflaschen, die er zwischen Daumen und Zeigefinger hält, Musik aus dem umgebauten Wasserspender zaubert und Andi von den „Süßen Segelohren“ singt, in die er sich verliebt hat, weil die FFP2-Maske sie so schön nach vorne schiebt.

Unfassbar, was die Vier aus den rund 100 Flaschen, die sie auf der Bühne positioniert haben, alles herausholen. „Möhre“ spielt auf einem Xylofon aus kleinen, leeren Schnapsflaschen ein „Mozart-Lied“ so rasant, dass seine Kollegen mit dem Pusten Mühe haben, mitzuhalten. Das Publikum war begeistert.

„Kann man noch von Flaschenmusik sprechen, wenn eine Ukulele dabei ist“, fragte Andi. Um sich mit einem Augenzwinkern gleich die Antwort zu geben: „Ja, kann man. Das haben wir so beschlossen.“ Es folgte ein russisches Volkslied, das Andi und Fritze – sie behaupten, die idealen Daumen dafür zu haben – natürlich gemeinsam ploppen, während Möhre und Frank pusten. Frank als Einziger sogar mit Weinflaschen.

Einige Texte regen durchaus zum Nachdenken an

Das Repertoire des Quartetts ist abwechslungsreich. Sie singen eigene Lieder, covern Popsongs, und statten bekannte Lieder mit Textvarianten aus. Und die regen durchaus zum Nachdenken an, denn sie handeln von zu viel Konsum, zu hohen Ansprüchen oder vom Klimawandel, der nicht nur den Eisbären zu schaffen macht. Der Insterburg-Song klingt bei ihnen so: „Ich liebte ein Mädchen in Leipzig. Die sagte tschüss und schreib‘ nicht“, oder auch „Ich liebte ein Mädchen auf Sylt. Und habe mein Soll erfüllt.“

Auch bei „Freude schöner Götterfunken“ wurde deutlich, wie großartig die Musiker ihre Flaschen-Instrumente beherrschen. Selbst Leonard Cohens „Halleluja“, die erste Zugabe – präsentieren sie so gekonnt, dass im Saal spontan gejubelt wird. Als man das Quartett auch dann noch nicht von der Bühne lassen wollte, erklang „Don‘t worry, be happy“. Und das Publikum pfiff an den richtigen Stellen mit.

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