Die Woche von Axel Richter

Beschäftigungsdrang und Halbgescheitheiten

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  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Die Ansage ist deutlich: Polizei und Stadt wollen nicht zulassen, dass noch einmal über Tausend auswärtige Autofahrer die Straßen am Hohenhagen blockieren.

Sollte es am wie angekündigt am Sonntag schneien, wollen die Ordnungskräfte deshalb die Zufahrtsstraßen von der B 229 sperren.

Wer die vielen Menschen erlebte, die auf der Suche nach einem freien Parkplatz wenig Rücksicht auf die Anwohner nahmen, kann das Vorgehen nur begrüßen. Auf der anderen Seite: Sporthallen, Fitnessstudios, Schulen sind dicht. Die Menschen müssen raus, sich bewegen. Auch das erklärt, warum am Wochenende ausgerechnet Remscheid zum Wintersportort wurde.

Das ist nach Wochen und Monaten im Lockdown verständlich. Es lebt nun einmal nicht jeder im Einfamilienhaus mit Garten. Deshalb zieht es sie in die Natur, was freilich kein Freibrief dafür ist, die geltenden Corona-Schutzmaßnahmen außer acht zu lassen, Einfahrten und Fußwege zuzuparken oder gar Schäden auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu hinterlassen.

Natürlich: Angesichts des Infektionsgeschehens gilt es, jeden Kontakt zu vermeiden, der sich vermeiden lässt. Aber: Die Menschen sind es leid, auf dem Sofa zu sitzen. Wenn Langweile nicht in Frustration und Gewalt umschlagen sollen, müssen sie etwas tun. Sei es, dass sie Schlitten fahren, renovieren oder auch den Keller entrümpeln.

Insofern müssen sich die Technischen Betriebe Remscheid natürlich fragen lassen, ob sich ihr Wertstoffhof an der Solinger Straße nicht doch coronakonform öffnen lässt. In anderen Städten gelingt den Entsorgern das ja auch, ohne dass die Entsorgung unter freiem Himmel zum Superspreader-Event geworden wären.

Es ist deshalb richtig, dass die Politiker auf eine Öffnung drängen. Dabei schoss die SPD in dieser Woche allerdings den Vogel ab. „Wilde Müllkippen verhindern! Wertstoffhof rasch wieder öffnen!“ forderte sie in den sozialen Schwätzwerken des Internets. Als könnte der geschlossene Wertstoffhof auch nur ansatzweise denjenigen entschuldigen, der seine Abfälle achtlos in den Wald wirft.

Doch auch andere, die es eigentlich besser wissen müssten, sind in diese Zeiten vor Halbgescheitheiten nicht gefeit. So empfahl ein katholischer Geistlicher in Radevormwald, wo angesichts hoher Infektionszahlen die Präsenzgottesdienste bereits vor Weihnachten untersagt worden waren, seinen Schäfchen ernsthaft den Gottesdienstbesuch in Hückeswagen.

Dafür steckte der Kirchenmann nicht nur von den Hückeswagenern harsche Kritik ein. Die darauf folgende Reaktion des Kirchenvorstandes fiel indes noch peinlicher aus. Die Teilnahme an einem Gottesdienst sei keine Freizeitaktivität wie jede andere, hieß die Belehrung. Hoffentlich, so ließe sich zynisch anmerken, weiß das auch das Virus.

TOP Die Kulturtreibenden dürfen hoffen: Wichtige Projekte sind in den städtischen Doppelhaushalt aufgenommen. Zudem soll der Remscheider Notfallfonds Kultur neu aufgelegt werden.

FLOP Pizzabäcker sieht sich im Stich gelassen: Mann terrorisiert Ehepaar, doch den Strafverfolgern sind die Hände gebunden.

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