Zeugen suchen Täter per Internet

Berufung: 20-Jähriger wegen Prügelattacke vor Gericht

In einem Fall um zwei gefährliche Prügelattacken in der Remscheider Innenstadt suchten Zeugen gemeinsam im Internet nach dem Täter.
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In einem Fall um zwei gefährliche Prügelattacken in der Remscheider Innenstadt suchten Zeugen gemeinsam im Internet nach dem Täter.

In einem Fall um zwei gefährliche Prügelattacken in der Remscheider Innenstadt suchten Zeugen gemeinsam im Internet nach dem Täter.

Remscheid. Anhand von Fotos in sozialen Netzwerken seien sie sicher, den Richtigen gefunden zu haben. Das sagten Betroffene vor dem Landgericht in Wuppertal aus. Die Richter müssen den Fall aus August und Oktober 2018 erneut aufklären, nachdem ein 20 Jahre alter Angeklagter Berufung gegen ein früheres Urteil des Amtsgerichts eingelegt hat: Für ihn geht es um einen Schuldspruch nach Jugendrecht wegen versuchten Raubes.

Laut Anklage fuhr der heute 20-Jährige Ende August 2018 mit einem Bus voller Kirmes-Besucher von Wermelskirchen nach Remscheid. Der Angeklagte habe „aggressiv gewirkt“, er habe mit Nachdruck eine Zigarette verlangt. Als am Zentralpunkt ein gleichaltriger Mitreisender ausstieg, sei er dem gefolgt. Er habe erneut nach einer Zigarette gefragt und ein „Nein“ mit einem Fausthieb beantwortet.

Der Verletzte sagte im Zeugenstand, er sei zu Boden gegangen und hätte dem Angreifer seine letzte Zigarette gegeben. Ein Passant habe ihm aufgeholfen. Von der Attacke seien ihm an vier Zähnen kleinere Ecken abgebrochen. Schon in der Nacht lief im Freundeskreis die private Fahndung auf diversen Internetseiten. Der Verletzte schickte schließlich seinem Vater eines der gefundenen Fotos und schrieb dazu: „Das sind die Augen. Der hat mich zusammengeschlagen.“

Der Angeklagte wiederum sagte, er sei nicht der Täter. Er sei im Bus gewesen, sei aber am Zentralpunkt in die andere Richtung gegangen. Richtig hingegen sei, dass er im Oktober 2018 eine Gruppe in der Innenstadt beleidigte und einen Mann schlug. Er wisse nicht mehr warum: „Ich war zu betrunken.“

Die bisherige Strafe fällt mit zwei Wochen Dauerarrest zur Erziehung mild aus. Grund ist, dass laut Amtsgericht bei dem 20-Jährigen der Alkohol überwogen habe. Im Landgericht kommentierte der vorsitzende Richter: „Das ist vielleicht ein bisschen sehr verkürzt gesehen.“ Falls beide Vorwürfe stimmen, wäre womöglich Jugendhaft richtiger gewesen.

Das Gericht will am 28. Oktober weiter verhandeln. -dilo-

Eine 35-jährige Frau ist am späten Donnerstagabend bei einem Raubüberfall im Bökerspark verletzt worden.

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