Großbaustelle

Berufskolleg: Neubau liegt im Zeitplan

Großbaustelle Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung; Rund 30 Millionen Euro wird der Gebäudekomplex am Hauptbahnhof kosten.
+
Großbaustelle Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung; Rund 30 Millionen Euro wird der Gebäudekomplex am Hauptbahnhof kosten.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Schulgebäude soll im Sommer 2022 fertig sein – Für den Rathaus-Anbau wird ein Totalunternehmer gesucht.

Remscheid. Mit dem Baufortschritt des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung am Hauptbahnhof zeigt sich der städtische Gebäudemanager Dirk Deutemann zufrieden. „Die ausführende Firma ist im Zeitplan. Der Umzug kann nach aktuellem Stand wie geplant in den Sommerferien 2022 erfolgen“, berichtet er über den langgestreckten Komplex, der mehr und mehr Gestalt annimmt.

Die Schule wird von der Stuttgarter Straße zum neuen Standort verlagert, wo mit der Firma Industriebau Imetaal mit Sitz in Emmerich ein Totalunternehmer sämtliche Arbeiten übernimmt. Das Spektrum reicht von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Möbelbestellung. Das Inventar soll im Mai in Remscheid eintreffen.

Die Fensteranlagen sind bereits eingebaut. Im Mai sollen in der neuen Schule die Möbel ankommen.

Eng getaktet sind derweil die Arbeiten am und im Gebäude: „Estrich und Fensteranlagen sind eingebaut. Die Dämmung auf dem Dach wurde schon aufgebracht. Nun legen die Fliesenleger los“, listet Deutemann auf – sechs Monate nach der Grundsteinlegung. am Hauptbahnhof. Das Gebäude ersetzt ein Kolleg, das längst in die Jahre gekommen ist und an so manchen Stellen wirkt, als wäre die Zeit an der Stuttgarter Straße in den 60er oder 70 Jahren stehengeblieben.

„Es ist der erste Schulbau in Remscheid seit 25 Jahren.“

Dirk Deutemann, städtischer Gebäudemanager

Es herrscht akuter Handlungsbedarf, auf den Schulleiterin Cornelia Berghaus-Biermann immer wieder aufmerksam gemacht hatte. „Es ist der erste Schulbau in Remscheid seit 25 Jahren. Damals entstand die Sophie-Scholl-Gesamtschule“, berichtet Deutemann.

30 Millionen Euro investiert die öffentliche Hand, wobei ein Festpreis vereinbart wurde. „Das ist angesichts der gestiegenen Preise, etwa bei der Materialbeschaffung, für die Stadt ein Glücksfall,“ erklärt der Gebäudemanager. Lediglich eine unangenehme Überraschung musste die Stadt nachfinanzieren – den Bau einer Stützmauer erwies sich als erforderlich. Auf einer Länge von 110 Metern und einer Höhe von 3,50 Meter soll das Bauwerk die darüber gelegenen Wohngebäude vor dem Abrutschen schützen und ihnen Halt geben. Die bisherige Konstruktion neben dem Hauptbahnhof konnte diese Aufgabe nicht mehr erfüllen. Mehrkosten: 350 000 Euro.

Der städtische Gebäudemanager Dirk Deutemann (l). zeigt sich mit dem Baufortschritt des Berufskollegs sehr zufrieden und zollt Projektleiter Stefan Stolz Lob.

„Zusätzlich hat der Stadtrat den Bau einer Photovoltaikanlage beschlossen“, blickt Deutemann zurück. Darauf und auf hochmoderne Räume können sich rund 1400 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit rund 60 Pädagogen freuen, die in den Sommerferien eine neue Wirkungsstätte erhalten.

Nach dem Prinzip der Auftragsvergabe an ein Totalunternehmen, inklusive Festpreisvereinbarung, soll auch das nächste Großprojekt starten, das die Stadt Remscheid bereits seit Jahren vorbereitet: der neue Anbau am Rathaus. Dieser soll den Trakt aus der Nachkriegszeit ersetzen, der sich hinter dem Gebäude befindet. „Energetisch ist der jetzige Anbau eine Katastrophe. Im Sommer soll die Ausschreibung starten“, kündigt Stadtdirektor Sven Wiertz die Phase an, in der sich interessierte Unternehmen mit ihrer Offerte bei der Stadt melden können.

Zuvor muss feststehen, welche Behörden oder Abteilungen der Stadtverwaltung in den Anbau ziehen sollen. Gesetzt ist ein Stützpunkt für die Feuerwehr, der sich bislang noch in den Räumen des Roten Kreuzes an der Alleestraße befindet. Der Rathaustrakt liegt für Einsätze im Innenstadtbereich strategisch günstiger und soll der Feuerwehr zeitgemäße Arbeitsbedingungen liefern. Auch ein multifunktionaler Sitzungssaal für den Stadtrat ist vorgesehen. Aber: Welche Fachbereiche der Verwaltung einziehen, müsse noch in den kommenden Monaten erarbeitet werden. „Es muss aber ein Anbau sein, der sich möglichst flexibel nutzbar ist“, erklärt Sven Wiertz. Denn es sei nicht kalkulierbar, vor welchen Herausforderungen die Stadt in der Zukunft steht und welches Amt welchen personellen Bedarf hat.

Die neue Heimat für rund 1400 Schülerinnen und Schüler nimmt Konturen an. Nach den Sommerferien sollen sie in ihre Wirkungsstätte einziehen.

Ein Beispiel für den Wandel sei das Gesundheitshaus an der Hastener Straße, das in Zeiten der Pandemie eine Vielzahl zusätzlicher Aufgaben erfüllt. So wie der vorhandene Rathaus-Anbau gilt es längst nicht mehr als zeitgemäß und hat am bisherigen Standort keine Zukunft mehr.

Hintergrund

Das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung hat eine lange Geschichte und war Lehrort für Generationen von Remscheidern. Ins Leben gerufen wurde es 1906. Entsprechend ist auch das Gebäude an der Stuttgarter Straße historisch, aber längst nicht mehr zeitgemäß.

Standpunkt: Belebung am Bahnhof

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Eine Zeit lang sah es so aus, als könnte die untere Alleestraße durch das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung belebt werden. Dahinter stand die Idee, die Schule am SinnLeffers-Standort unterzubringen, womit OB Burkhard Mast-Weisz mehrere Vorzüge verband: Die Ruine wäre verschwunden, der Handel hätte von dem zusätzlichen Publikumsverkehr profitiert und das Kolleg einen attraktiven Standort in der Innenstadt erhalten – mit guter Busanbindung. Weil sich das Projekt aber nicht als wirtschaftlich entpuppte, kommt es nun zum Neubau am Hauptbahnhof. Damit verbunden ist eine Achsenverschiebung. Denn: Mit dem Kino, dem Kolleg und der Stärkung der Alten Bismarckstraße, wo künftig auf fünf Terrassen Außengastronomie geboten wird, wird nicht etwa die Fußgängerzone attraktiver, sondern ihr Umfeld. Aufgabe wird nun sein, die Menschen vom Hauptbahnhof auf die Allee zu lotsen. Das kann gelingen, wenn dort wie geplant Freizeit- und Kultureinrichtungen angesiedelt werden. Von daher sind die Zielvorgaben des geplanten Sanierungsgebietes Alleestraße schlüssig. Sie müssen nur umgesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
Drei Einbrüche in Remscheid
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Mit positivem Test auch ohne Anordnung in Quarantäne
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall
Corona: Inzidenz steigt auf 669,9 - Ein neuer Todesfall
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie
37-Jähriger muss auf Dauer in Psychiatrie

Kommentare