Bergisches Wissensforum

Mit Verlosung: Alexander Groth zeigt, wie wir das Positive stärker wahrnehmen

Alexander Groth ist am kommenden Mittwoch beim Wissensforum zu Gast. Er ist überzeugt: Wenn wir unsere Wahrnehmung verbessern, werden wir glücklicher und zufriedener. Foto: Groth/Sprecherhaus
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Alexander Groth ist am kommenden Mittwoch beim Wissensforum zu Gast. Er ist überzeugt: Wenn wir unsere Wahrnehmung verbessern, werden wir glücklicher und zufriedener.

Alexander Groth im Gespräch mit RGA-Redakteur Björn Boch über den besseren Umgang mit Stress und Herausforderungen. Mit Verlosung exklusiv für Abonnenten.

Herr Groth, die Grundidee Ihres Vortrags ist, besser mit Stress und Herausforderungen umzugehen, indem man die Wahrnehmung verändert. Wie kann das gelingen?

Alexander Groth: Wir haben drei Wahrnehmungsfilter: Den neuronalen Filter, mit dem unser Gehirn – ohne dass wir es merken – viele Dinge ausblendet. Dann gibt es den kulturellen Filter, der uns von klein auf prägt. Und das dritte ist der individuelle Filter, der sich immer wieder ändert. Ein Beispiel: Wer selbst ein Baby erwartet, sieht überall Schwangere. Wer ein Auto kaufen will und sich für ein Modell entschieden hat, sieht das Modell überall. Diesen individuellen Filter können Sie am leichtesten beeinflussen.
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Wie macht man das?

Groth: Die Kunst ist, die eigene Aufmerksamkeit zu lenken. Da gibt es ganz einfache Hilfsmittel. Nehmen wir mal an, Sie wollen ein neues Verhalten üben, zum Beispiel: weniger mit ihren Kinder zu schimpfen, sondern sie mehr zu loben. Dann legen Sie sich drei Münzen in die Hosentasche. Immer, wenn Sie ihren Kindern etwas Positives gesagt haben, wandert eine Münze von der einen in die andere Tasche. So haben Sie eine Kontrolle, mit deren Hilfe Ihre Wahrnehmung ausgerichtet wird. Das machen Sie ein oder zwei Wochen, dann ändert sich der Wahrnehmungsfilter und Sie beginnen, die neue Gewohnheit automatisch umzusetzen – also auf das Positive zu achten und es auch zu kommunizieren.

Wie kann man die Wahrnehmung noch verändern?

Groth: Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten: Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Interpretation und Ihre Erinnerung. Das sind die Stellschrauben, an denen wir drehen können, um unsere Wahrnehmung zu verändern und damit glücklicher und zufriedener zu werden.

Können Sie die Begriffe genauer beschreiben?

Groth: Sie kennen die Frage, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Hier geht es um die Interpretation. Der Schritt davor ist aber die Wahrnehmung. Sie müssen das Glas überhaupt erst einmal sehen, bevor Sie sich die Frage stellen können. Diese Wahrnehmung ist mindestens genauso wichtig wie die Interpretation. Es gibt im Leben fast immer Umstände, über die man sich freuen könnte – und solche, über die man sich ärgern könnte. Auf was konzentrieren Sie sich? Das können Sie dem Zufall überlassen oder es bis zu einem gewissen Grad lenken.

Und was hat es mit der Interpretation auf sich?

Groth: Wir alle interpretieren Ereignisse. Insbesondere Menschen, die sich schnell aufregen oder auch ärgern, sind im Interpretieren nicht sonderlich gut. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, denn früher habe ich mich oft geärgert. Interessant ist dabei die Frage, wer uns eigentlich ärgert. Ein Beispiel: Sie müssen zu einem Kunden, haben aber einen Ausdruck vergessen. Sie wollen das also noch schnell machen, der Drucker weigert sich aber. Die Folge: Sie ärgern sich über den Drucker. Die Frage lautet jetzt: Hat ein simpler Drucker die geistige Kapazität Sie zu ärgern? Nein, hat er nicht. Wenn er es nicht kann, wer ärgert Sie dann? Interessanterweise sagen wir das ja sogar: „Ich ärger’ mich!“ Wir ärgern uns selbst, indem wir Erwartungen haben, wie das Leben zu funktionieren hat. Zum Glück hält sich das Leben nicht daran.

Das dritte Thema war das Erinnern. Was gibt es da zu beachten?

Groth: Menschen, die besonders glücklich sind, haben die Fähigkeit, schöne Momente intensiv wahrzunehmen, sie abzuspeichern und sich später öfters als andere daran zu erinnern. Schöne Momente benötigen Aufmerksamkeit. Konzentrieren Sie sich ganz auf das, was Sie in solchen Augenblicken wahrnehmen können, sonst wird es in der Erinnerung gelöscht. Und widerstehen Sie zumindest in solchen Momenten dem Impuls, zum Handy zu greifen.

Eines Ihrer weiteren Themen sind falsche Erwartungen.

Groth: Ja, wenn wir zu hohe Erwartungen haben, werden wir enttäuscht und sind unzufrieden. Zu hohe Erwartungen sind eine Krankheit unserer Zeit: Wir wollen großartig sein im Job, in der Beziehung, als Eltern, als Freunde, wir wollen kulturell aktiv sein, uns sozial engagieren, körperlich fit sein, spirituell sein und ganz nebenbei machen wir noch den Haushalt. Die meisten Menschen glauben, dass man all diese Lebensbereiche vorbildlich erfüllen kann, wenn man sich nur anstrengt. Das ist aber eine Illusion. Drei der eben genannten Bereiche können wir gut ausleben und vielleicht noch zwei andere nebenher, das war es dann aber auch. Ich erkläre den Zuschauern deshalb im Vortrag sehr plastisch, wie Sie zufrieden in den Abend gehen können, auch wenn die To-do-Liste des Tages mal wieder nicht abgehakt ist.

Und wie gestalten Sie den Vortrag?

Groth: Wichtig sind Humor und spannende Geschichten. Ich erkläre ganz praktisch, wann wir uns dämlich verhalten und welche Hebel wir umstellen können. Oft bin ich selbst das Beispiel (lacht).

Verlosung exklusiv für unsere Leser: Zwei Tickets zu gewinnen

Gewinnen Sie als (Web-)Abonnent Tickets fürs Bergische Wissensforum! Verlost werden zwei Tickets auf www.zeitungsvorteil.de/gewinn. Sie können sich dabei frei entscheiden zwischen einem Ticket für die Präsenz-Veranstaltung oder für einen Zugang zum Livestream. Extra: Die Aufzeichnung des Livestreams ist noch vier Wochen nach dem Veranstaltungstermin abrufbar. 

Bergisches Wissensforum

Termin: Alexander Groth: Bewusste Wahrnehmung; Mittwoch, 17. November, 19.30 Uhr, Bürgersaal der Evangelischen Stadtkirche Solingen

Tickets: Wer die Vorträge vor Ort erleben möchte, zahlt 49 Euro (39 Euro für RGA-Karten-Inhaber). Wer die Veranstaltung im Livestream sehen möchte, zahlt 39 Euro (29 Euro mit RGA-Karte).

Buchung: Karten sind online buchbar: t1p.de/g915. Telefonisch können Karten bei Sprecherhaus unter P (0 25 61) 97 92 888 bestellt werden (mo. bis do. von 9 bis 16 Uhr, fr. von 9 bis 14 Uhr).

Teilnahme: Die Präsenzteilnahme ist aktuell mit „3G-Regel“ möglich. Am Einlass wird der Nachweis geprüft: geimpft, genesen oder getestet (Test maximal 24 Stunden alt).

Ort: Bürgersaal der Evangelischen Stadtkirche, Kirchplatz 14, Solingen. Die Vorträge dauern rund 90 Minuten, Beginn 19.30 Uhr, Einlass ab ca. 19 Uhr. Nach dem Vortrag: Buchverkauf mit Signierung, Gesprächsmöglichkeit.

Wer: Das Solinger Tageblatt und der Remscheider General-Anzeiger veranstalten die Vortragsreihe mit der Volksbank im Bergischen Land, Walbusch und der Agentur „Sprecherhaus“.

Weitere Termine

Di., 25. Januar: Zielstrebigkeit mit Susanne Nickel

Di., 22. Februar: Überzeugungskraft mit Klaus-J. Fink; Di., 29. März: Vitalität mit Patric Heizmann.

Rednerin und Moderatorin Dörte Maack sprach bereits beim Bergischen Wissensforum: Sie verwirklicht blind ihre Träume.

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