Wanderserie

Mit dem RGA wandern: Idyllische Natur, abgelegene Orte

Die abwechslungsreiche Wanderung führt vorbei an der idyllischen Hofschaft Rutenbeck und der riesigen Kläranlage von Buchenhofen mit den Klärbecken und dem großen Klärteich.
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Die abwechslungsreiche Wanderung führt vorbei an der idyllischen Hofschaft Rutenbeck.

Unsere heutige Routen-Empfehlung führt auf Wuppertaler Stadtgebiet.

Von Andreas Erdmann

Bergisches Land. Wir starten vor dem Spielplatz „Sternpunkt“ an der Kreuzung Roßkamper-/Lützowstraße. Ein ausrangierter Schwebebahnwaggon, der als Pavillon dient, ist hier der Blickfang. Kinder können unter Betreuung auf dem Gelände mit zahlreichen Spiel- und Sportgeräten spielen.

Kurz geht es an der Lützowstraße entlang, bis links der Fahrweg Boltenheide abzweigt. An der ersten Wegkreuzung halten wir uns links, so auch an der zweiten. Nun geht es geradeaus, die Wohnsiedlung am Dasnöckel zur Linken, durch den kleinen Ort Schieten. Um 1677 existierte Schieten als einzelnes landwirtschaftliches Gut. Im 18. Jahrhundert kam es dann zur Dreiteilung, und die Höfe Dasnöckel und Roßkamp kamen hinzu. Der Name Schieten, 1715 noch „Scheidt“ genannt, bedeutet „Scheide, Grenze“ und kann auf eine Land- oder Wasserscheide anspielen. Der Ort hat ein gleichnamiges Pendant hinter Steinbeck auf Solinger Gebiet – nicht weit von hier. Gleich hinter Schieten öffnet sich plötzlich und unvermittelt die Landschaft und gibt vor uns ein eindrucksvolles Panorama frei.

Der Blick reicht bis ins Tal Richtung Sonnborn

Wir schauen über Wuppertal hinweg und weithin nach Norden und Osten. Nun geht es am Feldrand den Sonnenberg hinunter. Unten kann man von einer Hochbrücke über der A 46 weit ins Tal Richtung Sonnborn blicken. Wir folgen dem Wanderweg rechts vor der Brücke am Feldrand entlang. Oben am Hang erblickt man die aus einem einzigen Wohnhaus bestehende Hofschaft Sonnenberg. Die Namensherkunft ist nicht eindeutig geklärt, Sonnenberg muss sich nicht auf Sonne beziehen, sondern kann auch zum mittelhochdeutschen Wort „sunt“ gehören, was „Süd“ bedeutet. Als „Suneberg“ wird der Berg erstmals 1312 aktenkundig. Am Ende des Feldes folgen wir dem Weg, rechts ergeben sich unter den stämmigen Bäumen immer wieder Ausblicke auf die malerische Ortschaft Mühlenpfad.

Wir kommen nach Frohental. Die Ortslage, ursprünglich „Frontal“ – abgeleitet von „Fron“, ist als kleiner Kotten nach 1830 entstanden. An der Kreuzung biegen wir den Weg rechts ein, der hinauf nach Mühlenpfad führt. Der 13 Hektar große Ort besteht größtenteils aus Wiesen und Weiden und beherbergt heute einen Pferdehof mit Pferdepension. Je höher wir dem Weg zum Waldrand folgen, umso schöner wird die Aussicht. Links oben am Hang sehen wir die Ortslage Steeger Eiche. Sie wird erstmals 1677 als unselbstständiger Kotten erwähnt, der zu einem der drei Güter des Hofes „Unten vom Steeg“ gehörte. Im Namen klingen sicher der Eichenbaum sowie ein Orts- oder Familienname an.

Zuerst gehörte die Bollenheide zu der Bürgermeisterei Sonnborn

Wanderer sehen auch die riesigen Kläranlage von Buchenhofen mit den Klärbecken und dem großen Klärteich.

Wir folgen dem Hauptweg, kommen geradewegs zur Ortslage Boltenheide. Auf der Karte von 1824 ist dort ein namenloser Kotten angegeben. 1892 hieß der Ort dann „Bollenheide“ und ab 1903 „Boltenheide“. Ob der Name auf „Bollen“ (Knollen) zurückgeht, ist ungeklärt. Zuerst gehörte die Bollenheide zu der von Haan abgetrennten Bürgermeisterei Sonnborn, 1888 ging sie in die Gemeinde Vohwinkel über. Angegeben wurde damals ein Wohnhaus mit 14 Einwohnern.

Wir folgen dem schmalen Pfad, der links von dem romantisch anmutenden Fachwerkhaus bergan am Zaun entlang führt. Etwas unwegsam, über eine Stufe, kommen wir auf den Weg Boltenheide. Wer sich für liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser interessiert, die ein dörfliches Ensemble bilden, kann einen Abstecher nach Rutenbeck unternehmen. Dazu folgt man dem Weg bergab, hält sich dann rechts und geht immer weiter runter bis zur Wupper. Flussabwärts kommt bald eine Brücke. Links dahinter liegt Rutenbeck. Die etwa ab 1700 entstandene Siedlung ist nach dem gleichnamigen Bach benannt. 1715 als „Rutenbec“ erwähnt, geht sie auf ein Gut von 1513 zurück. Für die nicht unbeschwerliche Zwischenetappe muss man gut 40 Minuten Hin- und Rückweg auf steiler Strecke einplanen.

Wieder auf der Hauptstrecke folgt man dem Weg Boltenheide kurz bergan und biegt gleich an der Kreuzung links in den mit A2 markierten Forstweg ein. Zwei Bänke laden zum Rasten ein. Weiter geht es auf einer Strecke mit wenigen Steigungen in einigen Windungen um den bewaldeten Berg. In einer Wegkurve treffen wir auf die Quelle des Buchenhofener Siepens. Aus einem Rohr in einer Mauer tritt der rund 1000 Meter lange Bach zutage. Zur Linken eröffnen sich immer wieder prächtige Ausblicke über die Wupper nach Küllenhahn, Burgholz und Cronenberg.

Unten im Tal sieht man die riesige Kläranlage von Buchenhofen mit den Klärbecken und dem großen Klärteich. Buchenhofen geht zurück auf einen Hof, der erstmals 1193 erwähnt wurde, als der Edelherr Wilhelm von Limburg das Gut an das Kloster in Gräfrath verkaufte. Dem 1185 begründeten Kloster gehörte der gesamte 80 Hektar umfassende Wald, der sich dementsprechend Klosterbusch nennt. Er umfasst großflächige Mischwälder mit Buchen, Hainbuchen, Ahorn und Eichen, alten Kastanien, Weißdorn, auch Birken. Bei den Nadelbäumen sieht man immer wieder die verheerenden Folgen des Fichtensterbens der letzten Jahre: weiträumige Brachen, die Blicke weit in die Landschaft freigeben. Hohe Zypressen blieben davon unberührt. Am Boden wachsen Farne, Brombeeren, Heidelbeeren und unterschiedlichste Blühpflanzen. Hinter der großen Kurve bewegen wir uns oberhalb des Steinbachtales, einem der tiefsten und engsten Täler Solingens. Der Forstweg führt uns zurück zum Weg Boltenheide und wieder zum Ausgangspunkt.

Man kann aber auch einen Schlenker über Steinbeck unternehmen, indem man etwa 700 Meter vor dem Weg Boltenheide an der Kreuzung links abbiegt. Bergab geht es dort zu drei vom Steinbach gespeisten Stauteichen. In ihnen wurde zeitweise Fischzucht betrieben. Oberhalb davon liegt der Ort Steinbeck. Er besteht aus einem einzigen Hof. 1717 als „Steinbach“ bezeichnet, wurde er um 1830 auch „Gütchen“ genannt. Heute befindet sich dort ein privater Reitstall. Oben gelangt man zur Lützowstraße und geht rechts zurück zum Ausgangspunkt.

Tour 32:

Länge: ca. 100 Minuten normale Strecke, 140 Minuten mit Abstecher nach Rutenbeck

Schwierigkeitsgrad: leicht – auf der Hauptstrecke, mittelschwer – mit Abstecher nach Rutenbeck

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk

Busverbindung: 693 Haltestelle Roßkamp, 631 Haltestelle Lützowstraße

Zum Einkehren: Restaurant Zum Pfannenschrat, Roßkamper Straße 39, 42329 Wuppertal, P 02 02 /44 00 67, www.pfannenschrat.de

Betreuter Spielplatz: „Sternpunkt“, Roßkamper Straße 126, 42329 Wuppertal, P 01 71/ 8 39 89 86, dienstags, donnerstags, sonntags 15 bis 18 Uhr, donnerstags zwischen Oster- und Herbstferien 9 bis 12 Uhr, Eintritt frei. www.sternpunkt.org

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX Schrödersbusch

Alle Folgen zum Nachlesen finden Sie hier.

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