Wanderserie

Mit dem RGA wandern: Im Dhünntal liegt das Wanderglück

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Insgesamt müssen bei der vielseitigen Tour knapp 300 Höhenmeter bewältigt werden.

Diese dreistündige Tour führt über Linnefe und Dhünn bis zur größten Talsperre der Region.

Von Daniel Juhr

Bergisches Land. Eifgenbach- und Dhünntal zählen zu den schönsten Wanderregionen im Bergischen. Weitgehend intakte Wälder, oft verschlungene Pfade und natürlich Wasser, Wasser, Wasser. Entlang der Linnefe und der Dhünn führt diese 13-Kilometer-Tour auch zur Dhünn-Talsperre, immer noch eine der größten Trinkwassertalsperren Deutschlands.

Wir starten am Wanderparkplatz in Wermelskirchen-Coenenmühle direkt am dortigen Pfannkuchenhaus. Schnell geht es über eine kleine Anhöhe auf einen schönen Waldweg, dem wir links des Linnefebachs folgen, bis wir ihn nach einem knappen Kilometer queren. Nun plätschert es auf der anderen Seite, der schmale Weg selbst macht einfach Spaß. Es geht sanft auf und ab, über Steine und Wurzeln, durch einen naturbelassenen Wald. Wo einst ein Baum umgestürzt ist, da liegt er halt immer noch, und das hochstehende Wurzelwerk hat sich über die Jahre in eine Wegumrandung verwandelt.

Was aber auch deutlich wird: Die Jahrhundertflut hat das Bachbett verändert. Nicht mehr nur schroffe Felsen ragen aus dem Wasser, auch Treibgut liegt überall herum. Immer wieder tauchen in der Idylle Spuren des Hochwassers auf, die bei aller Freude am Naturerlebnis demütig machen.

Gewässer bieten einen wertvollen Lebensraum für Flora und Fauna.

Nach knapp drei Kilometern mündet die Linnefe in die Dhünn, und aus dem schmalen Pfad wird ein breiter Forstweg – wir sind inzwischen auf dem Eifgenbachweg E3 sowie dem Talsperrenweg D1 unterwegs, die hier parallel verlaufen. Die Route führt unter anderem an Maria in der Aue vorbei, das inzwischen geschlossen werden musste.

Wissenswertes zur Geschichte des Schwarzpulvers auf einer Infotafel

Immer wieder informieren Infotafeln über das Tal und wie der Mensch es über die Jahre verändert hat. So wird die Wanderung zur Zeitreise, und diese führt auch zur ehemaligen, im Oktober 1868 gegründeten Schwarzpulverfabrik Aue. Zwölf Jahre später war sie die modernste und mit 43 Tonnen Schwarzpulverertrag pro Jahr leistungsstärkste Fabrik dieser Art im Bergischen Pulverrevier. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Anlagen zerstört. Erhalten blieb unter anderem das Fachwerkhaus, das heute in Privatbesitz und gut erhalten ist. Mehr zur Geschichte des Schwarzpulvers im Dhünntal verrät ein Infoschild direkt am Weg. Nach nun knapp sechs Kilometer heißt es einmal Kräfte sammeln, denn auf dem nächsten Teilstück wird es bergig und auch ein bisschen abenteuerlich.

Allein der Rundweg unverDhünnt 2, der einmal um die größte der vielen Vorsperren führt, ist mehr als elf Kilometer lang.

Wir nehmen Kurs auf die Große Dhünn-Talsperre und nutzen dafür gleich mehrere, etwas anspruchsvollere Pfade. Es geht vom Hauptweg aus scharf nach links und auf den kommenden zweieinhalb Kilometern munter rauf, runter, rauf. Obacht an der ersten Kreuzung: Diese überqueren wir, und dahinter verlaufen drei Wege. Wir nehmen den breiteren Kiespfad ganz rechts, denn die anderen beiden nutzen Mountainbiker gerne als Downhillstrecke. Kaum oben angekommen, geht es scharf rechts ab und direkt wieder runter, über einen steilen Stichweg erreichen wir das Hasselsiefener Bachtal. Dort geht es links ab und wieder bergauf.

Dieser mit rund 800 Metern längste Anstieg führt aus dem Wald raus auf den Großgrimberger Weg und wird mit einer schönen Aussicht auf Wiesen und Felder belohnt – ehe wir kurz vor einem Grill- und Spielplatz erst links dann sofort rechts abbiegen und am Bömericher Bach entlang runter ins Tal wandern. Die Route mündet bald in den Große Dhünn-Talsperren-Rundweg, zu erkennen am blau-weißen Schild. Tipp für ambitionierte Wanderinnen und Wanderer: Dieser 37-Kilometer-Weg lässt sich an einem Tag durchaus meistern. Wer allerdings glaubt, dabei ständig aufs Wasser schauen zu können, täuscht sich, denn die Runde führt oft sehr weit außerhalb der Schutzzone entlang.

Wir indes laufen direkt aufs Wasser zu und erreichen nach knapp zehn Kilometern den Damm der Dhünn-Talsperre, den wir auch überqueren. Zeit zum Innehalten, Zeit für eine Pause, die sich auf einer der vielen Rastplätze und Bänke entlang der Strecke aber auch vorher einlegen lässt. Faszinierend ist dieser Blick in die Weite, auf Wasser und Wälder. Ebenso faszinierend wie das Wissen, von hier aus nur einen Bruchteil der Talsperre sehen zu können. Zehn Jahre Bauzeit (1975 bis 1985), 81 Millionen Kubikmeter Stauinhalt auf einer Staufläche von 440 Hektar – ein Stausee der Superlative versorgt das Bergische Land mit Trinkwasser.

Zur Einordnung: Allein der Rundweg unverDhünnt 2, der einmal um die größte der vielen Vorsperren führt, ist über elf Kilometer lang. Wer mehr über die Große Dhünn wissen will, liest sich in Ruhe die Informationstafeln am Betriebsgebäude des Wupperverbandes durch.

Wir sind fast am Ende der Wanderung angekommen, laufen hinter dem Staudamm rechts zur angrenzenden Ortschaft Lindscheid hoch und biegen dort scharf links ab auf den Wanderweg E3, der uns wieder hinunter ins Tal der Linnefe führt. Moment, hier waren wir doch schon mal? Genau. Über eine Brücke erreichen wir wieder den schmalen Pfad vom Anfang, dem wir bis zur Coenenmühle folgen. Das heißt, nicht ganz: An der nächsten Weggabelung halten wir uns links und nicht rechts und wandern auf der anderen Seite der Linnefebaches zurück.

Tour 36

Dhünntalrunde: Länge ca. 13 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Einkehren: Pfannkuchenhaus Coenenmühle

Parken: Kostenlose Wanderparkplätze in Coenenmühle

Gut zu wissen: Nicht kinderwagengeeignet. Steigungen mit insgesamt knapp 300 Höhenmetern

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf: www.bergisch-bestes.de

Alle Folgen der Wanderserie finden Sie hier.

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