Betreiberwechsel

S7: So läuft der erste Tag mit Vias Rail

Obwohl auf den Zügen noch Abellio drauf steht, steckt Vias Rail schon drin, wie hier am Dienstagmorgen am Hauptbahnhof.
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Obwohl auf den Zügen noch Abellio drauf steht, steckt Vias Rail schon drin, wie hier am Dienstagmorgen am Solinger Hauptbahnhof.

In der Nacht zu Dienstag übernahm Vias Rail die S 7. Unsere Autorin macht den Selbstversuch.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Bergisches Land. Jeden Augenblick sollte am Remscheider Hauptbahnhof die S 7 auftauchen. Aus Wuppertal kommend, fährt die Zuglinie, um die Pendler Richtung Solingen zu bringen. Tatsächlich pünktlich sind am Dienstagmorgen die drei ersehnten Scheinwerferpunkte des einfahrenden Triebwagens zu erkennen, das Signal, sich auf dem Bahnsteig günstig zu positionieren, um schnell und zügig einsteigen zu können. Ich reihe mich ein und registriere den Schriftzug Abellio, der deutlich sichtbar auf dem Doppelwagen prangt, nur noch nebenbei: Meine Mischung aus Enttäuschung und Überraschung hat sich schon gelegt. Schließlich hab ich vor einer Stunde, bei meiner Abfahrt am Solinger Hauptbahnhof mit dem Müngstener schon gesehen, dass das Unternehmen Vias Rail die S 7 seit Dienstag betreibt, äußerlich nach wie vor jedoch als Abellio daherkommt.

Wahrscheinlich war meine Erwartung, nach der angekündigten Umstellungsnacht auch mit optischen Neuerungen zu rechnen, schlicht naiv. Der Austausch der Logos auf den Zügen wird sicher nach und nach geschehen. Außer mir scheint sowieso niemand darauf zu achten, wie der Zug aussieht: Geschäftig steigen meine Mitfahrer ein und suchen sich einen Sitzplatz – kein Problem ab Solingen Hauptbahnhof um 7.12 Uhr beziehungsweise um 7.16 Uhr. „Der Zug fährt leider mit rund fünf Minuten Verspätung wegen Gleisarbeiten in Wuppertal“, informiert eine freundliche Ansagestimme als die Fahrt begonnen hat. Flott zerschneidet die S 7 nun die Dunkelheit. Hin und wieder blitzen kurze Bilder wie grauer Asphalt im Laternenlicht oder schemenhaftes Häuser auf – bis zum jeweils nächsten Halt: Grünewald, Mitte, Schaberg, schließlich Remscheid-Güldenwerth.

Grund für Fahrplanänderungen ist die Logistik

Schade, auch die traumhafte Aussicht von der Brücke herunter und in die Weite blieb von der Finsternis verschluckt. Der Fahrplan des Müngsteners bleibt einstweilen so, wie er vor der offiziellen Übergabe von Abellio an Vias Rail war: auf zwei Züge statt wie normal drei pro Stunde ausgedünnt. Bis Ende Februar soll das so gehen. Als Grund werden logistische Anpassungen angegeben: Die Triebfahrzeugführer und Zugbegleiter wechselten zwar mit zum neuen Betreiber, müssten aber von ihrem neuen Arbeitgeber eingearbeitet und ausgestattet werden. Parallel dazu würden die bislang eingesetzten Fahrzeuge auf die Anforderungen des neuen Eisenbahnverkehrsunternehmens angepasst und für ihre künftigen Einsätze vorbereitet, ist auf einer Internetseite der NRW-Verkehrsverbünde zu lesen.

Drei VRR-Mitarbeiter kontrollieren die Fahrkarten auf der Rücktour nach Solingen. Knappe Freundlichkeit, keine besonderen Vorkommnisse: Ihnen werden Handys mit digitalen Tickets sowie „echte“ Fahrscheine zur Überprüfung entgegengestreckt. Viele Fahrgäste sind es auf der Strecke nach Solingen. „Ich muss meine Verbindung nach Düsseldorf erwischen“, sagt mein Sitznachbar Hassan, der dort in einem Dentallabor arbeitet und die Strecke jeden Morgen von Lennep aus fährt. „Aber das sollte kein Problem sein.“

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