Café Hubraum

Aktion wirbt für leiseres Motorradfahren

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst stieg beim Pressetermin in der Kohlfurth gestern selbst aufs Motorrad. Angereist war er jedoch in der Dienstlimousine.
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NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst stieg beim Pressetermin in der Kohlfurth gestern selbst aufs Motorrad. Angereist war er jedoch in der Dienstlimousine.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst stellte eine neue Kampagne im Café Hubraum vor

Bergisches Land. Für viele Motorradfahrer war der vergangene Sonntag der Auftakt in die neue Saison. Im Bergischen Land waren viele Biker unterwegs. Doch für Anwohner ist das beliebte Hobby oft mit Lärm verbunden. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) startete gestern die neue Landesinitiative #leiserbiker, die an Biker appelliert, rücksichtsvoll, leise und achtsam zu fahren. Der Auftakt fand im Café Hubraum in der Kohlfurth statt.

Bei Motorradfahrern beliebte Regionen wie das Bergische Land, die Eifel, das Sauerland oder das Münsterland litten seit Jahren unter dem Lärm, sagte Wüst. Mit der Plakataktion und einer Kampagne in den sozialen Medien ruft das Verkehrsministerium zu mehr Rücksichtnahme auf. Das leise Fahren bringe mehr Sicherheit und Lebensqualität für alle. Um das zu erreichen, müsse man nicht gleich in die „Gesetzestrickkiste“ greifen, erklärte der Verkehrsminister.

Partner ist die Landesverkehrswacht NRW, die 150 Plakatwände zur Verfügung stellt. „Immer wieder kommt es zu Beschwerden über zu aggressives und zu lautes Fahren von Zweirädern“, erklärte Klaus Voussem, Vizepräsident der Landesverkehrswacht NRW. Der CDU-Landtagsabgeordnete stammt aus der Eifel. „Die ist bei Motorradfahrern ähnlich beliebt wie das Bergische Land“, sagte er beim Außentermin im Café Hubraum. Extra laut getunte Zweiräder bedeuteten für die Anwohner eine massive Lärmbelästigung. „Niemand will vorschreiben, wer wie wann und wo seinen Weg zurücklegt. Es geht uns vielmehr um ein rücksichtsvolles Miteinander“, betonte Voussem.

Betreiber des Café Hubraum unterstützt die Kampagne #leiserbiker

Auf den Plakaten werden Motorradfahrer wie Janina Voges gezeigt, die dafür werben, langsamer und damit leiser zu fahren. Bei der Kampagne ist auch der vierjährige Tom auf seinem Holz-Zweirad dabei.

„Ich finde die Initiative gut“, sagte der Solinger Gastronom Richard Zöllner. Sein Café Hubraum, das wegen der Pandemie seit sechs Monaten geschlossen ist, habe er deshalb gerne für die Auftaktveranstaltung zur Verfügung gestellt. Es ist „der“ Zweirad-Treff im Bergischen: Zu normalen Zeiten legen hier an schönen Wochenenden Hunderte Motorradfahrer eine Pause ein. „Aber die Anwohner müssen nicht unnötig von Motorradlärm gestört werden“, so Zöllner. „Es muss keiner bis rauf zur L 74 Vollgas geben.“ Auch Kickstarts und Wheelies (das Fahren auf dem Hinterreifen) seien eine unnötige Show. „Da rümpft jeder die Nase. Wir sprechen Gäste auch an, wenn sie es übertreiben. Im Normalfall funktioniert das.“

Spricht Gäste an, die zu laut fahren: Richard Zöllner vom Café Hubraum in der Kohlfurth.

Auf Kaffee to go und andere Mitnahmeangebote verzichtet Zöllner. „Ein Kioskbetrieb wäre derzeit nicht machbar, weil hier dann gleich 600 Motorradfahrer stehen.“ Die Corona-Regeln könnten nicht eingehalten werden. Der Café-Betreiber hat seine Parkflächen deshalb im Moment mit Flatterband abgesperrt.

Der Landtag NRW hatte im März 2020 der Landesregierung den Auftrag erteilt, Motorradfahrer mit einer Kampagne für eine angemessene Fahrweise zu sensibilisieren. Auf Initiative aus NRW hat der Bundesrat die Bundesregierung aufgefordert, sich auf internationaler Ebene für geringere Lärmemissionen bei Motorrädern einzusetzen.

Landesinitiative

Plakate: Plakate zur Kampagne „Ich bin #leiserbiker. Gas runter! Lärm runter!“ sollen auf 150 Informationstafeln der Landesverkehrswacht gezeigt werden. Darauf werden Motorradfahrer aus Nordrhein-Westfalen vorgestellt.

Soziale Medien: Im Internet gibt es zudem eine Mitmachaktion. Auf der Homepage der Kampagne können eigene Fotos mit der #leiserbiker-Bildmarke versehen und in den sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. So könne jeder an der Landesinitiative für rücksichtsvolles Fahren teilnehmen.

leiserbiker.de

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