Bahnverkehr

Stadtchefs fordern schnelle Lösung für S 7

Die Diskussion um die S 7 geht weiter. Foto:  Roland Keusch
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Die Diskussion um die S 7 geht weiter.

„Müngstener“ im Notbetrieb

Bergisches Land. Der Notbetrieb der S 7 bringt die Oberbürgermeister des Städtedreiecks auf die Palme. In einem gemeinsamen Schreiben fordern der Solinger OB Tim Kurzbach, der Remscheider Burkhard Mast-Weisz und der Wuppertaler Uwe Schneidewind den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf, umgehend für eine Lösung der Betriebsprobleme auf der S-Bahnlinie 7 („Müngstener“) zu sorgen. Außerdem dringen sie auf ein Spitzengespräch mit DB-Netz als verantwortlichem Unternehmen für die Infrastruktur sowie Betreiber Abellio.

Das Ergebnis müssten konkrete Lösungen für die Fahrgäste und ein verlässlicher zügiger Zeitplan sein, heißt es. Abellio hat aufgrund ungewöhnlich hoher Abnutzung der Radreifen bei den Zügen auf einen Notfahrplan und einen Schienenersatzverkehr zwischen Remscheid und Wuppertal umgestellt. Bei der Ursachensuche würden sich DB-Netz und Abellio auf dem Rücken der Fahrgäste die Verantwortung gegenseitig zuschieben, so die Oberbürgermeister. Der Schienenersatzverkehr werde gerade von Berufspendlern als Zumutung empfunden.

„Der öffentliche Nahverkehr muss endlich wieder als Daseinsvorsorge begriffen werden.“

Iris Preuß-Buchholz

„Wir brauchen eine ‚S-7-Konferenz‘, für die der VRR als Managementaufgabe eine Lösungsstrategie für die aktuelle Situation und für einen langfristig nachhaltigen Betrieb erarbeitet“, fordert der Solinger Stadtdirektor Hartmut Hoferichter. Der Remscheider Beigeordnete Peter Heinze sieht zudem Diskussionsbedarf, ob innerhalb des VRR Züge für derartige Notfälle vorgehalten werden sollten, um als Ersatzfahrzeuge zur Verfügung zu stehen. Verbesserungsbedarf sehen die Oberbürgermeister auch bei der öffentlichen Darstellung möglicher Folgen eines Abellio-Konkurses.

Bei einem „Krisengipfel“ zur aktuellen Situation müssten auch Zukunftsfragen Thema sein, so die Solinger Grünen. Es sei zwar sinnvoll, wenn Verantwortliche nach Lösungen für die technischen Probleme suchen, erklären die Grünen-Politiker Leon Kröck und Silvia Vaeckenstedt. Es müsse aber auch um die neuen Haltepunkte – unter anderem in Meigen –, die Durchbindung der S 7 nach Düsseldorf und die Umstellung des „Müngsteners“ auf batterieelektrischen Antrieb gehen. Mit „Krisengipfeln“ sei es nicht getan, so die Bundestagskandidatin Vaeckenstedt. Wichtiger sei, dass der Bund mehr Geld für den ÖPNV zur Verfügung stelle.

SPD-Ratsfraktion fordert Umdenken

Der SPD-Bundestagskandidat Ingo Schäfer bezeichnet es als „Skandal, dass die Menschen, die auf die Bahn angewiesen sind, diesem Spiel nur tatenlos zuschauen können.“ Er kritisiert zudem die Gedankenspiele von Abellio über eine mögliche Insolvenz, „um sich aus der Verantwortung für die Bahnstrecke zu stehlen“. Der Vorgang zeige einmal mehr, welche Folgen die Ideologie „Privat vor Staat!“ habe.

Auch die SPD-Ratsfraktion im Stadtrat fordert angesichts der „andauernden Ausfälle auf beiden Solinger S-Bahn-Linien“ ein grundsätzliches Umdenken. Inzwischen müsse jedem klar sein, dass man mit einem wirklich funktionierenden öffentlichen Nahverkehr kein Geld verdiene, sagt die Fraktionsvorsitzende Iris Preuß-Buchholz. „Der öffentliche Nahverkehr muss endlich wieder als Daseinsvorsorge begriffen werden.“ ate/bjb/ma

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