Aktion

Bergisch Borner befreien ihren Stadtteil vom wilden Müll

IGBB-Vorsitzende Melanie Monßen (li.) und ihre Mitstreiter haben dem Müll in Bergisch Born den Kampf angesagt. Foto: Roland Keusch
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IGBB-Vorsitzende Melanie Monßen (li.) und ihre Mitstreiter haben dem Müll in Bergisch Born den Kampf angesagt.

Statt Picobello-Tag: IGBB rief zum Müllsammeln entlang der Bundesstraße 51 auf.

Von Sabine Naber

Remscheid. Herrliches Herbstwetter am Samstag. Man hätte einen langen Spaziergang durch den Wald machen können. Oder vielleicht auch Blumenzwiebel in den Garten setzen und sich anschließend auf dem Balkon, der Terrasse erholen können. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Bergisch Born (IGBB) aber taten nichts von dem, sondern krempelten die Ärmel hoch und sorgten in ihrem Stadtteil für Sauberkeit.

„Nachdem der Remscheider Picobello-Tag, an dem wir uns ja immer beteiligt haben, im Frühjahr wegen der Pandemie ausgefallen ist, haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie wir so eine Müllsammelaktion trotzdem auf die Beine stellen könnten“, sagt Melanie Monßen, die Vorsitzende der IGBB. In den Borner Whats-App-Gruppen wurde dann zusammengefasst, wie die Aktion ablaufen kann. „Natürlich werden immer nur maximal zwei Haushalte gemeinsam unterwegs sein. Ein Treffen am Feuerwehrhaus, wie in den vergangenen Jahren, wird es nicht geben“, hieß es da.

Stattdessen lagen am frühen Samstagnachmittag auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr in gebührendem Abstand voneinander einzelne „Päckchen“ mit Müllsäcken, Handschuhen und einem kleinen Dankeschön. „Bitte, kommt nicht alle pünktlich um 14 Uhr“, so wollten die Vorstandsmitglieder ein Zusammentreffen von vornherein ausschließen.

Gesammelt wurde entlang der B 51 und der Bornbacher Straße, der Tennishalle, dem Parkplatz, entlang der Bornefelder Straße und dem Schwarzen Weg. Die vollen Müllsäcke sollten unter Laternen abgestellt werden, damit sie am Abend beim Einsammeln gesehen werden.

„Müll aufsammeln ist toll.“
Findet die sechsjährige Leni

Melanie Monßen hatte sich mit ihren beiden Kindern Mats (3) und Leni (6) auf den Weg gemacht, um entlang der B 51 und eines Trassenabschnitts für Sauberkeit zu sorgen. Aufgesammelt haben sie den Müll, den viele Menschen achtlos weggeworfen haben. Dazu gehörten neben Flaschen, leeren Konservendosen und Zigarettenkippen in diesem Jahr auch blaue Einwegmasken. „Auch Radkappen und einen halben Zaun haben wir gefunden“, erzählt die Vorsitzende.

Insgesamt aber sei das Müllaufkommen geringer als in den Jahren zuvor. „Das lag möglicherweise auch an der Jahreszeit. Sonst sammeln wir ja im Frühjahr und jetzt überdeckt das Herbstlaub sicher so Manches“, vermutet sie. Auf die Frage an Tochter Leni, was sie von der Aktion hält, lautete die knappe Antwort: „Müll aufsammeln ist toll.“

Erstmals dabei war Monika Braun, die gerade erst in den Vorstand gewählt worden war. Mit ihrer Tochter Janine Kohnen und Enkel Titus (5) widmete sie sich bei der Säuberungsaktion der Trasse bis hin zum Unterstand an der Waldorfschule. Nichts Spektakuläres, aber Blumentöpfe, leere Flaschen und vor allem Kippen wurden eingesammelt. „Es kamen jede Menge Fahrradfahrer an uns vorbei. Und einige riefen uns ¸Vielen Dank fürs Saubermachen‘ zu. Das fanden wir gut“, sagt Monika Braun. Wie Melanie Monßen findet sie es richtig, dass gerade in einer Zeit, in der das Vereinsleben darnieder liegt, so eine Gemeinschaftsaktion organisiert wird. „Dass wir uns danach nicht treffen können, ist natürlich traurig. Aber es geht ja nun mal nicht anders.“ Auch dass nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch Vertreter der Kirchengemeinde mitgemacht hatten, kam gut an. „Wie viele jetzt insgesamt dabei waren, das kann ich nicht sagen. Wir haben uns ja zum Großteil gar nicht gesehen“, fasst es die Vorsitzende zusammen.

Mit den Technischen Betrieben Remscheid war die Aktion abgesprochen. Dort wurde zusammengestellt, was fürs Müllsammeln gebraucht wird. Das habe reibungslos geklappt. Die Säcke werden am Montag in der Frühe abgeholt. Melanie Monßen: „Wir sammeln auch schon mal zwischendurch. Möchten ja, dass unser Stadtteil picobello ist.“

Hintergrund

Die IGBB ist 1969 gegründet worden, um den Ortsteil durch gemeinsame Aktionen zu stärken. Sie versteht sich als Bindeglied der Bürger zu Politik und Verwaltung in Remscheid sowie zu Gemeinden, Vereinen und Institutionen im Bergischen. Der Verein fördert die Bildung und Stärkung des Zusammenhalts unter Bergisch Borner Bürgern und Familien, Vereinen und Unternehmen.

Regelmäßig sind die Menschen in Bergisch Born aktiv. Erst vor wenigen Wochen hatten sie Kindern eine Freude bereitet.

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