Bemerkenswerte Musik zum Tag des Friedens

Aeham Ahmad übersetzte seine bewegenden Erlebnisse aus seiner Heimat Syrien, niedergeschrieben in einem Buch, in Musik. Foto: Roland Keusch
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Aeham Ahmad übersetzte seine bewegenden Erlebnisse aus seiner Heimat Syrien, niedergeschrieben in einem Buch, in Musik.

Aeham Ahmad – „Pianist in den Trümmern“

Von Peter Klohs

Die Bandbreite der Klänge, die Pianist Aeham Ahmad am Dienstagabend aus dem Flügel zaubert, ist bemerkenswert und geht von zarten Tönen hin zu gewaltigen, auch dissonanten Blockakkorden. Hier und da singt er mit seiner wandelbaren, mehrere Oktaven umfassenden Stimme, mal wortlos, mal auf Arabisch. Die Texte klagen die Zustände in Syrien an und wenden sich gegen Krieg, Verfolgung und Ungleichheit.

Anlässlich des Internationalen Tags des Friedens gastierte er auf Einladung des Caritas-Verbands in der Klosterkirche. Bekannt wurde er während des Bürgerkrieges in seinem Heimatland Syrien als „Der Pianist in den Trümmern“. Er spielte auf einem Klavier im Flüchtlingslager Jarmuk, am Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus, und die Aufnahmen seines Spiels wurden über Youtube in die ganze Welt verbreitet. Der Musiker lebt inzwischen in Deutschland, spricht auch schon Deutsch und stellte seine Musik und sein Buch „Und die Vögel werden singen“ vor, in dem er seine Geschichte erzählt.

Die rhythmischen Feinheiten der Musik ist für mitteleuropäische Ohren nur schwer nachzuvollziehen. Ungerade Metren, Pausen an unüblichen Stellen, hektische Passagen. Zwischen den Liedern liest Caroline Moll, Mitarbeiterin der Caritas, bewegende Szenen aus Ahmads Buch, die dieser alsdann in Musik übersetzt.

Die Vorstellung, dass Aeham Ahmad diese bewegende Musik allein in einer zerstörten Stadt gespielt hat, hat etwas zutiefst Erschütterndes. Und etwas ungemein Beglückendes.

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