13. November

Kommt St. Martin in Lennep auf einem Pferd? – Entscheidung ist gefallen

St. Martin ist am 13. November beim Lenneper Laternenzug mit dabei – sein Pferd bleibt aber im Stall.
+
St. Martin ist am 13. November beim Lenneper Laternenzug mit dabei – sein Pferd bleibt aber im Stall.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Pferde müssen für die alljährlichen Laternenumzüge nun gewisse Vorgaben erfüllen. Die Lenneper sind darüber verärgert. Jetzt gibt es eine Entscheidung.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Der Martinszug in Lennep wird in diesem Jahr ohne Pferd stattfinden. Dies erklärt Klaus Kreutzer, der als Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins die Traditionsveranstaltung organisiert. Als Grund führt er an, dass er der Verwaltung nun eine „schriftliche Bestätigung über die Geeignetheit des Tieres zum Führen im Straßenverkehr“ vorlegen muss, wie es im Amtsdeutsch heißt. Dies sei ärgerlich, weil die Verantwortung für mögliche Risiken auf das Ehrenamt übertragen werde. „Es ist schade, dass die Stadt Remscheid keinen Amtsveterinär hat. Dann könnte er sich um die Angelegenheit kümmern“, schlägt Klaus Kreutzer vor.

Yvonne Jassmann, die bei der Straßenverkehrsbehörde für die Koordinierung von Veranstaltungen zuständig ist, verweist darauf, dass kein „Wesenstest“ für das Tier vorgelegt werden müsse. „Es reichen allgemeine Angaben darüber, ob das Pferd zum Beispiel schon mal bei Martinszügen oder anderen Veranstaltungen teilgenommen oder auch eine Gelassenheitsprüfung bestanden hat.“ Therapiepferde seien zum Beispiel aufgrund ihrer Ausbildung dazu geeignet, einen Martinszug anzuführen. Es seien für die Eignung aber keine amtlichen Nachweise erforderlich.

Neues Anmeldeformular der Stadt Remscheid

Die Angaben sind Bestandteil des neuen Anmeldeformulars für Martinsumzüge in Remscheid. Darauf müssen neben dem Termin und der erwarteten Zahl der Teilnehmenden auch der Streckenverlauf oder eventuelle Martinsfeuer angegeben werden.

Wenn ein Pferd eingesetzt wird, müssen die Organisatoren zudem eine Tierhalterhaftpflichtversicherung nachweisen. Dass nun die „Bestätigung über die Geeignetheit des Tieres“ vorgenommen werden müsse, hänge auch mit Zwischenfällen auf Karnevalszügen zusammen. Yvonne Jassmann verweist in diesem Zusammenhang auf rechtliche Vorgaben. „Wir wollen niemand demotivieren, einen Martinszug zu veranstalten. Es muss aber um das größtmögliche Maß an Sicherheit gehen. Und der Fußverkehr ist das schwächste Glied in der Kette“, hebt sie hervor. Der öffentliche Dienst stehe in der Verantwortung, das Bewusstsein für mögliche Gefahren zu schärfen.

So reicht nun für die Anzeige der Züge keine formlose Mail mehr. Stattdessen sind die Veranstalter gehalten, das Antragsformular auszufüllen. Darüber seien sie in einem Anschreiben informiert worden: „Die Formulare führen dazu, dass es in den meisten Fällen keine Nachfragen mehr gibt. Dies erspart sowohl den Veranstaltenden als auch uns Arbeit“, erläutert Yvonne Jassmann, die nur wenige negative Rückmeldungen erhalten hat, wie sie hinzufügt.

17 Martins-Veranstaltungen sind bisher bei der Stadt angemeldet

17 kleine und größere Veranstaltungen hätten Kindergärten und Co. bisher bei der Remscheider Stadtverwaltung angezeigt. „Zusätzlich stehen bei der Polizei einige auf der Liste. Das müssen wir noch abgleichen“, erklärt die Mitarbeiterin, die darauf hinweist, dass sich Zugveranstalter unbedingt an die Stadtverwaltung wenden müssen, wo die Fäden zusammenlaufen.

Klaus Kreutzer will derweil am Sonntag, 13. November, den Zug in Lennep starten, der seit 1950 alle Jahre wieder durch die Röntgenstadt führt. Treffpunkt ist um 17 Uhr die katholische Kirche. „St. Martin wird den Zug nun zu Fuß anführen“, kündigt der Vereinsvorsitzende an, der aber an einer anderen Tradition festhalten will.

Wie üblich gibt es für die Lenneper Kinder ein Geschenk: Sie dürfen einen Weckmann in Empfang nehmen, den der Verkehrs- und Förderverein finanziert. „Uns ist das sehr wichtig, obwohl wir seit über zwei Jahren keine Einnahmen erzielt haben“, blickt Klaus Kreutzer darauf zurück, dass durch die Corona-Pandemie das Oktoberfest am Lenneper Bahnhof und andere Veranstaltungen immer wieder abgesagt werden mussten, was die Finanzlage belaste.

Rund um Martinszüge

Interessierte finden das Antragsformular für den Martinsumzug hier. Dazu einfach den Begriff „Martinsumzüge“ in der Suchfunktion der Homepage eingeben. Danach werden weiterführende Links zum Formular und zu einem Merkblatt angezeigt, das aufklärt, was bei den Veranstaltungen zu beachten ist. Wichtig: Je nach Ausgestaltung sind weitere Genehmigungen einzuholen – etwa, was Alkoholausschank oder das Entfachen eines Martinsfeuers betrifft.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Der lange Weg zurück zum Führerschein
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Miss Germany 2023: Diese Kandidatin aus Hückeswagen ist im Halbfinale
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
Auf der Asche entstehen Doppelhäuser
RS-Virus: So ist die Situation in der Kinderklinik in Remscheid
RS-Virus: So ist die Situation in der Kinderklinik in Remscheid
RS-Virus: So ist die Situation in der Kinderklinik in Remscheid

Kommentare