Historisches Foto

Eine Tür ist weg, das Haus aber noch da

Dieses stattliche Haus steht heute noch an gleicher Stelle, hat aber, so viel sei als kleiner Tipp verraten, inzwischen nur noch eine Haustür, dafür aber ein Fenster mehr. Erkennen Sie, um welches Haus es sich handelt? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, bis zum 11. August an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de
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Dieses stattliche Haus steht heute noch an gleicher Stelle.

Das Rätselfoto der Vorwoche erinnerte an einen der großen Lenneper Stadtbrände und „leckere“ Einkaufstouren.

Von Sven Schlickowey

Unser aktuelles Rätselfoto: Dieses stattliche Haus steht heute noch an gleicher Stelle, hat aber, so viel sei als kleiner Tipp verraten, inzwischen nur noch eine Haustür, dafür aber ein Fenster mehr. Erkennen Sie, um welches Haus es sich handelt? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne auch verbunden mit persönlichen Anekdoten, bis zum 11. August an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, oder per E-Mail an: redaktion@rga.de

Leicht verkehrte Welt beim RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche: Statt wie sonst zumeist ein paar Dutzend nahm diesmal gerade einmal eine Handvoll Leser teil. Und wo sonst, was angesichts des Themas kaum verwundert, die Teilnehmer eher älteren Semesters sind, gibt es diesmal einen besonders jungen. Und der schreibt uns auch noch aus Ostwestfalen.

1974, also vor fast 50 Jahren, entstand dieses Bild in Lennep. Damals schon ein Hingucker.

Anton Frank, 11 Jahre alt und aus Minden, berichtet, dass sein Opa ihm das Rätselbild gezeigt habe. Zusammen fanden sie heraus: „Das Haus steht an der Ecke Kraspütt/Jägergasse in Lennep.“ Und natürlich wussten Opa und Papa noch ein paar Anekdoten dazu zu berichten: „Mein Vater musste als Kind den dicken Stein auf der Ecke einmal saubermachen, weil er Kindercola darauf geschüttet hatte, die er sich bei der Bäckerei Seufzer in der Nähe gekauft hatte.“

Trotz dieses Vorfalls scheinen Papas Erinnerungen an die Ecke sonst eher positiv zu sein: „Mein Vater hat mir erzählt, dass er beim Einkaufen mit meiner Oma jedes mal an diesem Haus vorbeigekommen ist. Bei Seufzer gab es ein Bonbon, in der Käserei ein bisschen Käse, im Lottogeschäft um die Ecke wieder ein Bonbon und in der Metzgerei Steinhaus nebenan eine Scheibe Wurst.“

Ganz viele weitere historische Fotos für Rätselfreunde

Auch Gabriele Lohmann und Dieter Prill erkannten das markante Fachwerkhaus im Kraspütt. Ebenso wie Heinz-Jürgen Schmitz, der mit dem Haus eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte der ehemaligen Kreisstadt verbindet: „Man vermutet, dass von diesem alten Gemäuer, das damals einer Familie Windgassen gehörte, im Jahre 1746 der Großbrand entstanden ist.“

Die Kinder der Familie seien alleine zu Hause geblieben und hätten wohl die Ofentüre offen stehen lassen, dadurch sei Glut auf eine Spieldecke gefallen. „Die Flammen griffen dann auf die gesamte Stadt über.“

Verändert hat es sich bis heute kaum, die typische grünen Schlagläden werten es sogar optisch noch einmal auf.

Ganz ähnlich schildert Helmut Schucht die Ereignisse an diesem verhängnisvollen 6. Oktober vor über 270 Jahren: Vater Windgassen, der mit seiner Frau eine Hochzeit besuchte, habe die Kinder in letzter Sekunde durch ein Fenster gerettet. „Von allen Seiten - aus Lüttringhausen, Radevormwald, Wermelskirchen, Hückeswagen und Remscheid - kamen sie und waren zur Stelle, um zu helfen.“

Nicht nur die Windgassen-Kinder überlebten, beim dritten großen Lenneper Stadtbrand (nach 1325 und 1563) wurde auch sonst kein Bewohner getötet, wie durch ein Wunder, wie es in vielen Quellen heißt.

Trotzdem waren die Folgen verheerend: 430 Wohnhäuser, inklusive Rathaus, Kirche und Schulen lagen am Ende in Schutt und Asche.

Und das, wo der Name Kraspütt doch für eine Wasserquelle steht, wie das Historischen Zentrum der Stadt Remscheid zu berichten weiß: Die Bezeichnung leitet sich ab von „Pütt“, was so viel wie Teich oder Brunnen bedeutet. „Kras“ entstand aus „Gras“, was wiederum vom lateinischen „gradus“ abgeleitet wird und „geschützt“ heißt. Kraspütt steht also für „geschützter Brunnen“.

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