Meine erste Platte

Bei zu hartem Metal steigt sie aus

In ihrer Galerie „Quermalerei“ präsentiert Nadine Sommerauer ihre ersten LPs: Whams „The Final“ und die düstere Musik von The Cure.
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In ihrer Galerie „Quermalerei“ präsentiert Nadine Sommerauer ihre ersten LPs: Whams „The Final“ und die düstere Musik von The Cure.

Nadine Sommerauer wurde durch ihren Großcousin Markus musikalisch geprägt

Von Peter Klohs

Remscheid. „Ich bin eine typische Mainstream-Hörerin“, sagt Nadine Sommerauer. „Wenn ich heute Musik höre, vorzugsweise während der Arbeit, dann zumeist Radio. Oder auch Youtube. Einen Plattenspieler habe ich leider nicht mehr, und CDs höre ich gar nicht.“

Ihre musikalische Sozialisierung fand jedoch in der Mitte der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts mit Vinyl statt. Die 1977 in Dorsten geborene selbstständige Künstlerin und Inhaberin der Galerie „Quermalerei“ am Gänsemarkt in der Lenneper Altstadt, wuchs in einer großen Familie auf, mit den Großeltern im gleichen Haus - und mit Großcousins, von denen dann einer („Markus“) ihren Musikgeschmack beeinflussen sollte.

„Wir haben damals viel gefeiert“, erinnert sie sich. „Ich war die Jüngste und durfte gemeinsam mit den Cousins Horrorfilme gucken, Poltergeist und so. Und irgendwie hat mich Großcousin Markus, der zehn Jahre älter ist als ich, mit seiner Musik angesprochen: Er hörte George Michael oder sein Duo ‚Wham’. Aber auch ‚The Cure’ fand Gnade vor senen Ohren.“ Sie zeigt die LPs: „The Final“ von Wham, eine Doppel-LP, die die größten Hits des Duos einschließlich der großen Erfolge, die George Michael solo feiern durfte (A different corner) versammelt. Dazu „Staring at the sea“, eine Sammlung der Singles, die die Gothic-Rockgruppe The Cure veröffentlicht hat.

„Aber Whams ‚The Final’ war meine erste Platte. Wir wohnten damals am Rande von Dorsten und mussten sieben Kilometer bis zur Stadtmitte fahren. Dort habe ich die Platte in einem großen Laden gekauft. Ich weiß gar nicht mehr, von welchem Geld, denn Taschengeld habe ich als Kind nie bekommen.“

Diese Musik ist heute ein Art Lebensgefühl für sie

Nun ist es ein Stück musikalischen Weges zwischen dem Mainstream-Pop von Wham und den düsteren Klängen von The Cure. „Das stimmt“, gibt sie zu. „Ich kann dazu nur sagen, dass der Einfluss von Großcousin Markus groß gewesen sein muss. Heute ist diese Musik eine Art Lebensgefühl für mich.“ Sie erinnert sich noch an andere Einflüsse innerhalb der Familie. „Mein Bruder hörte die Ärzte, und eine Großcousine Rick Astley. Die Platten von denen habe ich nicht gekauft, weil mich diese Musik anscheinend nicht so beeindruckt hat wie Wham.“

Und dann sollte George Michael im Gelsenkirchener Parkstadion auftreten. „Ich hatte Karten dafür“, weiß Nadine zu berichten. „Aber das Konzert ist kurz vorher abgesagt worden.“ Dafür war sie bei Rock am Ring und sah dort Bryan Adams, die Toten Hosen, Fury in the slaughterhouse. Also auch hier eher weniger die experimentelle Art des Hörens, mit der man sich immer wieder neuer Musik öffnet. Nadine Sommerauer bleibt im Mainstream, auch bei ihren recht wenigen Konzertbesuchen. „Ja, es waren nicht sehr viele“, erzählt sie. „Das kostete auch immer sehr viel Geld.“

Einige Stile in der populären Musik kann sie aber dennoch nicht ertragen. „Schlager ist schwierig“, findet sie. „Bei zu hartem Metal bin ich raus.“ Entgegen ihrer sonstigen Hörgewohnheiten mag sie Jazz. „Ich hatte ein Café in Wuppertal“, berichtet die Künstlerin. „Und wir haben es immer hinbekommen, dort viele Musiker und Bands spielen zu lassen. Und dabei waren viele Jazz-Musiker, die eigentlich Studierende an der Bergischen Uni waren. Und die waren alle richtig gut. Man muss sich halt auf die Musik einlassen, dann geht das schon.“

Noch einmal schauen wir auf die LPs. „Die Platten hat meine Mutter aufbewahrt“, erinnert sie sich. „Ich habe sie dort wiedergefunden und mitgenommen.“ Aber jetzt noch mal Vinyl kaufen? „Ach nein“, sagt sie. „Musik ist in meinem künstlerischen Leben nicht das Wichtigste.“

Beeindruckt

Als Nadine Sommerauer ein Café in Wuppertal besaß, hörte sie dort einen Singer / Songwriter, der sie nachdrücklich beeindruckt hat. Aber der Name des Musikers fällt ihr zunächst nicht ein. „Aber er war gut, und viel mehr Menschen sollten ihm zuhören.“ Zwei Tage später bekomme ich eine Nachricht von Nadine: Der Musiker heißt Nicolai Burchartz, ein Mann, der die ersten zwanzig Jahre seines Lebens als Mädchen und junge Frau verbrachte und in seinen Texten über seine Erfahrungen aus zwei verschiedenen Blickrichtungen berichtet.

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