Mit dem RGA wandern

Bei der Wanderung die Aussicht in Richtung Schlossberg genießen

Vor der Gedenkstätte des Bergischen Feldartillerie-Regiments Nr. 59 stehen zwei Kanonen – das Panorama ist beeindruckend.
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Vor der Gedenkstätte des Bergischen Feldartillerie-Regiments Nr. 59 stehen zwei Kanonen – das Panorama ist beeindruckend.

Der RGA stellt Wanderrouten vor – Heute geht es von Oberburg zur Sengbachtalsperre und nach Wermelskirchen

Von Andreas Erdmann

Solingen/ Wermelskirchen. Eine erlebnisreiche Rundwanderung mit wechselnden Naturlandschaften und grandiosen Ausblicken bietet die Strecke von Oberburg über Höhrath zur Sengbachtalsperre. Anschließend geht’s durch das obere Sengbachtal und die Wermelskirchener Ortschaften Ober- und Unterwinkelhausen.

Wir starten vom Wanderparkplatz an der Talsperrenstraße in Oberburg und folgen der Straße in Richtung Höhrath. Vor dem alten Sportplatz biegen wir rechts in den Klingenpfad ein. Dieser führt an einer weitläufigen Weide vorbei, und wir erhalten erste Ausblicke in die Landschaft.

Von der zweiten Wegkreuzung aus lohnt ein Abstecher nach rechts zum Höhrather Ehrenmal der Weltkriegsopfer. Es wurde 1929 angelegt und nach dem Zweiten Weltkrieg erweitert.

Unterhalb des Denkmals, das an 56 Burger Kriegsopfer erinnert, befindet sich als wuchtiges turmähnliches Monument die Gedenkstätte des Bergischen Feldartillerie-Regiments Nr. 59. Davor stehen zwei Kanonen.

Beeindruckend ist das Panorama mit dem Ausblick zum gegenüberliegenden Schlossberg mit Oberburg und Schloss Burg. In westlicher Richtung blickt man über die Wupperberge bis hin nach Witzhelden. Wir gehen den Weg oder den Parallelweg zurück, kommen wieder zum Klingenpfad und folgen diesem geradeaus bis zur Talsperrenstraße.

In Oberwinkelhausen kommen wir an einem schönen Fachwerkhaus vorbei.

Rechts geht es durch den kleinen Ort Angerscheid. Vor langer Zeit hieß dieser „Predigtstuhl“ – dort könnte sich ursprünglich eine Pfarrei oder ein Pfarrsitz befunden haben.

Weiter geradeaus geht es nach Höhrath. Höhrath mit Angerscheid gehörten bis 1975 zu Wermelskirchen, danach zu Solingen. Der Ort wird erstmals im Zusammenhang mit der Erbauung von Schloss Burg 1118 bis 1133 erwähnt, das damals „Burg Berge“ hieß. 1217 bestätigte Graf Adolf III von Berg den Ursprungshof „Hurterodhe“ als Schenkung seines Vaters an die Johanniter. Anlass war dessen Aufbruch zum Kreuzzug ins Heilige Land. Der Hof war ein Freigut. Wo er lag, ist ungeklärt.

Aus dem Jahr 1586 sind sechs steuerpflichtige Personen gelistet, die „in guter Nahrung standen“ – die Höhrather waren also recht wohlhabend. 1690 betrieben mehrere Weber im Ort gemeinsam eine Walkmühle. Heute leben etwa 150 Menschen dort, und es finden sich noch eine Reihe sehenswerter alter Fachwerk- und Schieferhäuser.

Mit dem RGA wandern: Mächtige Buchen stehen im Talsperrenwald

Nach der Buskehre gehen wir kurz geradeaus und biegen dann rechts in die Straße Höhrath ein, die durch die Siedlung zum Höhrather Weg führt. Diesem folgen wir geradeaus in den Wald. Hier stehen alte mächtige Buchen. Rechterhand ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke zum Burgberg, auf Schloss Burg und ins Burger Tal. Links zweigt nach einiger Zeit der Haarmannweg ab, der am Ufer der Sengbachtalsperre entlangführt. Wir kommen später hierhin zurück, um ihm folgen.

Ab 1900 wurde die Sengbachtalsperre errichtet – hier die Vorsperre. Mit dem Bau sollte Solingen eine unabhängige Wasserversorgung erhalten.

Zuvor bietet sich ein Abstecher zur Staumauer der Talsperre an. Dabei gehen wir noch ein Stück weiter geradeaus und folgen dann dem nächsten Weg links und bergab bis zur gewaltigen Sperrmauer. Der Bau der Sengbachtalsperre wurde 1898 vom Solinger Stadtrat beschlossen, worauf man ihn von 1900 bis 1903 umsetzte.

Die Anlage ermöglichte Solingen eine eigene, von anderen Städten unabhängige Wasserversorgung. Die Mauer des Hauptbeckens hat eine Höhe von 43 Metern und eine Länge von 178 Metern. Unten ist sie 36,6 und oben fünf Meter breit. Bei einem Vollstau kann die Talsperre 2,8 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten. Im Jahrhundertsommer 1959 führte sie kaum Wasser, so dass man in ihrer Senke die Brücke und den alten Weg nach Witzhelden erkannte.

Mit dem RGA wandern: Im Sengbachtal lassen sich manchmal Rehe beobachten

Nun geht es zurück, und wir folgen dem Haarmannweg am Seeufer entlang, genießen dabei immer wieder neue Ausblicke auf das große Gewässer. Wir überqueren den Höhrather Bach, auf dem Thomasweg dann den Neuefelder Bach und halten uns stetig rechts. Nach einiger Zeit taucht aus dem Stausee die Vorsperre auf.

Zum Ende der Talsperre biegen wir an der Wegkreuzung rechts in den Von-Sachs-Weg ein und folgen dem Sengbach. Nach einer Kurve geht es abermals nach rechts und dann gleich links – entweder am diesseitigen oder am gegenüber liegenden Ufer des Sengbachs entlang – aufwärts durchs obere Sengbachtal. Der Bach war früher sehr fischreich.

Höhrath wurde erstmals in Zusammenhang mit der Erbauung Schloss Burgs ab 1118 erwähnt.

Zu Anfang des 16. Jahrhundert, als er noch den „Edelsitz“ Höhrath vom Amt Bornefeld begrenzte, war er bekannt als „güldener Forellenbach“. Am Weg und in den umgebenden Wäldern kann man hin und wieder Rehe beobachten. Nach etwa einem Kilometer, unterhalb der Ortschaft Oberwinkelhausen, wird das Bachgelände etwas sumpfig. Ein Weg führt links bergan in den malerisch gelegenen kleinen Wermelskirchener Ort hinein. Oben biegen wir nach links, halten uns dann geradeaus und kommen vorbei an einem schönen Fachwerkhaus.

Winkelhausen, zu dem auch Unterwinkelhausen gehört, wurde als einzelner Wohnplatz erstmals 1265 genannt. Eine weitere Nennung findet sich 1402, als Graf Wilhelm von Berg und sein Sohn sich versöhnten, wobei der Vater das Schloss zur Burg und den „hoff zu Wynckelhuysen mit syme zugehoere“ erhielt. 1795 beklagt der Pächter Johann Schöpfer die Einquartierungen bergischer Truppen und die schweren Frachtdienste für die französische Armee.

Über das Obere Sengbachtal führt unser Weg nach Wermelskirchen.

Oberwinkelhausen hat heute etwa 240 Einwohner. 1836 taucht der Name im Düsseldorfer Ortsnamenverzeichnis auf. Hinter der Siedlung geht es hinunter in Richtung Unterwinkelhausen. Wir durchqueren die alte Hofschaft, die früher Niederwinkelhausen genannt wurde. Geradeaus und bergan gelangen wir zur Talsperrenstraße und rechtsrum zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Höhrath und Sengbachtalsperre

Dauer: circa 2 Stunden und 40 Minuten
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk

Zum Einkehren: Restaurant Kartoffel-Kiste, Höhrath 150, 42659 Solingen, Tel. (0 21 96) 12 37, Öffnungszeiten: montags bis donnerstags auf Anfrage, freitags 16 bis 22 Uhr, samstags und sonntags 12 bis 22 Uhr.

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX-Track Sengbach

Tipp: Die ersten 40 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ gibt es als PDF-Download. Sowohl die ersten 20 als auch die weiteren 20 Teile sind für je 7,90 Euro erhältlich im Internet unter www.bergisch-bestes.de

Alle Folgen der Serie „Mit dem RGA wandern“ gibt es hier.

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