Winter

Das ist bei der Vogelfütterung zu beachten

Futtersilos und Meisenknödel ohne Netz – so kommen die Vögel gut durch den Winter. Wirklich brauchen sie die Fürsorge nicht. Foto: Tim Oelbermann
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Futtersilos und Meisenknödel ohne Netz – so kommen die Vögel gut durch den Winter. Wirklich brauchen sie die Fürsorge nicht.

Moritz Schulze vom Remscheider Naturschutzbund gibt Tipps zum Thema Vogelfütterung im Winter.

Von Dela Kirchner

Remscheid. Pünktlich zu den Recherchen zu diesem Artikel war er zumindest kurz zu Gast – der Winter. Inklusive Schnee. Beim Blick aus dem Fenster werden sich viele Remscheiderinnen und Remscheider fragen, ob die Vogelwelt vor unseren Haustüren Hilfe benötigt – und ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, damit zu beginnen.

„Prinzipiell kann man sagen, dass eine Fütterung von Vögeln durch Privatpersonen im eigenen Garten bei Temperaturen unter 5 Grad und/oder einer geschlossenen Schneedecke gerechtfertigt werden kann“, sagt Moritz Schulze, Vorstandsmitglied des Nabu in Remscheid. „Das Füttern nur bei Niedrigtemperaturen hat außerdem den Vorteil, dass die Gefahr der Entwicklung von Keimen und Krankheitserregern an den Futterstellen relativ gering bleibt.“

Gefährlich sind klassische Vogelhäuser

Eine große gesundheitliche Gefahrenquelle für die Vögel, denen man eigentlich Gutes tun möchte, sind vor allem die klassischen Vogelhäuser, in denen nicht verhindert werden kann, dass die Ausscheidungen der Tiere auch im Futter landen. Tipp vom Experten: Futterspender und Futtersilos benutzen, in denen das Futter nachrieselt und besser geschützt ist.

Wenn es denn ein richtiges Futterhaus sein soll, gilt es Folgendes zu beachten: „Auf keinen Fall mit den Futtermengen übertreiben und lieber mehrmals täglich nachfüllen“, rät Schulze. „Futterstellen ziehen sehr häufig auch Mäuse und Ratten an. Außerdem ist es unerlässlich, das Futterhaus täglich von Resten und Exkrementen zu reinigen.“ Und wer vielen verschiedenen Vogelarten helfen möchte, sollte beachten, dass die unterschiedlichen Arten auch spezielle Anforderungen an ihr Futter haben: In den Gärten tummeln sich nicht nur Körnerfresser, sondern auch Vögel, die Weichfutter wie Haferflocken und getrockneten Beeren bevorzugen – zum Beispiel Rotkehlchen oder Drosseln, die am liebsten am Boden fressen.

Von den klassischen Meisenknödeln hält Schulze nichts. „Dabei geht es nicht um das Futtermittel an sich, sondern um das Netz aus Kunststoff, von dem die Knödel umgeben werden. Diese bergen nicht nur eine Verletzungsgefahr, sondern verrotten nicht und belasten die Umwelt in hohem Maße.“ Und es gibt Alternativen: Meisenknödel ohne Netze, die in Vorrichtungen eingehängt oder in Drahtkästen eingefüllt werden können. Handwerklich Begabte können solche Behältnisse auch problemlos selbst bauen. Noch optimaler ist natürlich selbst gemachtes Vogelfutter, das in leere Töpfe oder Kokosnussschalen eingefüllt und aufgehangen werden kann. Und: „Meisenknödel mit Plastiknetzen gehören nicht in den Wald oder in die freie Natur, auch, wenn die Fütterung dort gut gemeint ist“, sagt Schulze. „Außerdem sollte man beim Einrichten einer Futterstelle im Garten damit rechnen, dass auch andere Vogelarten vorbeischauen: Beutegreifer wie der Sperber lernen schnell, wo sie leicht Singvögel erbeuten können, um satt zu werden.“

Ebenfalls wichtig: Die Futterstellen müssen regelmäßig beobachtet werden, ob sich dort kranke Vögel aufhalten. Dann macht es Sinn, die Fütterung umgehend einzustellen und gründliche Hygienemaßnahmen durchzuführen.

In einem Punkt muss Moritz Schulze die Vogelliebhaber enttäuschen: Wirklich angewiesen auf unser Futter sind die Tiere in den verhältnismäßig milden Wintern der letzten Jahre nicht.

Für alle die, die über eine Futterstelle im Garten verfügen oder regen gefiederten Besuch auf dem Grundstück haben, bietet sich die Teilnahme an der „Stunde der Wintervögel“ des Naturschutzbundes. Die Zählaktion läuft noch bis zum morgigen Sonntag.

Nabu-Zählaktion

Mehr zur „Stunde der Wintervögel“ und das Online-Eingabeformular gibt es unter www.nabu.de. Neben der Zahl der beobachteten Vögel der verschiedenen Arten werden hier auch Rahmenbedingungen des Zählortes erfasst. Vogelfreunde sind dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu zählen und anschließend zu dokumentieren.

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