Gericht

Beherztes Ehepaar trennt zwei brutale Schläger von ihrem Opfer

Gericht verurteilt Angeklagten zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.
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Gericht verurteilt Angeklagten zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Gericht verurteilt Angeklagten zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Auch, wenn der Angeklagte im Amtsgericht Remscheid keine Voreintragungen mitbrachte, war die erste Strafe seines Lebens mit zehn Monaten Haft auf Bewährung nicht ohne. Grund war eine „wirklich brutale Körperverletzung“, wie es die Richterin beschrieb. Vorgefallen am 3. August 2018 auf dem Lidl-Parkplatz in der Schüttendelle.

Damals begab sich der Angeklagte mit einem gesondert Verfolgten, den er nach eigenen Angaben erst kurz zuvor in einer Bar kennengelernt hatte, zum Discounter Lidl an der Schüttendelle in Remscheid. Laut Vorwurf griff das Duo einen Mann von hinten an. Der gesondert Verfolgte soll mit einer Art Baseballschläger auf das Opfer eingedroschen haben.

Nachdem der heute 45-Jährige zu Boden gestürzt war, soll der gesondert Verfolgte nicht von ihm abgelassen haben, während der Angeklagte auf den Kopf des Mannes eingetreten haben soll, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Im Gericht gab der Angeklagte an, das Opfer lediglich geschubst und ihm Ohrfeigen verpasst zu haben, als der Geschädigte noch gestanden habe. Er habe sich aber nur gewehrt, weil der Mann – und nicht die beiden – den Schläger mitgebracht hätte und auf sie losgegangen sei. In dem Moment, als das Opfer am Boden gelegen hatte, sei er abgehauen, so der 33-Jährige in der Gerichtsverhandlung vor dem Remscheider Amtsgericht.

Gericht bewertet Faustschlag als bewiesen

Zwei glaubhafte Zeugen widerlegten die Aussage des Wuppertalers allerdings. Das Remscheider Ehepaar war am Tattag kurz vor Ladenschluss einkaufen und befand sich im Kassenbereich, als sie auf einen Tumult auf dem Parkplatz aufmerksam wurden. Der Mann lief sofort nach draußen und zog den Angeklagten vom Geschädigten weg. Die Frau griff ebenfalls beherzt ein und hielt den gesondert Verfolgten davon ab, weiter auf das Opfer einzuschlagen. Beide Zeugen konnten den Angeklagten allerdings nicht als Täter erkennen.

Aufgrund des Teilgeständnisses des 33-Jährigen stand für das Gericht aber fest, dass es sich um den Wuppertaler handelte. Der Ehemann sprach in seiner Zeugenaussage von mindestens einem Faustschlag des Angeklagten gegen den Kopf des Opfers. Tritte sah die Richterin am Ende nicht als bewiesen an. Eine gefährliche Körperverletzung war aufgrund des gemeinschaftlichen Vorgehens dennoch verwirklicht.

Als Bewährungsauflage muss der Harzt-IV-Empfänger 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten, verfügte das Amtsgericht.

Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, tätliche Beleidigung, Bedrohung – die Liste der Vorwürfe gegen einen Angeklagten im Amtsgericht Remscheid war lang.

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