Begeistertes Publikum bedankt sich mit stehenden Ovationen

Georg Münzel in der Rolle des Dirigenten holte nicht nur den Chor auf die Bühne, sondern ließ auch das Publikum mitsingen. Foto: G2 Baraniak
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Georg Münzel in der Rolle des Dirigenten holte nicht nur den Chor auf die Bühne, sondern ließ auch das Publikum mitsingen.

Das Altonaer Theater zeigte das Schauspiel „Wie im Himmel“ – Die Zuschauer erlebten eine wunderbare Inszenierung

Von Sabine Naber

Alt-Remscheid Was eine Theatervorstellung so alles vermag, das konnte man am Mittwochabend im Teo Otto Theater erleben. Denn nach dem mehr als zwei Stunden dauernden Stück „Wie im Himmel“ dirigierte der gefeierte Dirigent Daniel Daréus (Georg Münzel) als Zugabe nicht nur seinen Chor auf der Bühne, sondern auch die Gäste im Saal. Sie alle sangen nämlich bei „Halleluja“ mit und traten nach begeistertem Beifall und Standing Ovations sicherlich beschwingt den Heimweg an.

Das Altonaer Theater war mit dem Schauspiel mit Musik von Kai Pollak zu Gast. Und die großartige Schauspielerriege sorgte mit ihrem intensiven Spiel und den tollen Musikeinlagen für einen mitreißenden Theaterabend. Das erste Bild zeigt einen blauen Himmel und weiße Wolken – davor steht der Dirigent und dirigiert ein imaginäres Orchester. Als das Publikum ihm zujubelt, fällt er vor Erschöpfung um und kehrt anschließend in das Dorf zurück, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Er will hier nur noch seine Ruhe haben. „Ich trete nicht mehr auf“, macht er nicht nur dem Pfarrer gleich zu Beginn klar.

Obwohl er sein Leben lang davon geträumt hat, Musik zu machen, die verwundete Seelen wieder heilen kann. Man drängt ihn, die Leitung des kleinen Kirchenchores als Kantor zu übernehmen, was er zunächst nur widerstrebend auch tut. Die Chormitglieder lassen sich vom neuen Schwung des prominenten Musikers schnell begeistern, aber seine unkonventionellen Unterrichtsmethoden, durch die sich auch die Sängerinnen und Sänger in ihrer Haltung verändern, kommen nicht bei allen gut an.

Große Themen werden angesprochen. Beispielsweise wissen im Dorf alle, dass eine Sängerin von ihrem Mann verprügelt wird, wenn er getrunken hat, aber keiner sagt etwas. Da entsteht Neid auf vermeintlich größere Erfolge, Vorurteile aus der Schulzeit halten sich beharrlich, Liebe, Eifersucht, Zank und Streit fehlen nicht und Selbsterfahrungsprozesse bringen seelische Erschütterungen ans Licht. Auch beim Dirigenten. „Musik ist entweder ein Ausdruck von Liebe oder ein Flehen um Liebe“, ist er überzeugt.

Es ist eine wunderbar einfühlsame Inszenierung, die all dieses Gefühlschaos widerspiegelt und die vermeintlich heile Welt der spießigen Dorfbewohner ins Wanken bringt. Durch die große Spielfreude des Ensembles, ihr authentisches Spiel, kommt sie dem Zuschauer so nahe, dass man zwischendurch einen Kloß im Hals verspürt. Aber dann sind immer wieder Chorproben fürs erste große Konzert zu hören. Herrliche Musik, beeindruckende Stimmen und musikalische Arrangements, die alles wieder leichter erscheinen lässt.

„Ganz toll. Und für uns noch einmal etwas Besonderes, denn einige der Lieder, beispielsweise „Halleluja“ oder „Gabriellas Song“, den wir genau wie der Chor heute Abend auf Schwedisch singen, gehören auch zum Repertoire unseres Chors“, zeigt sich Kathrin Werth, Vorsitzende des Remscheider Frauenchores, begeistert.

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