Forschungsprojekt

Befragung über Leben in Remscheid: 550 Jugendliche machten mit

Der erste Teil der Jugendbefragung ist abgeschlossen. Das wurde gestern am Teo Otto Theater gefeiert.
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Der erste Teil der Jugendbefragung ist abgeschlossen. Das wurde am Freitag am Teo Otto Theater gefeiert.
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Erster Teil des Forschungsprojekts rund um das Leben in Remscheid ist beendet

Von Frank Michalczak

Remscheid. Mit einem Fest am Teo Otto Theater endete am Freitag die Befragung von Mädchen und Jungen, die im Internet ihrer Heimatstadt Remscheid ein Zeugnis ausstellen konnten. Angesprochen waren Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Sie hatten die Chance, Freizeitangebote zu benennen, die bei ihnen gut ankommen, und zu erklären, was sie vermissen. Rund 550 Fragebögen werden nun vom Expertenteam des Instituts für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung ausgewertet.

Die Federführung obliegt Prof. Ulrich Deinet, der sich mit der Resonanz auf die Umfrage zufrieden zeigt. „Immerhin jeder Zehnte hat mitgemacht. Das werten wir als Erfolg“, erklärte er an diesem Freitag am Teo Otto Theater, wo die Zielgruppe bei Eis, kühlen Getränken und einer Verlosung für die Teilnahme belohnt wurde.

Die Forschungsarbeit ist aber längst noch nicht zu Ende. Nun folgen Interviews, bei denen das Team in die Tiefe der Lebenswirklichkeit und des Alltags junger Remscheider gehen will. Gespräche führten die Wissenschaftler aus Haan bereits an verschiedenen Treffpunkten der Jugendlichen, zum Beispiel in der Kraftstation oder in der Gelben Villa. Das Ganze soll in einem Bericht münden, aus dem Politiker und Verwaltungsmitarbeiter Maßnahmen ableiten können. „Bis Ende des Jahres sollten wir das schaffen“, berichtete Prof. Deinet.

Egbert Willecke, Fachdienstleiter Jugend bei der Stadt Remscheid, liegt es am Herzen, dass auf die Befragung Taten folgen. „Es lassen sich natürlich nicht alle Wünsche erfüllen. Aber wir müssen die Meinung der Jugendlichen ernst nehmen und daraus Handlungsoptionen ableiten.“

Dass die Jugendlichen daran offenbar großes Interesse haben, hat Kymon Ems festgestellt, der als Mitarbeiter des Instituts mit ihnen Kontakt knüpfte, zum Beispiel im Allee-Center: „Sie waren sehr aufgeschlossen und freuten sich darüber, dass sich jemand für ihre Belange interessiert,“ blickt er auf die Begegnungen zurück, die in Remscheid unter einem besonderen Slogan laufen: „Sag' uns, wie der Hase läuft - Jugendbefragung 2022“ stand auf dem Banner – beim Fest am Teo Otto Theater. Die Geschäftsführerin des Jugendrats Marie Münstermann habe ihn entwickelt. „Der Slogan und das Logo haben sehr dazu beigetragen, das Projekt in den Schulen bekannt zu machen“, lobte Michael Ketterer, der im Rathaus für die Jugendförderung zuständig ist.

Standpunkt: Zeitnah handeln

frank.michalczak@rga.de

Bevor die Ergebnisse der Jugendbefragung auch nur im Ansatz feststehen, zeichnet sich bereits ab, dass sie 2023 für jede Menge Gesprächsstoff in der Ortspolitik sorgen werden. Und dabei sind auch die Bezirksvertretungen gefragt, Schlussfolgerungen aus den Meinungen zu ziehen. Denn: Die Antworten, die der Nachwuchs gegeben hat, beziehen sich auf das direkte Wohnumfeld. Die Jugendlichen sollten angeben, wo sie leben und hatten drei Antwortmöglichkeiten: Remscheid, Lennep, Lüttringhausen. Deshalb dürften muntere Debatten zu erwarten sein, wo welcher Handlungsbedarf besteht, welche Prioritäten gesetzt werden müssen.

Es wäre höchst bedauerlich, wenn es einmal mehr endlose Diskussionen gäbe und erst diejenigen von Resultaten profitierten, die heute noch im Babyalter sind. Und möglicherweise haben diese Kinder in 15 Jahren schon wieder ganz andere Bedürfnisse als die Jugendlichen in der Gegenwart.

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