Meine erste Platte

Beethoven zieht sich durch sein Leben

In den Niederlanden entdeckte Lothar Vieler die Band Ekseption, die eine wunderbare Fassung von Beethovens Fünfter spielte. Über Bertelsmann wurde „The Sensational“ seine erste Platte.
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In den Niederlanden entdeckte Lothar Vieler die Band Ekseption, die eine wunderbare Fassung von Beethovens Fünfter spielte. Über Bertelsmann wurde „The Sensational“ seine erste Platte.

Der Lenneper Lothar Vieler ist vielen als Stadtführer Gustav om Hackenberge bekannt.

Von Peter Klohs

Remscheid. Lothar Vieler wuchs mit klassischer Musik auf. Sein Vater besaß in Lennep ein Schneideratelier, in dem ein Radio stand. Und der Vater liebte klassische Musik. „Beethoven“, sagt Vieler. „Der zieht sich durch mein musikalisches Leben.“

Sein Bruder, der dreieinhalb Jahre älter ist, bekam eines Tages ein Tonbandgerät geschenkt. „Aber der hatte keine große Lust, die Musik aus dem Radio aufzunehmen“, erinnert sich Lothar Vieler. „Das wurde dann mein Job.“ Und so hörte er BFN, den britischen Radiosender, und entdeckte die musikalische Welt jenseits der Klassik: The Tornados, die Shadows, Little Richard, Buddy Holly, alle Heroen des Rock ’n’ Roll. „Und die Beatles, die ‚Roll Over Beethoven‘ spielten, dieses Chuck-Berry-Stück, das auf der 5. Symphonie Beethovens basiert.“

Lothar Vieler lernte die Posaune und spielte im Lenneper Posaunenchor. „Aber nur ‚Lobet den Herren‘ war mir nicht genug“, berichtet er. „Ich wollte swingenden Jazz spielen: Count Basie, Fats Waller, Glenn Miller. Also schloss ich mich einer Swing Big Band in Wermelskirchen an.“

Bisher kreuzte also die klassische Musik Vielers Lebensbahn, dann der Rock ’n’ Roll, dann der Jazz. Und dann kam die große Initialzündung – dank Beethoven. „Ich war eineinhalb Jahre in den Niederlanden“, erzählt der Lenneper, „und hörte da eine holländische Band: Ekseption, die eine wunderbare Fassung von Beethovens Fünfter spielte. Ich war hin und weg. Das entzog sich jedweder Schublade: Das war Rock und Klassik und Jazz in einem.“ Und da die Familie Mitglied bei Bertelsmann war, erstand Vieler seine erste Platte dort: „The Sensational“, auf Philips-Records erschienen, als Club-Sonderpressung, wie es damals hieß.

Der Einfluss des Jazz, insbesondere der des Smooth-Jazz, sollte Lothar Vieler bis heute nicht mehr verlassen. Er hörte Klaus Doldinger, als dieser noch nicht weltberühmt war und in Remscheid spielte. Er schätzt die Brüder Wasserfuhr aus Hückeswagen über alle Maßen und mag auch die Musik von Till Brönner und des schwedischen Posaunisten Nils Landgren.

Sein Musikgeschmack erweiterte sich immer mehr. Er besuchte ein Konzert von Eric Clapton in der Westfalenhalle und war vom Riesengong, der in der Mitte der Bühne hing, völlig begeistert, auch in Dortmund sah er Bap und erinnert sich an Niedeckens damaligen Gitarristen, Klaus „Major“ Heuser.

Vieler schätzt alle Musiker, die mit ihrer Seele musizieren – das Genre ist ihm mehr oder weniger gleichgültig. Er schätzt Roland Kaiser ebenso wie Hannes Wader oder Reinhard Mey. Er mag Ekseption, Golden Earring und Dixieland-Jazz. Aber keinen Techno. „Das ist so furchtbar unmelodisch und keine große Anforderung an den Geist.“ Ganz anders als die Musik eines Remscheiders, den er als tollen Musiker und sehr angenehmen Menschen schätzt: „Vor Christoph Spengler habe ich sehr großen Respekt“, sagt er.

Vieler hört heutzutage gerne Spotify. „Ich bin ein Wohlfühl-Hörer“, findet er. „Smooth-Jazz macht, dass ich mich gut fühle.“

Zur Person

Lothar Vieler wurde 1949 in Remscheid geboren und wuchs in Lennep auf. Seit seiner Bundeswehrzeit, die er in den Niederlanden verbrachte, lebt er in seiner Geburtsstadt. Vieler war jahrzehntelang als selbsttätiger Vertreter im Kunsthandel tätig. Heute ist er vorzugsweise Familienmensch und Stadtführer in Lennep (Gustav om Hackenberge). In der Coronazeit entdeckte er den Reiz des Schreibens und hat zwei Bücher verfasst. Lothar Vieler ist in der glücklichen Lage, alle Musiker, die er im Konzert erleben wollte, live gesehen zu haben.

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