Gericht

Bayram Ö. wegen versuchten Totschlags angeklagt

Am 7. Juli 2021 wurde in der Geibelstraße auf zwei Menschen geschossen, das Bild zeigt die Sicherung des Tatorts durch die Polizei. Inzwischen wurde in dem Fall Anklage erhoben.
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Am 7. Juli 2021 wurde in der Geibelstraße auf zwei Menschen geschossen, das Bild zeigt die Sicherung des Tatorts durch die Polizei. Inzwischen wurde in dem Fall Anklage erhoben.

Nach Schüssen in der Geibelstraße im Juli 2021: Prozesstermin steht noch nicht fest.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Seine Flucht hielt Remscheid einige Monate in Atem: Gegen Bayram Ö., der im Juli 2021 in der Geibelstraße auf seine von ihm getrennt lebende Frau und den gemeinsamen Sohn geschossen haben soll, wurde inzwischen Anklage beim Landgericht Wuppertal erhoben. Ein Gerichtstermin steht aber noch nicht fest.

Vor Gericht wird sich Bayram Ö. wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen. Ihm wird vorgeworfen, die damals 47-jährige Frau und den damals 24-jährigen Sohn mit Schüssen aus einer kleinkalibrigen Waffe am Arm und an der Hüfte verletzt zu haben. Die notwendigen Merkmale für eine Mordanklage, dazu gehören unter anderem niedrige Beweggründe oder Heimtücke, seien nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungen nicht hinreichend nachgewiesen gewesen, sagt Staatsanwalt Patrick Penders.

Für Totschlag, vollendet oder versucht, sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vor. Hinzu käme die gefährliche Körperverletzung, die in der Regel einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahren vorsieht. Als „gefährlich“ stuft das Gesetz Körperverletzungen unter anderem dann ein, wenn eine Waffe verwendet wird oder ein hinterlistiger Überfall erfolgt.

Bayram Ö. akzeptierte westlichen Lebensstil seiner Ex-Partnerin nicht

Der zum Tatzeitpunkt 53-jährige Beschuldigte war nach Angaben aus Ermittlerkreisen mit dem westlichen Lebensstil seiner Ex-Partnerin nicht einverstanden. Schon vor der Tat soll er seinem Sohn gedroht haben. Nach den Schüssen war der Mann laut Zeugenaussagen mit dem Auto geflohen, erst zehn Monate später wurde er eher durch Zufall in Stuttgart gefasst: Er geriet als Fußgänger in eine Routinekontrolle der Polizei, die Beamten stellten fest, dass er per Haftbefehl gesucht wurde. Seine mutmaßlichen Opfer mussten sich derweil verstecken, sie wurden, zusammen mit anderen Familienangehörigen, von der Polizei an geheimen Orten untergebracht.

Bayram Ö. sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Wann sein Prozess startet, ist noch unklar, das Gericht hat ihn noch nicht terminiert. Fast sicher ist hingegen, dass Frau und Sohn im Gerichtssaal auf den mutmaßlichen Täter treffen werden. Beide sind in der Anklageschrift als Zeugen genannt.

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