Baptisten feiern ein Doppeljubiläum

Am 28. Januar wurde die Friedenskirche 120 Jahre alt, am 15. April jährte sich zum 70. Mal die Einweihung des Standortes an der Schützenstraße: Pastor André Carouge eröffnete den Festgottesdienst. Foto: Michael Schütz
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Am 28. Januar wurde die Friedenskirche 120 Jahre alt, am 15. April jährte sich zum 70. Mal die Einweihung des Standortes an der Schützenstraße: Pastor André Carouge eröffnete den Festgottesdienst.

Gottesdienst mit Predigt und Grußbotschaften

Von Peter Klohs

Alt-Remscheid Die Baptisten in Remscheid bestehen seit 120 Jahren. Die Friedenskirche der im Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) vereinten Baptisten stand bei der Gründung in der Salemstraße. Sie wurde jedoch zerstört. 1951 wurde der Neubau der Friedenskirche in der Schützenstraße eingeweiht. Angesichts dieses Doppeljubiläums fand am Sonntag zunächst ein Festgottesdienst statt. Das nachmittägliche Sommerfest rundete den Tag ab.

„Wir sind dankbar, dass wir diesen Raum haben“, begann Pastor André Carouge den Gottesdienst. „Gott ein Haus zu bauen - ist das ein Widerspruch?“ Diese Frage zog sich nicht nur durch die Predigt von Hartmut Priebe, Pfarrer im Ruhestand aus Leichlingen, sondern durch die fünf Grußbotschaften, die die Vertreter unterschiedlicher Konfessionen und der OB verlasen.

Hartmut Priebe gestand in seiner humorvollen und selbstkritisch gehaltenen Predigt, dass er Architekten kenne, die nie mehr mit Baptisten zusammenarbeiten wollen. „Wer in Remscheid im Bauwesen etwas zu sagen hat, ist klar. Bei Baptisten ist das so eine Sache.“ Im weiteren Verlauf der Predigt ging Priebe auf den Unterschied zwischen einer Kapelle und einem Tempel ein, lobte multifunktionale Kirchenräume, erinnerte daran, dass die Kirche keineswegs „privat“ ist und schloss mit der Erkenntnis, das Gott zwar unsichtbar sei, er gewiss aber nicht in Steinen wohne. „Diese Kirche steht seit sieben Jahrzehnten mitten im Ort“, erinnerte der ehemalige Pfarrer, „und hat Menschen nie aus den Augen verloren, auch nicht die, die anders glauben.“

Burkhard Mast-Weisz und die Vertreter der Religionen bezogen sich in ihren Grußwörtern auf die Ökumene, in der die Baptistengemeinde eine wichtige Rolle spielt. Der Oberbürgermeister sprach vom interreligiösen Dialog, den er gerne in der Friedenskirche besuche. „Ich fühle mich sehr wohl hier.“ Auch die Zusammenarbeit der Stadt mit den Baptisten sei immer gut gewesen. Mast-Weisz endete mit der Botschaft, dass die Verantwortung für die Zukunft der Menschen bei Allen liege.

Monsignore überreicht kunstvoll gestaltetes Lebensbaumkreuz

Pfarrer Siegfried Landau von der Stadtkirchengemeinde betonte: „Wir sind verschiedene Glieder am Leib des Herrn. Dieses hier“, und seine Geste umfasste die gesamte Friedenskirche, „ist nur ein Haus und steht trotzdem für so viel mehr.“ Stadtdechant Monsignore Thomas Kastor erwähnte seine evangelische Mutter, die dazu beigetragen habe, dass er Ökumene immer als sehr wichtig angesehen habe und diese in Remscheid besonders gut funktioniere. Als Geburtstagsgeschenk überreichte Kastor dem „Hausherren“ André Carouge ein kunstvoll gestaltetes Lebensbaumkreuz.

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