Betrugsmasche

Banken fragen Daten niemals per E-Mail ab

Lydia Schwertner und ihr Team sind für Remscheids Verbraucher im Einsatz. Auch zu Verträgen, Energie oder Krediten kann man sich dort beraten lassen.
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Lydia Schwertner und ihr Team sind für Remscheids Verbraucher im Einsatz. Auch zu Verträgen, Energie oder Krediten kann man sich dort beraten lassen.

Viele Betrugsversuche finden mittlerweile vor allem online statt. Verbraucherzentrale warnt vor falschen Verifikationsmails.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Betrugsversuche machen auch vor dem Briefkasten und vor dem E-Mail-Postfach nicht Halt. Gerade online versuchen Betrüger immer häufiger, Daten abzugreifen, um an Geld zu kommen. Lydia Schwertner, Leiterin der Beratungsstelle bei der Verbraucherzentrale Remscheid, weiß, wie die neusten Tricks funktionieren und wie man sie umgehen kann.

Wie funktionieren die Online-Betrugsversuche?

Oft erhält man eine E-Mail mit einem Anschreiben inklusive mehrerer Links und Anhänge. Darin wird dazu aufgefordert, die angehängte Rechnung oder die Links anzuklicken. Bei einer Masche werden Daten abgefragt, beispielsweise die Bankverbindung. Manchmal wird beim Klicken auf die Links oder Anhänge Schadsoftware heruntergeladen, die das Handy oder den Computer ausspäht. Passwörter, Bankverbindung und vieles mehr werden bei der Eingabe aufgezeichnet und abgespeichert. Mit Hilfe der erbeuteten Daten wird oft schnell und in mehreren Schritten Geld vom Konto abgebucht.

Gibt es noch etwas Neues?

Derzeit häufen sich Meldungen, dass die heimische Bank eine App empfiehlt, um das Online-Banking wieder freizuschalten. Dafür fragt die App Daten wie die Kontoverbindung ab. Alternativ späht die App alle Eingaben aus und speichert Passwörter ab. Darüber erhalten die Betrüger Zugang zum Online-Banking oder weiteren Accounts.

Wird immer Geld gefordert?

Nein. Mittlerweile tarnen die Betrüger ihre Tricks hinter der notwendigen „Verifikation“ von Konten. Das betrifft aktuell insbesondere Banken oder Soziale Medien wie Instagram. Besonders bei Mails von Anbietern, bei denen man vielleicht ein Konto hat, ist Vorsicht geboten. Banken fragen beispielsweise niemals per E-Mail Daten wie Passwörter oder TANs ab. Auch sollte man sicher sein, dass das Konto mit der Mailadresse, die angeschrieben wurde, verknüpft ist.

Wie sehen Phishing-Mails aus?

Die Nachrichten sind oft mit anonymer Anrede „Sehr geehrter Kunde“ formuliert. Es können aber auch persönliche Daten wie Name und Adresse enthalten sein. In den Anschreiben wird zudem oft sehr schnell Druck aufgebaut. Es sei die letzte Mahnung, bevor eine Vollstreckung oder andere Maßnahmen eingeleitet würden. Oder das Bankkonto werde sonst gesperrt, da Unregelmäßigkeiten vorlägen.

Woran erkennt man eine Phishing-Mail noch?

Die E-Mails enthalten oft viele Grammatik- und Rechtschreibfehler. Auch E-Mails in anderer Sprache oder schlechte Übersetzungen können ein Anzeichen dafür sein.

Wie sollte man darauf reagieren?

Diese E-Mails sollten ungelesen gelöscht werden. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich davor, auf Links oder Anhänge zu klicken oder auch direkten Kontakt über angegebene Nummern und E-Mail-Adressen aufzunehmen. Denn auch diese Daten könnten gefälscht sein. Lydia Schwertner rät, selbst die Internetadresse der Seite aufzurufen oder über eine Suchmaschine zu ermitteln und so Kontakt aufzunehmen. Aber Achtung: Auch hier gibt es einen neuen Trick. Betrüger kaufen immer häufiger die Anzeigenplätze, die bei einer Google-Suche ganz oben angezeigt werden. Lieber ein Stück weiter runter scrollen, um die richtige Seite zu finden.

Was tun, wenn eine Masche erfolgreich war?

Dann sollte die E-Mail nicht gelöscht werden. Die Polizei sollte umgehend verständigt werden. Die E-Mail dient der Beweissicherung. Zudem sollten alle Zugangsdaten sicherheitshalber geändert werden. Außerdem sollte man ein Antiviren-Programm laufenlassen oder den Rechner komplett ausschalten. Im Zweifel sollte sich ein Fachmann den Computer anschauen.

Was ist das Phishing-Radar?

Phishing-Mails können an die Verbraucherzentrale weitergeleitet werden (phishingradar@verbrauchertentrale.nrw). Bei einer Häufung von Vorgehensweisen gibt die Verbraucherzentrale Warnungen heraus.

Wer kann weiterhelfen?

Die Verbraucherzentrale Remscheid ist immer ein guter Anlaufpunkt für viele Themen. Erreichbar ist sie unter Tel. 82 47 91 oder per E-Mail: remscheid@verbraucherzentrale.nrw

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