Meisterkonzert

Band begeistert im Theater mit viel Retro-Charme

Die sechs Damen von Cherry on the Cake boten den Besuchern und Besucherinnen des Teo Otto Theater ein mehr als unterhaltsames Meisterkonzert. Foto: Veranstalter
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Die sechs Damen von Cherry on the Cake boten den Besuchern und Besucherinnen des Teo Otto Theater ein mehr als unterhaltsames Meisterkonzert.

Cherry on the cake gaben ein ausverkauftes Meisterkonzert.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. „Usseliges“ Wetter draußen? Den 100 Gästen des Meisterkonzerts konnte es egal sein. Denn im Teo Otto Theater besang die Band Cherry on the cake den Wonnemonat Mai – und perfekt zum Frühlingsschlager passten die Blumen im Haar und bunten Petticoats, in denen die sechs Damen auftraten.

Bei so viel Retro-Charme war es schon ein bisschen schade, dass das Publikum wegen Corona nicht mitsingen durfte. Als Alternative schlug Saxofonistin Greta Schaller – Theatergänger kennen sie bereits als Gastsolistin der Bergischen Symphoniker – „Mitsummen“ vor. Das Mitklatschen ergab sich eh spontan – einfach unwiderstehlich war der Groove, mit der Cherry on the cake Evergreens von den zwanziger bis sechziger Jahren auf Trab brachten.

Allererste Sahne war auch die Bühnenshow. Wer konnte höher, wer flüssiger spielen? Um diese Fragen zu klären, lieferten sich Schaller und Klarinettistin Milena Bergemann bei Dean Martins „Buona Sera Signorina“ ein regelrechtes Duell und überzeugten beide mit ihrem Können. Schostakowitschs „Walzer Nr. 2“ war für sie die Gelegenheit, einträchtig über die Bühne zu tänzeln. Und als Bergemann ihr Instrument in den Schalltrichter von Carola Beukenbuschs Tuba versenkte, sorgte das für erstaunliche Zusammenklänge.

Überhaupt tat Beukenbusch einiges, um den Ruf der oft unterschätzten Tuba aufzupolieren. Ihre Idee, sich Vittorio Montis „Czardas“ – sonst ein Paradestück für Geiger – anzunehmen, war mehr als nur ein Gag. Zu Recht bekam sie viel Applaus für die Leichtigkeit, mit der sie die Bögen und Schlenker der Melodie interpretierte.

Astor Piazzolla als Meister des „Tango nuevo“ gefeiert

Als die Musikerinnen in langer Abendgarderobe aus der Pause zurückkehrten, ging es ihnen nicht allein um den Schauwert. Im März wäre Astor Piazzolla, 100 Jahre alt geworden – höchste Zeit also, den Meister des „Tango nuevo“ gebührend zu feiern. Bei „Libertango“ kam Akkordeonspielerin Ruthilde Holzenkamp zum Zuge und bewies, wie gut fein ziselierte Soli zur „Quetschkommode“ passen. Überrascht bis amüsiert reagierten die Zuhörer auf die Aussage von Pianistin Julia Vaisberg, beim Amerikaner Gershwin handele es sich um einen „russischen Komponisten“. Immerhin stammen die Gershwins – so wie die Familie Vais Ob gemeinsame Wurzeln oder nicht – bei „I Got Rhythm“ glänzte Vaisberg mit kraftvoll swingendem Spiel.

Apropos Herkunft: Obwohl nur zugezogene Kölnerin, gab Schaller zu, eine „ganz große Karnevalistin“ zu sein. Für ihre Kolleginnen das Stichwort, sich schräge Hüte und Perücken aufzusetzen und „Mer losse der Dom en Kölle“ anzustimmen. Vom Rhein ging es nach New Orleans, was Schlagzeugerin Natalie Ühlin Raum für solistische Einwürfe gab.

Gut gelaunt nahm das Publikum auch die Zugabe auf: Elvis’ „Are You Lonesome Tonight?“ – innig gespielt und damit das richtige Gegenmittel gegen trübe Winterabende.

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