Gift im Boden

Sanierung von Galvano Fischer: Bagger graben verseuchte Erde aus

Seit Anfang 2019 liegt das Gelände brach. 2021 wurde die Stadt Remscheid Eigentümerin. Künftig sollen Wohnungen darauf entstehen. Jetzt aber rücken zunächst die Abrissbagger an.
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Seit Anfang 2019 liegt das Gelände brach. 2021 wurde die Stadt Remscheid Eigentümerin. Künftig sollen Wohnungen darauf entstehen. Jetzt aber rücken zunächst die Abrissbagger an.
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Am Montag kommen die Bagger.

Von Axel Richter

Remscheid. 4000 Kubikmeter verseuchte Erde sollen sie auf den Grundstücken des einstigen Galvanik-Betriebes Fischer in Westhausen in die Schaufel nehmen. Der Inhalt von 20.000 Badewannen.

Die Sanierung des Firmengeländes tritt damit in die nächste Phase. Bereits seit Mitte Juni wird entrümpelt und entkernt. Inzwischen sind die alten Gebäude weitgehend abgerissen und der Bauschutt abtransportiert. Währenddessen „wurde die Arbeitsfläche ständig bewässert, um eine Staubentwicklung zu vermeiden“, berichtet die Stadt Remscheid.

Umweltverschmutzung: Gift im Boden verunsichert die Nachbarn

Damit reagieren die Arbeiter - mit der Sanierung beauftragt wurde die Strabag Umwelttechnik GmbH in Düsseldorf - auf Ängste der Anwohner. Einige von ihnen haben Angst vor dem, was bisher im Boden steckt und ab Montag an die Oberfläche geholt werden soll.

Galvano Fischer, 1954 am Standort gegründet, beschichtete Metallprodukte mit Chrom, Kupfer, Zink und Nickel. Bis in die 60er-Jahre flossen Chrom, Chromat, Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) und andere Gifte in Sickergruben, die auch schon mal überliefern. Heute ist das Erdreich verseucht und Bäche belastet, die Firma existiert nicht mehr.

4,3 Millionen Euro wird die Sanierung des Geländes kosten, das sich heute im Besitz der Stadt befindet. Sie will Wohnungen darauf entstehen lassen. Zum Auskoffern der Erde und zur Wiederverfüllung des Geländes besteht mithin keine Alternative. Die Firma Strabag wird zum Schutz der Nachbarschaft eine Abwasser- und Abluftreinigungsanlage vorhalten. Die muss für die nächsten drei Wochen mit Baggerarbeiten und erhöhtem Lkw-Verkehr rechnen. Mit 640 Lkw-Ladungen hatte die Stadt einst gerechnet. Vor Ende des Jahres sollen Arbeiten abgeschlossen sein.

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