Bärenklau

Gefährliche Pflanze bleibt in den Remscheider Bachtälern stehen

Solange keine Gefahr für Menschen von der Herkulesstaude ausgeht, wird sie wie hier bei Hasteraue im Morsbachtal nicht bekämpft.      Foto: Roland Keusch
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Solange keine Gefahr für Menschen von der Herkulesstaude ausgeht, wird sie wie hier bei Hasteraue im Morsbachtal nicht bekämpft.

Bärenklau kann bei Menschen Hautreaktionen auslösen. Entfernt wird sie nur vor Kindertagesstätten oder Schulen.

Von Leon Hohmann

Er wächst und wächst, verdrängt heimische Pflanzenarten und ist obendrein auch noch gefährlich für Menschen: Der Riesen-Bärenklau, auch unter dem Namen Herkulesstaude bekannt, macht sich unter anderem im Morsbachtal breit. „Das ist ein Dauerproblem“, stellt Dezernentin Barbara Reul-Nocke fest, in deren Aufgabenbereich auch das Umweltamt und die Untere Naturschutzbehörde fallen.

Wie gefährlich ist die Herkulesstaude?

Der Kontakt des Riesen-Bärenklaus kann schwere Verbrennungen auf der Haut hervorrufen. Schmerzen werden nicht sofort spürbar. In der Regel dauert es 15 Minuten bis zwei Stunden, ehe die ersten Reaktionen auftreten. Gefährlich ist der Saft der Pflanze, der mit dem Sonnenlicht reagiert.

Wo wächst der Bärenklau in Remscheider Stadtgebiet?

Besonders häufig ist die giftige Pflanze in den Bachtälern wie beispielsweise dem Morsbachtal anzutreffen. Grundlegend fühlt sie sich etwa an Flussufern, Waldrändern oder auf Lichtungen wohl. Nur an sonnigen Standorten bilden sich die Dolden, in saurem Boden wächst der Riesen-Bärenklau nicht.

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Wo wird die Pflanze entfernt?

„Wenn wir mitbekommen, dass es Herkulesstauden an Kitas, Spielplätzen, Wanderwegen oder Schulen gibt, werden wir diese entfernen“, erklärt Barbara Reul-Nock auf RGA-Anfrage. Allerdings könne der Riesen-Bärenklau nicht flächendeckend entfernt werden. „Der Aufwand ist dafür zu groß“, sagt die Dezernentin. Somit bliebe die Pflanze überall dort stehen, wo sie keine direkte Gefahr für Menschen darstelle.

Auf welche Weise kann der Bärenklau bekämpft werden?

Einfach so abgeschnitten werden kann der Riesen-Bärenklau nicht, denn dann kann er wieder austreiben. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt daher, die Staude gut 15 Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche abzuschneiden. Alternativ könne die Pflanze beispielsweise auch durch den Einsatz von Pestiziden an der Ausbreitung geändert werden.

Wie kam die invasive Art nach Deutschland?

Heracleum mantegazzianum, so lautet die lateinische Bezeichnung der invasiven Art, steht in Deutschland auf einer Warnliste, da die Pflanze die heimischen Arten verdrängen kann.

INVASIVE PFLANZEN IN REMSCHEID

WEITERE ARTEN Neben dem Riesen-Bärenklau beziehungsweise der Herkulesstaude verdrängen auch einige andere Pflanzen hier heimische Arten. Dazu zählen etwa die Spanische Wegschnecke oder das Drüsige Springkraut.

KLIMAWANDEL Der Bärenklau wird sich durch den Klimawandel nicht noch stärker ausbreiten. Davon geht zumindest das Bundesamt für Naturschutz aus. Eine Zunahme des Invasionsrisikos werde nicht erwartet.

Ursprünglich war die Herkulesstaude beziehungsweise der Riesen-Bärenklau im Kaukasus heimisch. 1849 wurde sie erstmals in Deutschland entdeckt, heißt es vom Bundesamt für Naturschutz. Vermutlich sei das Saatgut auch schon vor diesem Datum, vermutlich aber unter falschem Namen, nach Europa eingeführt worden. Als Zierpflanze war und ist die Staude auch heute noch in vielen Parks und Gärten beliebt.

Warum vermehrt sich die Pflanzenart so schnell?

Bis zu drei Meter groß kann eine einzelne Staude im Regelfall werden. Mehrere Jahre lebt jede einzelne Pflanze und kann in ihrem Leben bis zu 20 000 Samen produzieren, so das Bundesamt für Naturschutz. Diese würden auch über mehrere Jahre keimfähig bleiben. Durch Tiere, Menschen oder beispielsweise Maschinen können die Samen in weiter entfernte Bereiche gebracht werden.

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