Theodor-Heuss-Platz soll attraktiver werden

Autos auf dem Rathausplatz in Remscheid bleiben verboten

Wirt Lothar Clemm (Mi.) wollte Taxis auf dem Rathausplatz. Das lehnte die BV ab. Foto: Roland Keusch
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Wirt Lothar Clemm (Mi.) wollte Taxis auf dem Rathausplatz. Das lehnte die BV ab.

Der Platz vor dem Remscheider Rathaus darf auch in Zukunft, außer von den Marktbeschickern an Markttagen, nicht befahren werden.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Eine Eingabe eines dort ansässigen Gastwirtes, den Platz zumindest ab 19 Uhr für Taxis freizugeben, fand in der zuständigen Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid keine Mehrheit. Im Gegenteil, es wurde noch einmal deutlich: Dass dort derzeit regelmäßig Hochzeitsgesellschaften, Paketdienste und andere vorfahren, ist schlicht nicht erlaubt.

Grund sei eine „eindeutige Widmung“ des Theodor-Heuss-Platzes, die Ende 1993 mit einem einstimmigen Ratsbeschluss verabschiedet wurde, erklärte Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann. Darin steht: „Der Gemeingebrauch wird hier auf den Fußgängerverkehr beschränkt.“ Ausnahmen sieht die Regelung nur für den längst nicht mehr vorhandenen Autoschalter der Stadtsparkasse und den Wochenmarkt vor.

Dass es vor dem Rathaus trotzdem nur selten Knöllchen gibt, liege schlicht an „begrenzten Überwachungsmöglichkeiten“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung. „Man kann den Platz leider nicht rund um die Uhr überwachen“, sagte Jürgen Beckmann. „Am liebsten würde ich ihn komplett abpöllern.“ Doch die versenkbaren Poller an der Ecke zur Rathaus- und Fastenrathstraße würden nicht richtig funktionieren.

Remscheid: Versenkbare Poller funktionieren nicht richtig

In der Eingabe hatte der Gastwirt vorgeschlagen, Taxis bis vors Lokal fahren zu lassen, um den Gästen den Weg zum Taxistand an der Fastenrathstraße zu ersparen. Zumal sich viele Gäste über Belästigungen an diesem Taxistand beschweren. Das stieß bei den BV-Mitgliedern auf wenig Gegenliebe. Der Weg über den Theodor-Heuss-Platz sei zumutbar, befand Beatrice Schlieper (Grüne), zumal der Platz auch beleuchtet sei. Zudem bleibe der Weg durchs Allee-Center zum Taxistand vor dem Teo Otto Theater. Und Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) verwies darauf, dass auf dem Rathausplatz auch Kinder und Jugendliche spielen: „Ich hätte kein gutes Gefühl dabei, da Autos fahren zu lassen.“

Ziel müsse es vielmehr sein, den Theodor-Heuss-Platz attraktiver zu machen, war sich die Bezirksvertretung einig. Und das erreiche man sicherlich nicht durch eine Freigabe für Fahrzeuge. Stadtplanerin Christina Kutschaty erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Rathausplatz Teil des Revitalisierungsprogramms für die Innenstadt ist, derzeit aber noch hinter dem Sanierungsgebiet Alleestraße anstehe: „Das wird also noch etwas dauern.“

Bis dahin könnte die BV zusammen mit Allee-Center, Sparkasse und anderen Anliegern eine Zwischenlösung entwickeln, schlug Beatrice Schlieper vor – und hatte auch gleich das passende Motto zur Hand: „Blumen statt Taxis.“ So müsse man dem Gastwirt für seine Eingabe dankbar sein, sagte Schlieper: „Das hat zumindest erreicht, dass wir uns damit beschäftigen.“

Standpunkt: Platz für Steppenläufer

Von Axel Richter

axel.richter@rga.de

Nicht einmal die motorisierten Hochzeitskutschen sind also erlaubt auf dem Platz vor dem Rathaus. Doch so streng scheinen die, die im Rathaus sitzen, das Verbot selbst nicht zu nehmen. Bei einem kurzen Draht zum Ordnungsamt sollte es anderenfalls ein leichtes sein, den Frevel zu unterbinden. So aber ist wenigstens nach standesamtlichen Hochzeiten ein bisschen was los auf dem Theodor-Heuss-Platz. Wenn sich Brautpaare feiern, fotografieren und dann mit dem großen weißen Hochzeitswagen abholen lassen. Ansonsten liegt der große Platz leer und verlassen da. Und nur den wenigen Gastronomen ist es zu verdanken, dass auf ihm überhaupt so etwas wie urbanes Leben stattfindet. Ansonsten? Fehlen ihm eigentlich nur die Tumbleweeds oder Steppenläufer – das sind diese Büsche, die im Western immer über die staubige Straße rollen. Dabei sollte der Rathausplatz eigentlich ein Filetstück städtebaulicher Planung darstellen. So lange er das nicht ist und in seinem heutigen Zustand verharrt, ist es dagegen völlig unerheblich, ob Autos darauf fahren oder nicht. Oder anderes gesagt: Kein Auto macht auch keinen schöneren Rathausplatz.

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