Schreibwerkstätten an Schulen

Autoren geben sich die Klinke in die Hand

Karosh Taha emigrierte als Kind aus dem Irak.
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Karosh Taha emigrierte als Kind aus dem Irak.
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Karosh Taha liest am 22. September in der Bibliothek.

Von Melissa Wienzek

Nachdem sie zwei Jahre gar nicht stattfinden konnte, geht es bei der Interkulturellen Lesereihe unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz nun Schlag auf Schlag: Gleich drei renommierte Autoren werden in den nächsten Monaten nach Remscheid kommen.

15. Interkulturelle Lesung: Karosh Tara liest am Donnerstag, 22. September, 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) in der Zentralbibliothek, Scharffstraße 4-6, aus ihrem Buch „Im Bauch der Königin“. Die Moderation übernimmt Wolfgang Luge, für Musik sorgt Ronas Shkeidmous auf seiner kurdischen Nay. Der Eintritt ist frei. Möglich machen das mehrere Förderer. Im Mittelpunkt von Taras zweitem Roman steht Shahira, eine alleinerziehende Mutter. Mit ihren vielen Affären provoziert sie die kurdische Gemeinschaft. Zugleich konfrontiert ihr Lebenswandel die Freunde ihres Sohnes mit der Frage, wie sie eigentlich selbst leben wollen. „Im Bauch der Königin“, erschienen im Dumont-Verlag, ist ein Wendebuch: Es verbindet zwei alternative Geschichten. Denn es gibt nicht nur eine Wahrheit. Der Deutschlandfunk schreibt: „Ein hypnotischer und ebenso märchenhaft wie knallhart erzählter Roman, der eine Bezeichnung Tahas als deutsche Shererazade durchaus berechtigt.“

Karosh Taha: Karosh Taha emigrierte im Alter von zehn Jahren aus der kurdischen Kleinstadt Zaxo im Irak nach Deutschland. Sie lebt seit 1997 im Ruhrgebiet und studierte auf Lehramt in Duisburg und in den USA Anglistik sowie Geschichte. Während des Studiums wurde sie von der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert und 2018 mit dem Förderpreis NRW ausgezeichnet. Taha erhielt den Hohenemser Literaturpreis und die Alfred Döblin-Medaille.

Literarische Schreibwerkstätten: Nachdem es immer wieder verschoben wurde, liest der deutsch-ungarische Autor Akos Doma („Der Weg der Wünsche“) vom 2. bis 4. November in der Sophie-Scholl-Gesamtschule, arbeitet mit den Schülerinnen und Schülern und kann vor allem eines sein: Vorbild. Schon Rajvinder Singh, der mittlerweile verstorbene Initiator der Schreibwerkstatt, habe den jungen Leuten immer wieder gezeigt: „Sprache kann etwas bewirken. Sprache ist ein Tor in die Integration“, erklärt Wolfgang Luge (Lütteraten) vom Veranstalterteam. „Und die Kinder haben ihn geliebt“, sagt Sabine D. Smith (Akademie). An der GHS Hackenberg waren die Schüler 2017 so angetan von der deutsch-aserbaidschanischen Autorin Olga Grjasnowa, dass sie ihr nach der Lesung viele Fragen stellten, erzählt Smith. „Wie wird man Autor? Ich schreibe auch“, hieß es da. Brücken bauen über die Literatur, andere Kulturen kennenlernen, Lese- und Schreibförderung – das ist das Ziel. Autor und Literaturkritiker Ijoma Mangold („Das deutsche Krokodil“) soll am 9. November nach Remscheid kommen.

Planung 2023: Auch kommendes Jahr soll es weitergehen. Neu ist eine Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat NRW Gütersloh, das die außergewöhnliche Reihe fördert. Zugesagt hat bereits der deutsch-mongolische Autor Galsan Tschinag. Schreibwerkstätten sind noch nicht festgezurrt. Interessierte Schulen können sich bei Wolfgang Luge melden: Tel. (02 02) 4 62 24.

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