Bürgerservice

Ausweise: Remscheid richtet externe Passstelle ein

Ohne Termin können Remscheider hier ab Montag, 8 Uhr, vorbeischauen: die externe Passstelle (Nr. 34, mittleres Gebäude). Foto: Roland Keusch
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Ohne Termin können Remscheider hier ab Montag, 8 Uhr, vorbeischauen: die externe Passstelle (Nr. 34, mittleres Gebäude).

Vor den Ferien können Personal- und Reisedokumente ohne Voranmeldung beantragt werden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Von 28 Mitarbeitern im Bürgerservice sind zehn nicht einsatzfähig. In dem ohnehin arbeitsmäßig chronisch überlasteten Bereich legt die Stadtverwaltung deshalb nach, damit sich der Bearbeitungsstau bei der Ausstellung von Dokumenten löst. Um den erwarteten Ansturm auf Personalausweise und Reisepässe vor den Sommerferien in den Griff zu bekommen, wird im Rathaus noch einmal personell und räumlich aufgerüstet. Ab Montag wird am Ämterhaus in der Elberfelder Straße 34 bis zum 24. Juni eine zusätzliche Anlaufstelle eingerichtet, zu der Remscheider sich ohne die sonst übliche, vorherige Anmeldung einfinden können.

In die ehemaligen Räume der Provinzial-Versicherung, in der die Stadt bisher die Bildauswertung des Ordnungsamtes untergebracht hatte, zieht eine externe Passstelle, besetzt mit zwei Mitarbeitern. „Diese sollen 400 Anträge in der Woche bearbeiten können“, kündigte Dezernentin Barbara Reul-Nocke im Hauptausschuss an. Wer dort vorbeischaut, sollte Zeit mitbringen, er steht möglicherweise in der Schlange. Ein Sicherheitsdienst regelt den Einlass.

Die Passstelle ist über einen separaten Eingang mit mehreren Stufen zu erreichen. Die Bezahlung erfolgt dort lediglich über EC-Karte, der Kassenautomat ist nicht zugänglich. Ein biometrisches Porträt muss mitgebracht werden, da kein Fotoautomat vorhanden ist. Die Verwaltung, die im Mai räumliche Umschichtungen (teilweise Verlagerung von Ämtern in das Rathaus) angekündigt hatte, um Druck aus dem Kessel zu nehmen, und Kollegen aus anderen Fachbereichen zur Entlastung einsetzt, hat angesichts der weiteren Ausfälle noch mal reagiert.

Remscheid: Acht ungeschulte Kräfte werden bis Ende des Jahres zusätzlich eingestellt

Per Dringlichkeitsentscheidung wurden weitere Einstellungen ermöglicht, am Mittwoch die ersten Personalgespräche geführt. „Acht zusätzliche, ungeschulte Kräfte sind geplant, befristet bis Ende des Jahres. Zu Beginn wird es drei Einstellungen geben, Personen, die schnell eingearbeitet werden können“, meint Barbara Reul-Nocke. Die Zusatzkräfte beschäftigen sich zum Beispiel mit Führungszeugnissen oder übernehmen den Telefondienst, um das Fachpersonal zu entlasten.

Reul-Nocke kündigte an, dass die Stadt fürderhin sicherstellen wolle, dass es bei derart hohen Personalausfällen nicht mehr zu dramatischen Engpässen für die Bürger kommt. Die Lieferzeit beträgt für den Perso rund drei Wochen, den Reisepass vier Wochen. Der Kinderreisepass wird sofort ausgehändigt. Sollte der Zeitraum das Datum der anstehenden Reise überschreiten, kann für zehn Euro ein vorläufiger Perso beantragt werden, der sofort ausgehändigt wird, oder ein Reisepass im Expressverfahren (drei bis vier Werktage), dessen Kosten bei 60 Euro für den Reisepass plus 32 Euro Expresszuschlag liegen.

Öffnungszeiten: montags und mittwochs 8 bis 13 Uhr, dienstags und donnerstags 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr.

Standpunkt: Kein Urlaubsverderber

Von Andreas Weber

andreas.weber@rga.de

Wer auf seine Ausweis- oder Reisedokumente zurückgreifen muss, dem fällt meist auf den letzten Drücker auf, dass das Dokument gerade abläuft oder abgelaufen ist. Nun war das Urlauben in den vergangenen 16 Monaten nicht aktuell, aber momentan zieht es viele angesichts zurückgewonnener Freiheiten in die weite Welt, Hauptsache raus aus dem unmittelbaren Umfeld, in dem man viel zu lange geschmort hat. Diesen Drang spürt der Bürgerservice der Stadt. Dort liegen die Nerven blank, bei Remscheidern, die händeringend nach einem Termin suchen, aber auch bei den Mitarbeitern, die einem hohen Druck ausgesetzt sind. Vor dem Ferienbeginn am 5. Juli nimmt dieser noch einmal zu. Ausgerechnet in einer Phase, in der sich der Personalbestand um 38 Prozent dezimiert hat. Die Verwaltung stellt sich der Notlage, die OB Burkhard Mast-Weisz von einer „Operation am offenen Herzen“ sprechen lässt. Die Verwaltung, die ohnehin während des Lockdowns Dienste offen hielt, die viele andere Kommunen einstellten, lässt auch in diesem Fall keinen Zweifel, dass sie mit zügigen Lösungen Remscheidern ihren Urlaub nicht vermiest.

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