30 Tierschützer unterstützten den SPD-Antrag

Ausschuss stimmt für Katzen-Erlass

Mit Flyern machten die Tierschützer vor dem Rathaus auf die hohe Zahl wildlebender, nicht kastrierter Katzen aufmerksam. Foto: Leon Hohmann
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Mit Flyern machten die Tierschützer vor dem Rathaus auf die hohe Zahl wildlebender, nicht kastrierter Katzen aufmerksam.

Die Verwaltung wird nun Formulierung erarbeiten.

Von Leon Hohmann

Nur selten gibt es so viele Besucher im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung. Zur Sitzung am Dienstagabend kamen rund 30 Tierschützer, die sich für das Abstimmungsergebnis zur Formulierung einer Katzenschutzverordnung interessierten. Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder diesen Antrag. Den Vorschlag dazu hatte die SPD-Fraktion gemacht. Hintergrund ist die große Anzahl wildlebender Katzen.

Die Katzenschutzverordnung soll Besitzern vorschreiben, ihre Tiere zu kennzeichnen und zu kastrieren oder sterilisieren. Bisher hat Remscheid keine solche Verordnung. Sie wird das Problem mit der zu hohen Population nicht vollständig lösen können, aber abschwächen, sagen die Tierschützer. Denn durch die Kastration könnten sich Freigänger nicht mehr mit wildlebenden Katzen paaren und so nicht mehr für Nachwuchs sorgen.

Auf das Katzenelend machten in der Sitzung die Mitglieder des Projektes „Straßenkatzen Remscheid“ sowie das Tierheim für Remscheid und Radevormwald aufmerksam. 150 Katzen hätten sie in den vergangenen Jahren vorübergehend eingefangen und im Tierheim kastriert, berichtete Ehrenamtlerin Susanne Henke.

Lesen Sie auch: Tierschützer fordern Katzen-Erlass

Während es den Tierschützern um eine rechtliche Grundlage für ihr Handeln geht und sie durch die Kennzeichnungspflicht Hauskatzen eindeutig erkennen könnten, steht für Ordnungsdezernentin Barbara Reul-Nocke die Appellfunktion einer solchen Verordnung im Vordergrund. „Die Kontrolle durch das Ordnungsamt kann nicht gewährleistet werden.“ Dafür fehle in erster Linie das Personal, sagte sie.

Wie viele wildlebende Katzen es in Remscheid gibt, können weder die Tierschützer noch das zuständige Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) beziffern. Eine große Anzahl von Tieren gebe es etwa in Steinberg und Honsberg. Die Mitglieder von „Straßenkatzen Remscheid“ sprachen von bis zu 60 Katzen in diesen Quartieren. „Und die Dunkelziffer ist sehr hoch“, ist sich Henke sicher.

Nachbarstädte sollen auch eine Verordnung bekommen

Neben dem Beschluss, eine Katzenschutzverordnung für Remscheid zu formulieren, gab der Ausschuss dem BVLA auch eine Empfehlung an die bergischen Nachbarstädte Solingen und Wuppertal mit auf den Weg. Sie sollten ebenfalls einen Erlass zur Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht umsetzen.

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