Aus Wuppermünd wurde doch nichts

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid -wey- 1996 Der Name klingt wie ein kölscher Karnevalsprinz, die Optik ist auch vergleichbar: Benjamin II hielt vor 25 Jahren für kurze Zeit Remscheid in Atem. Denn der ausgewachsene Pfau war ausgebüxt – und ließ sich einfach nicht wieder einfangen. „Als wir ihn fassen wollten, entwischte er uns“, berichtete eine der Helferinnen am 29. August im Tüpitter. „Wir hatten die Federn schon in der Hand.“ Benjamins Besitzer nahm es locker: Gelinge es nicht das „Pracht-Huhn“, so taufte der Autor des Artikels den Vogel, wieder einzufangen, schaffe er sich im Frühjahr einfach neue an.

1971 In die Nachbarschaft blickte ein RGA-Artikel vom 27. August vor 50 Jahren, der über einen Vorschlag der Jusos im Rhein-Wupper-Kreis, Kennzeichen: OP, berichtete. Der SPD-Nachwuchs schlug vor, den Remscheider Nachbarkreis aufzulösen und aus Leverkusen, den Kölner Stadtteilen Flittard und Stammheim sowie einigen kleineren Städten wie Leichlingen und Burscheid die Großstadt „Wuppermünd“ zu bilden. Der Rest des Kreises, darunter Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen sollten einem Kreis Remscheid zugeschlagen werden. Bekanntlich kam es anders: 1975 landeten Hückeswagen und Rade im Oberbergischen und Wermelskirchen im Rhein-Bergischen Kreis. Und Remscheid blieb kreisfrei. 1946 Dass den Remscheidern auch in schwierigen Zeiten der Sinn nach Kultur stand, zeigt ein Text aus dem Amtlichen Mitteilungsblatt vom 28. August vor 75 Jahren. Darin preist der Autor den Versuch, das Gesamtwerk von Johann Peter Hasenclever in einer Ausstellung darzustellen – nachdem der erste Versuch sechs Jahre zuvor durch einen Luftangriff zunichtegemacht wurde. Hasenclever, 1810 in Remscheid geboren, zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Malern des 19. Jahrhunderts. Wohl auch, weil Karl Marx für ihn die Werbetrommel gerührt hatte. Wenn die Sanierung von Haus Cleff abgeschlossen ist, werden dort wieder einige seiner Bilder zu sehen sein. 1921 Und der Tüpitter hatte auch schon immer ganz praktische Tipps für seine Leser, wie ein Artikel vom 27. August vor 100 Jahren zeigt: Immer wieder ergehe „an vernünftige Leute“ die Mahnung, beim Verlassen des Hauses nicht die Rollläden herabzulassen, ist da zu lesen, „weil das die besten Fingerzeige für die Diebeszunft seien“. Heute gibt es Polizei und Verbraucherzentrale, die solche Hinweise geben. Damals erschloss es sich der Autor aus mehreren Gerichtsverhandlungen, in denen Einbrecher genau dieses Vorgehen schilderten.

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