Bühne

Aus Lennep wird einen Abend Kölle: „Jeck sind wir doch alle“

Die Bläck Fööss um Mirko Bäumer, Erry Stoklosa (2. und 3. v. l., vorne) & Co. bei ihrer Jubiläumstour in der Klosterkirche. Die Gäste hatten dem Auftritt lange entgegengefiebert.
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Die Bläck Fööss um Mirko Bäumer, Erry Stoklosa (2. und 3. v. l., vorne) & Co. bei ihrer Jubiläumstour in der Klosterkirche. Die Gäste hatten dem Auftritt lange entgegengefiebert. Foto: Michael Schütz

Bläck Fööss machten Station in der Klosterkirche.

Von Sabine Naber

Wenn in der Lenneper Klosterkirche nur ein paar Stehtische im Saal aufgebaut werden, die Gäste mit einem Glas in der Hand dicht gedrängt stehen, oben auf der Empore alle Plätze besetzt sind und schon begeisterter Applaus, Pfiffe und Jubel zu hören sind, noch bevor die Musiker auf der Bühne angekommen sind – dann sind es die Bläck Fööss, auf die sich die Fans ganz offensichtlich schon lange gefreut haben.

„Viele von euch mussten wahrscheinlich genau wie wir schon zwei Jahre warten. Und die können ganz schön lang sein“, begrüßte der Sänger Mirko Bäumer, bevor es mit „Pänz Pänz Pänz“ losging: „Krieg in der Ukraine. Da lässt es sich nicht vermeiden, dass wir gleich zu Anfang „Unseren Stammbaum“ hervorholen. Und ihr seid eingeladen, kräftig mitzusingen.“ Das ließen sich die Fans nicht zweimal sagen. Es wurde gesungen, geklatscht, geschunkelt.

„Ein bisschen jeck sind wir doch alle.“

Besucherin Katrin Werth

„Das haben wir so vermisst, dass so viele mitsingen“, freuten sich die Musiker und ließen kurz die Zeit aufleben, als nur im Autokino aufgetreten werden durfte. „Da sollte nicht mal gehupt werden. Zum Dank gingen allenfalls mal quietschende Scheibenwischer an. Oder man wurde angeblinkt“, erinnerte sich Bäumer. Für den damals fehlenden Applaus wurden sie in der Klosterkirche allerdings großartig entschädigt. Denn ganz gleich welchen Song die Bläck Fööss aus ihrem weit mehr als 400 Titel umfassenden Fundus auch sangen – natürlich alles auf Kölsch und zum Mitsingen - das Publikum jubelte ihnen zu. „Die sind sensationell. Ihre Lieder sind spitze, aber sie vermitteln auch ein bestimmtes Lebensgefühl. Einfach mitreißend“, so sah es Daniela Galandi, die schon viele Konzerte der Bläck Fööss besucht hat.

„Jetzt kommt der angesagte Mitsingteil – ich gebe das Zeichen“, hieß es dann bei „Drink doch eine met“. „Traumhaft“, wurde das Publikum ob seiner Textsicherheit anschließend gelobt. Und gleich zum Jubiläumskonzert – das 50. Bühnenjubiläum der Band hätte schon 2020 stattfinden sollen – auf dem Roncalliplatz in Köln eingeladen.

„Gestern waren wir in der Kulturkirche in Nippes, heute in der Klosterkirche – aber bei euch hier ist sicher mehr in Ordnung, als in der Chefetage in Köln“, vermutete Andreas Wegener. Da würde einer auf seiner eigenen „Woelki 7“ schweben. „Dazu fällt uns nur Artikel 6 des Kölner Grundgesetzes ein: „Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.“

Der Vorteil sei, dass dann eine Stelle frei würde. Da wüsste er schon, wer die ausfüllen könnte, hieß es da, bevor Wegener von hinten ein Bischofsmützchen aufgesetzt wurde und die Band „Ich wör su jan ens Weihbischof“ präsentierte.
„Ich bin ein totaler Fan. Und bei einer Chorleiterin aus Köln ist das ja fast schon Pflicht“, sagt Inge Prinz, Vorsitzende des Frauenchors Ehringhausen, mit Augenzwinkern. Außerdem sei es ja die Musik aus ihrer Jugend.

„Wir haben die Konzertkarten schon seit zwei Jahren. Ich hatte sie meiner Mutter zum Muttertag geschenkt. Und ein bisschen jeck sind wir doch alle“, outet sich auch Katrin Werth vom Frauenchor Remscheid als großer Fan.

Vorschau

Zu „Weltklassik am Klavier“ mit Musik von Grieg, Ravel, Gershwin und Bartok lädt die Klosterkirche am Sonntag um 17 Uhr ein. Pianist ist der Ukrainer Artem Yasynskyy, der seit 2010 in Bremen lebt.

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