Mein Leben als Papa

Aus den Lümmeln von der ersten Bank sind echte Väter geworden

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den ST-Geschäftsstellen, im Handel und im Internet:bergisch-bestes.de
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„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den RGA-Geschäftsstellen, im Handel und im Internet:bergisch-bestes.de
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt von der Begegnung mit einem alten Schulfreund.

Um die Augen herum ist er vielleicht ein bisschen faltiger geworden, aber sonst sieht er noch fast genauso aus wie bei unserer Abifeier vor 22 Jahren. Auch die Begrüßung ist immer noch dieselbe. Als wir uns erblicken, gehen wir aufeinander zu und drehen ruckartig ab, statt uns die Hände zu schütteln.

„Du hast dich kein Stück weiterentwickelt“, spotten wir fast gleichzeitig, als wir das chinesische Restaurant betreten. Wir müssen beide lachen. Vor ein paar Jahren – wir hatten uns schon längst aus den Augen verloren – war ich meinem alten Schulfreund Alexander Tetzlaff in der Mittagspause hier zufällig über den Weg gelaufen. Seitdem treffen wir uns immer mal wieder hier, um über alte und neue Zeiten zu quatschen. Das letzte Mal allerdings noch in einer Zeit vor Corona.

Dass wir uns nicht mehr ausschließlich als Lümmel von der ersten Bank definieren, stellen wir schnell fest. Wir reden über Corona, den Ukraine-Krieg und über die gestiegenen Preise für Brennholz und Holzpellets.

Auch die Bestellung wäre früher anders abgelaufen. Alexander wählt ein vegetarisches Gericht, ich bitte die Bedienung darum, auf die rote Paprika zu verzichten. „Macht mein Magen nicht mehr mit“, erkläre ich – und wir erinnern uns an früher, als wir uns um Mitternacht noch einen Döner „mit scharf“ im türkischen Kult-Imbiss, den es längst nicht mehr gibt, bestellt haben. „33 44“, fällt uns beiden die Telefonnummer sofort ein.

So geht es die ganze Zeit: Wir reden ziemlich erwachsen und vernünftig über aktuelle Themen, bis sich einer an eine passende Geschichte von früher erinnert. Und natürlich tauchen auch immer wieder unsere Kinder in den Gesprächen auf. Alexanders Kinder sind genauso alt wie Hannes und Michel. Wir wissen also beide, wovon der andere gerade redet. Über kindlichen Perfektionismus bei den Hausaufgaben zum Beispiel. Oder über den Schwimmkurs unserer Großen, die im Wasser schon eine richtig gute Figur abgeben. „Anders als Timm damals in Lloret de Mar“, schlägt Alexander mal wieder eine Brücke in die Vergangenheit. Diesmal zu unserer Abschlussfahrt an die Costa Brava, von der ich an dieser Stelle lieber nicht zu viel berichten möchte. „Wir waren schon Chaoten“, fasst Alexander zusammen und wirft mir anerkennend vor, dass ich es früher immer verstanden hätte, rechtzeitig aufzuhören und mir einen besseren Ruf zu erarbeiten.

Die Mittagspause ist verflogen. Wir nehmen uns wie immer vor, uns häufiger zu sehen. Vielleicht auch mal außerhalb der Mittagspause, mit Carsten und „Doc Horn“, den anderen Lümmeln von früher, die heute alle Familie und ordentliche Jobs haben. „Ey, wir sind solche Spießer geworden“, sagt Alexander.

Spätestens im nächsten Jahr möchten wir mit den Planungen zu unserem nächsten Jahrgangsstufentreffen beginnen. 25 Jahre nach dem Abi. Wenn es so weit ist, wird Michel auch längst ein Schulkind sein und Hannes schon auf eine weiterführende Schule wechseln. Ich hoffe, sie werden auf Freunde treffen, mit denen sie später beim Chinesen auch gerne auf ihre Schulzeit zurückblicken.

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