Katholische Kirche

Lennep: Deshalb steht an St. Bonaventura ein Gerüst

Peter Bonzelet vor der Kirche St. Bonaventura. Derzeit ruhen die Hoffnungen des Kirchenmusikers darauf, dass die aktuell durchgeführten Arbeiten Erfolg haben. Sonst droht eine Komplettsanierung.
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Peter Bonzelet vor der Kirche St. Bonaventura. Derzeit ruhen die Hoffnungen des Kirchenmusikers darauf, dass die aktuell durchgeführten Arbeiten Erfolg haben. Sonst droht eine Komplettsanierung.

Die Lenneper Kirche St. Bonaventura muss saniert werden. Die bange Frage der Gemeinde ist: Reichen diese Arbeiten aus?

Von Peter Klohs (Text) und Michael Schütz (Fotos)

Remscheid. Nachdem vor einigen Wochen die Renovierungsarbeiten an der katholischen Kirche St. Suitbertus an der Papenberger Straße abgeschlossen werden konnten, ist nun die Kirche St. Bonaventura an der Hackenberger Straße von außen und innen eingerüstet.

Bereits beim Eintritt in den Kirchenraum wird der Besucher von Baulärm begrüßt. Bohrer und Hämmer sind an der Arbeit. Die Arbeiten am Westteil der Kirche schreiten hinter den abdeckenden Bauplanen langsam fort. Peter Bonzelet, Kirchenmusiker in St. Bonaventura, erläutert, was es mit den Arbeiten auf sich hat.

„In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Mauern der Kirche durch Metall-Gittermatten verstärkt. Außerdem wurden diese Matten neu verputzt. Fachleute schauten sich das in den 70er Jahren noch einmal an, befanden die Gegebenheiten als unzureichend und entschieden, die Metall-Gittermatten durch Dübel zu fixieren.“ Deutlich sieht man an der Nordwand die eingebrachten Dübel als dunkel hervortretende Punkte im Abstand von jeweils 40 Zentimetern.

„Bereits der kleine Teil, der jetzt bearbeitet wird, verursacht Kosten im sechsstelligen Bereich.“

Peter Bonzelet, Kirchenmusiker

„Und jetzt fällt der Putz runter“, sagt Bonzelet. Anfang dieses Jahres habe man zur Probe etwas von den Wänden abgehauen und festgestellt, dass das Gemäuer durchnässt ist. „Warum das so ist, weiß zurzeit keiner.“
Auch die Kapelle auf dem Waldfriedhof in Lennep wird aktuell saniert.

Bekannt sei aber, dass man bereits 40 Jahre nach der Fertigstellung von St. Bonaventura im Jahr 1868 angefangen habe, an der Kirche zu flicken. „Vielleicht ist die Bausubstanz einfach nicht die beste.“

Der Kircheninnenraum ist leergeräumt. Wegen der aktuellen Renovierungsarbeiten und den damit verbundenen Staubbelastungen ist die Orgel durch dicke Folie eingehüllt und isoliert worden. „Trotzdem muss sie nach den Arbeiten inklusive der Pfeifen gereinigt werden“, weiß der Kirchenmusiker. „Jetzt werden zunächst mal in einem Teil des Westbereichs alle Fugen herausgenommen. Auch die Fenster werden entfernt.“

Insgesamt verfügt St. Bonaventura über 18 große Kirchenfenster, jeweils mehr als siebeneinhalb Meter hoch und in 13 rechteckige Flächen aufgeteilt. „Dann wird der Bereich neu verputzt. Wir warten danach ab, ob die bearbeiteten Stellen trocken bleiben. Nach diesem Ergebnis richtet sich der weitere Aufwand zur Renovierung der Kirche.“

Auch im Inneren des Gebäudes sind die Arbeiten deutlich zu sehen.

Geplant ist dieser erste Renovierungsabschnitt für die Dauer von 40 Wochen. Laut Peter Bonzelet war der beauftragte Architekt schon überrascht, wie viel Arbeit am Kirchengemäuer nötig ist. „Wenn wir das im Vorfeld geahnt hätten, wäre ein vorläufiger Umzug nach Lüttringhausen vielleicht sinnvoll gewesen“, vermutet Bonzelet.

Vor der Messe muss erst ein Reinigungsteam die Kirche säubern

Zurzeit kommt regelmäßig ein Reinigungsteam in die Kirche, damit die Messen an den Freitagen, Sams- und Sonntagen stattfinden können. „Ich spiele momentan auf dem Klavier“, sagt der Musiker. „Auch eine kleine Orgel steht mir zur Verfügung. Wir stellen dann Stühle auf für die Besucher, die sich, auch durch Corona bedingt, nicht sehr zahlreich einfinden. Aber zunächst werden die Messen hier in der Kirche gefeiert.“

Sollte die Renovierung nicht helfen, stünden zehn Jahre Baustelle an

Der schlimmste Fall für die Gemeinde wäre, wenn man nach den aktuellen Arbeiten und nach der Wartezeit feststellt, dass die Maßnahmen nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben und der bearbeitete Bereich nach wie vor nass ist. „Dann muss alles runter“, sagt Peter Bonzelet und vermutet in diesem Fall eine Renovierungszeit von rund zehn Jahren.

„Bereits der kleine Teil, der jetzt bearbeitet wird, verursacht Kosten im sechsstelligen Bereich. Eine komplette Sanierung geht dann in den Millionenbereich. Da muss man dann auch fragen: Wollen und können wir das überhaupt? Am liebsten wäre es uns, wenn wir die Metall-Gittermatten in und an der ganzen Kirche entfernen und die Mauern so belassen könnten, wie sie sind, so dass man den Stein sieht, aus dem das Bauwerk besteht.“

Abschließend stellt der Kantor fest: „Man kommt so richtig nicht zur Ruhe hier. Immer ist etwas.“

Hintergrund: Die Geschichte von St. Bonaventura Lennep

Im Jahr 1700 weihte der Abt von Altenberg die Kloster- und Pfarrkirche St. Bonaventura feierlich ein. 1803 wurde das kleine Minoritenkloster Lennep aufgehoben, St. Bonaventura blieb erhalten. Die Gemeinde wuchs beständig, so dass Mitte des 19. Jahrhunderts die Kirche zu klein wurde. Von 1866 bis 1868 wurde die heute bestehende Pfarrkirche St. Bonaventura gebaut und am 8. September 1868 eingeweiht.

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