Meine erste Platte

Auf die „Miezekatze“ folgte Abba

Mirjam Starke präsentiert eine Auswahl ihrer ersten Platten.
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Mirjam Starke präsentiert eine Auswahl ihrer ersten Platten.

Ausgeflippte Tante schenkte Mirjam Starke mit zehn Jahren ihre erste Schallplatte.

Von Peter Klohs

Remscheid. Mirjam Starke war zehn Jahre alt, als sie ihre erste Schallplatte geschenkt bekam. „Ich habe eine Patentante“, erzählt sie, „eine skurrile und leicht ausgeflippte Person. Die hat mir die Single von Wum’s Gesang ‚Ich wünsch’ mir ’ne eine kleine Miezekatze‘ geschenkt. Ich fand das Stück superwitzig. Gerne wird vergessen, wie erfolgreich das Stück war. Das war wochenlang Nummer Eins in allen Hitparaden. Loriot war schon ein toller Künstler.“ Diese Musik gefiel auch Mirjams Eltern, im Gegensatz zu vielen anderen Liedern.

„Ich war ein Nachzügler“, erklärt die 1967 in Köln geborene Starke. „Und da mein Vater deutlich älter als meine Mutter war, war er zwei Generationen älter als ich. Und das passte dann musikalisch überhaupt nicht mehr zusammen. Ich erinnere mich, dass ich, vielleicht 14 Jahre alt, die Single ‚Video killed the radio star‘ von The Buggles besaß. Das war für meine Eltern absolut grauenhafte Musik, die sie ablehnten, wie auch Abba und Boney M.“ Die beiden letztgenannten Gruppen konkurrierten damals, wie die Beatles und die Rolling Stones Dutzende Jahre zuvor, um die Gunst der Musikliebhaber. „Ich war in der Abba-Fraktion“, bekennt sich Starke zum Sound der vier Schweden. „Das konnte man so gut mitsingen.“

Sound von Marc Knopflers Gitarre gefiel ihr gut

Mit 19 Jahren, zum Beginn der Ausbildung als Krankenschwester, kaufte sich Starke ihre erste CD: „Money for nothing“ von den Dire Straits. „Der Sound der Knopfler-Gitarre hat mir sehr gut gefallen. Außerdem mag ich gerne Musik von Gruppen oder Solo-Künstlern, die schon lange im Geschäft sind und deren Musik dauerhaft ist. Als Musterbeispiel gibt es da ‚Music‘ von John Miles zu nennen. Diese Musik ist mehr als 45 Jahre alt, und man hört sie immer noch gerne.“ Nach den Dire Straits vermochte der italienische Musiker Angelo Branduardi, ihre Ohren und ihr Herz zu gewinnen. „Den habe ich tatsächlich im Fernsehen zum ersten Mal gehört“, erinnert sie sich. „Seine Musik begleitet mich schon sehr lange und hat mich von Anfang an berührt.“

Weltmusik ist ihr ebenfalls nicht fremd. Gerne erinnert sie sich an die Interrail-Reise nach Marokko, wo sie die landestypische Musik kennenlernte. „Ich war schon immer an fremden Kulturen interessiert.“ Hingegen schätzt sie Free Jazz und Opernmusik nicht besonders. Klassik ansonsten aber schon. „Ich mag dies, und ich mag das“, zieht Mirjam Starke Bilanz. „Aber klassische Musik liebe ich. Dabei kann ich am besten entspannen. Vielleicht liegt es daran, das viele klassische Stücke länger als die drei Minuten sind, an die man sich gewöhnt hat. Man kommt dann leichter in einen Flow, wird mitgezogen von der Musik. Die leichteren Bach-Sachen gehen immer, desgleichen Händel – die Feuerwerksmusik – oder die ‚Vier Jahreszeiten‘ von Vivaldi. Mozarts ‚Requiem‘ ist auch tolle Musik, zieht mich aber runter und ist depressiv. Dann lieber die ‚Carmina Burana‘ von Carl Orff“, schildert sie.

Früher war sie eine fleißige Konzertgängerin, sah auch John Miles in einer „Night of the proms“ in Köln („Sensationell!“), und die britische Poetin und Musikerin Anne Clark („Das war öde.“). Heute ist sie nicht mehr so oft unterwegs. „Hat mit dem Alter zu tun. Heute brauche ich einen Sitzplatz“, sagt sie und lacht. „Rock am Ring geht also nicht mehr.“ Mirjam Starke wird das verschmerzen können.

Zur Person

1967 in Köln geboren, wuchs Mirjam Starke in Kerpen auf und lebt seit 1999 in Remscheid – „und zwar sehr gerne“. Die ehemalige Intensivkrankenschwester ist Foodsharing-Botschafterin und wurde für ihr Engagement vom Bundespräsidenten ausgezeichnet. Vorzugsweise abends setzt sie sich in eine stille Ecke und lauscht konzentriert verschiedener Musik. „In der Badewanne streame ich“, bekennt sie. „Und berieseln lasse ich mich gerne vom Radio.“ Sie freut sich auf den Besuch des Festaktes im Teo Otto Theater anlässlich des 3. Oktobers.

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