Auf der Bühne geht es turbulent zu

Shakespeare Company zeigte „Angela I.“

Von Sabine Naber

Alt-Remscheid Chaos, Geschrei, Unverständnis. Es ist laut, zwischendurch witzig, mit vielen Anspielungen und tragischen Schlussfolgerungen – auf der Bühne des Teo Otto Theaters ging es am Donnerstagabend zuweilen wild zu. Bremens Shakespeare Company war mit dem Schauspiel „Angela I.“ von Katja Hensel zu Gast.

Ein Theaterspiel, das zwar in der Zukunft spielt – Angela Merkel ist nicht mehr Bundeskanzlerin, hat sich im Fundus des Bundestages zurückgezogen –, dem man aber ob der blitzschnell wechselnden Szenen, die schlaglichtartig zurück und wieder nach vorne springen, nicht so ganz einfach folgen kann.

Bestes Beispiel der Start: Noch bevor sich der Vorhang hob, rollten die sechs Protagonisten, die hier Kita-Kinder spielten, auf froschgrünen Bobbycars auf die Bühne und schilderten einen Schwimmbadbesuch, bei dem sie alle vom Dreimeterbrett gesprungen seien. Nur ein Mädchen nicht. „Wir haben sie 100 Jahre angefeuert. Geschrien und geschimpft. Bis wir keine Lust mehr hatten und gehen wollten. Erst dann ist sie gesprungen.“ Eine Szene, die in einer der Merkel-Biografien ähnlich geschildert wurde.

Auf einer leeren Bühne sieht man anschließend nur eine hohe Steinwand. Aus der Öffnung in der Mitte stürmen die ehemalige Stylistin und der Fahrer der Kanzlerin (Petra-Janina Schulz, Markus Seuss) und behaupten, die Welt gehe schließlich nicht unter, wenn eine Frau den Zirkus verlässt. Aber auch, dass keiner ein Mensch wie Angela sei. Und man müsse nur lange genug reden, um es passend zu machen.

„Das ist nicht mehr mein Bundestag. Mit diesen Dienern ist dem Volk nicht zu helfen“, betont Merkel (Silke Buchholz), die aus dem Fundus auftaucht und ihre berühmt gewordene Raute zeigt. „Sie müssen loslassen, Frau Merkel“, raten ihr die Politiker (Peter Lüchinger, Michael Meyer) als Merkel sich über den „verdammten, missratenen Osten“ aufregt. Und schon fallen die ersten Steine aus der Bühnenskulptur. Und später ergreift sogar ein kreischender Bundesadler die Flucht.

Helmut, Loki und Doris beim Skat behaupten: „Du bist unser Verderben, Angela.“ Währenddessen deckt Angela den Tisch für ihre Gäste, will Sarah Wagenknecht gegenüber von Thomas Gottschalk und die Bildzeitung neben Böhmermann platzieren. „Ich habe immerhin regiert. Und war keine politische Salatbeilage“, rechtfertigt sie sich. Sie habe einen Plan gehabt, sich aber Deutschland ganz anders vorgestellt. „Vielleicht möchte ich auch Ex-Bundeskanzlerin werden“, schwärmt die Praktikantin (Sofie Alice Miller).

Am Ende die Lösung des Problems: Eine glitzernde Krone liegt auf der Bühne, Merkel wird zur Königin von Deutschland gekrönt, weil die Demokratie für das Volk zu schwierig sei. Am Ende gab es viel Applaus.

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