„Auch in traurigen Zeiten gibt es Hoffnung“

Annette Cersovsky, stellvertretende Superintendentin. Foto: ric
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Annette Cersovsky, stellvertretende Superintendentin.

Die stellvertretende Superintendentin Annette Cersovsky zum Totensonntag

-mw- Der Kalender weist für den morgigen Sonntag, 21. November, „Totensonntag“ aus. Aber was bedeutet dieser Tag genau? Annette Cersovsky, stellvertretende Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, klärt auf.

Was ist Totensonntag?

An diesem Tag wird in besonderer Weise der Verstorbenen gedacht. „Viele Menschen gehen um den Totensonntag herum auf die Friedhöfe und richten die Gräber her oder schaffen zu Hause Zeiten und Orte für Erinnerungen“, erklärt Annette Cersovsky. Aber der Tag hat auch noch einen zweiten Namen: Ewigkeitssonntag. „Ein Gedenken der Toten soll nie ohne eine Perspektive der Hoffnung geschehen, dass unser Leben größer gedacht ist, als wir selbst sehen können. Und so sind das Totengedenken und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten an diesem Tag miteinander verflochten.“

Der Totensonntag markiert einen besonderen Punkt im evangelischen Kalender. Welchen?

Mit dem Totensonntag endet das alte Kirchenjahr und mit dem darauffolgenden 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr, erklärt die Pfarrerin. „Die Hoffnung auf die Auferstehung nimmt den Angehörigen nichts von der Trauer und dem Schmerz über den Verlust, den sie erlebt haben, aber die Wende zum Advent hin erinnert daran, dass wir in dieser dunklen und traurigen Zeit nie ohne Hoffnung sein müssen.“ Jesus selbst habe sich als Licht bezeichnet, das in die Welt gekommen ist, damit niemand in der Dunkelheit bleiben muss, sondern das Licht des Lebens hat – durch den Tod hindurch.

Wie sollte man sich an diesem Tag verhalten? Auch der Weihnachtsmarkt pausiert.

Der Totensonntag gehört zu den sogenannten „stillen Tagen“. „Für mich bedeutet das zuallererst ein respektvolles Verhalten all denjenigen gegenüber, die in diesem Jahr einen Menschen verloren haben und denen nicht nach Feiern und Fröhlichkeit zumute ist – vielleicht vergleichbar mit den Schweigeminuten, die wir auch von offiziellen Anlässen oder aus Fußballstadien kennen“, sagt die stellvertretende Superintendentin. Der Tod betreffe alle Menschen auf die eine oder andere Weise. „Der Totensonntag kann deshalb auch ein Tag sein, der uns als Gesellschaft daran erinnert, dass Verlust und Trauer zu unserem Leben dazugehören und wir einen sorgsamen Umgang damit nicht verlernen dürfen.“

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