Kirchenkreis zentralisiert Verwaltung

Auch die Kirchen in Remscheid müssen sparen

Susanne Heynen und ihre Selbsthilfegruppe sind bei Denise Wendland im Café Sonntag untergekommen.
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Susanne Heynen und ihre Selbsthilfegruppe sind bei Denise Wendland im Café Sonntag untergekommen.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Die Stadtkirchengemeinde stellt sich neu auf – Diakonie und Verwaltung ziehen um. Der Standort an der Kirchhofstraße wird aufgegeben.

Remscheid. Zum 31. März kommenden Jahres wird das Diakonische Werk des Kirchenkreises Lennep seinen Standort in der Kirchhofstraße 2 aufgeben. Der Mietvertrag läuft aus und wurde von der Diakonie nicht verlängert. Der örtliche Wohlfahrtsverband zieht schräg gegenüber in den großen Gebäudekomplex an der Stadtkirche in der Schulgasse.

Damit verbunden ist ein weiterer Wechsel: Der Kirchenkreis wird seine Verwaltung zentralisieren. Bislang ist diese in der Schulgasse und der Geschwister-Scholl-Straße in Lennep untergebracht. „Aus zwei Standorten wird einer“, erklärt Superintendentin Antje Menn. Die Kreissynode, die im Gemeindezentrum Hünger tagte, stimmte am Wochenende den Plänen zu, bei denen Kostenersparnis in Zeiten sinkender Kirchensteuereinnahmen eine wichtige Rolle spielt. Laut offizieller Statistik war die Kirchensteuer 2020 bundesweit zum Beispiel um etwa 800 Millionen Euro gesunken, das merken auch die Gemeinden vor Ort.

„Aus zwei Standorten wird einer.“

Superintendentin Antje Menn über die Zusammenlegung der Verwaltung in Lennep

Die Bündelung der Kapazitäten in der Verwaltung sorgt dafür, dass das Diakonische Werk genügend Platz rund um den Vaßbenderplatz vorfinden wird. Der langgestreckte Komplex vom alten Gemeindesaal hoch bis zur Schulgasse wird die beiden Etagen (Erdgeschoss und Keller), die das Diakonische Werk jetzt nutzt, aufnehmen können. Nach dem Auszug der Kirchenkreisverwaltung wird es im Gebäudekomplex Umbaumaßnahmen, Durchbrüche und eine neue, großzügige Raumstruktur geben. Florian Schäfer, Leiter des Diakonischen Werkes, spricht von einer „bewussten Entscheidung in Zeiten, die zum Sparen zwingen“.

Der Wohlfahrtsverband ist seit 2008 im „My Viertel“. Er hätte zwar den Vertrag noch einmal verlängert, sagt der Geschäftsführer, aber nicht langfristig. Deshalb entschieden sich Mieter und Vermieter zu einem Schnitt. Für die Kirchhofstraße 2 ist ein Nachmieter gefunden. Eine Remscheider Firma wird dort im kommenden Frühjahr einziehen, sie wächst und war auf der Suche nach mehr Platz.

Mit dem Diakonischen Werk muss auch die Demenz-Selbsthilfegruppe „Hör mir zu“ raus. Deren Gründerin Susanne Heynen wird die Möbel, die in dem Beratungszimmer stehen, an die evangelische Jugendhilfe weitergeben. Gruppentreffen finden im Café Sonntag statt, Beratungen momentan bei Heynen daheim. Sie ist auf der Suche nach einem ebenerdigen Raum, der rollstuhlgerecht erreicht werden kann und sanitäre Einrichtungen bietet, um die 20 Quadratmeter.

Florian Schäfer ist sicher, „Hör mir zu“ unter dem neuen Dach in der Schulgasse unterzubringen. Auch für das „My-Viertel-Radio“, dem ein Raum zur Verfügung gestellt wurde, hat Schäfer eine Alternative im Auge: das Werkstattatelier der Diakonie in der Kirchhofstraße 5.

Für die Fahrradreparatur war kurz eine Unterbringung im Bunker unter der Stadtkirche angedacht worden. „Doch das Gewölbe ist zu feucht. Wenn es stark regnet, tropft es unten durch“, meint Schäfer. Auch hier zeichnet sich eine Lösung ab: Die Zweiradwerkstatt soll in der Schulgasse eine neue Heimat finden. Überhaupt kann Schäfer etwaige Sorgen der Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker zerstreuen, die in der Schulgasse ihre Heimat haben. „Alle werden dort weiterhin ihren Platz haben“, verspricht Florian Schäfer.

Hintergrund

Die Stadtkirchengemeinde ist eine von 16 protestantischen Gemeinden im Kirchenkreis Lennep, die zusammen rund 60 000 Mitglieder haben. Weil die Grenzen des Kirchenkreis aus der Zeit vor den Gebietsreformen 1929 und 1975 stammen, gehören neben sieben weiteren Remscheider Gemeinden auch je vier im Oberbergischen Kreis und im Rheinisch Bergischen Kreis dazu.

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