e-Learning-Plattform

Atom, Strahlung & Co.: Mit Wilhelm lernen Schüler eigenständig

RöLab-Leiterin Anna Kätker, Dr. Andreas Jagenburg (ccm-Campus) und Lehrer Carsten Rödding (v. l.) wollen zeigen: Physik macht Spaß. Foto: Michael Schütz
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RöLab-Leiterin Anna Kätker, Dr. Andreas Jagenburg (ccm-Campus) und Lehrer Carsten Rödding (v. l.) wollen zeigen: Physik macht Spaß.
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Schulen können e-Learning-Plattform kostenlos nutzen – THG in Rade hat sie getestet.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wo kann man schon Atomkern und Atomhülle per Mausklick verschieben? Bei Wilhelm. Er hat schließlich gerade per Video erklärt, wie ein Atom aufgebaut ist. Nun ist es eigentlich recht leicht, Proton, Neutron und Elektron mit der Maus an die richtige Stelle zu setzen – überprüfen – richtig. Das leuchtende Sternchen zeigt: gut gemacht. Und weiter geht’s zu den Quanten und der Radioaktivität. Immer begleitet von Wilhelm Conrad Röntgen.

Mit „Wilhelms Kurse“ hat das Unternehmen ccm-Campus GmbH aus Leverkusen in Kooperation mit dem Deutschen Röntgen-Museum eine digitale Lernplattform erschaffen, die Lust auf Physik macht. Schulen können sie kostenlos nutzen. Sie müssen sich nur anmelden (| Kasten). Die Idee: Schüler können zu Hause oder in der Schule spielerisch an Computer oder Tablet die Grundlagen der ionisierenden Strahlung erlernen. Es gibt sechs Module. Jedes dauert etwa 45 Minuten. Anschließend können sie ihr neues Wissen direkt anwenden: in den spannenden Experimentierkursen mit Anna Kätker im Röntgen-Labor RöLab. „So können wir die Zeit in den Kursen jetzt optimal nutzen“, sagt Museumsleiter Dr. Uwe Busch. Denn das Erklären der Grundlagen nahm in der Vergangenheit oft so viel Zeit ein, dass die Schüler mit ihren Forschungen im Labor aufhören mussten, als es gerade am spannendsten war.

Das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) Radevormwald hat die e-Learning-Plattform bereits getestet. „Die Schüler haben den Kurs in drei Wochen im Computerraum durchgearbeitet. Sie waren begeistert, weil sie so viel selbstständiger gelernt haben als im Frontalunterricht“, erzählt Physiklehrer Carsten Rödding. Danach fuhr das THG, das eine Bildungspartnerschaft mit dem Röntgen-Museum hat, nach Lennep und experimentierte im RöLab weiter. „Das e-Learning ergänzt den Unterricht und bereitet bereits auf das digitale Lernen in der Uni vor“, sagt Rödding. Inhaltlich deckt der Kurs die Abiturvorgaben zum Aufgabenfeld „Strahlung und Materie“ ab.

Dr. Andreas Jagenburg von ccm-Campus, Facharzt für Radiologie, sieht in „Wilhelms Kursen“ eine neue, attraktive Lernmethode. „Die Lernenden werden viel mehr aktiviert, sie konsumieren nicht nur. Das e-Learning fördert die Kreativität.“ Bewusst habe man Videos, unter anderem aus dem Museum, integriert. „Studien haben gezeigt, welche Bedeutung Youtube bei den Schülern hat. Das kennen sie.“ Jeder könne nach seinem Tempo lernen. „Es geht nicht um Auswendiglernen, sondern um Verstehen.“

Dieser Aha-Effekt stellt sich spätestens im RöLab ein, das sich nun überregional für alle Schulen öffnet. Hier kann jeder Jugendliche Physik live erleben. „Wir wollen zeigen: Physik macht Spaß. Denn schwer sind die Dinge nur, wenn man sie nicht versteht“, sagt Dr. Busch.

Anmeldung

Um eine Klasse für den e-Learning-Kurs anzumelden, schickt der Lehrer einfach eine E-Mail an das Röntgen-Museum und gibt seine Schule sowie die Zahl der gewünschten Zugänge an. Anschließend erhält der Lehrer eine Liste mit anonymisierten Schüler-Accounts und zufällig generierten Passworten, über die sich die Schüler anmelden können.

info@roentgenmuseum.de

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