Weltklassik am Klavier

Atemberaubend schnell greift er in die Tasten

Pianist Alexey Lebedev erhielt in der Klosterkirche Lennep nicht enden wollenden Applaus.
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Pianist Alexey Lebedev erhielt in der Klosterkirche Lennep nicht enden wollenden Applaus.

Alexey Lebedev präsentierte Werke von Beethoven, Liszt und Chopin.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die Pianisten, die bei „Weltklassik am Klavier“ auftreten, zeichnen sich durch Erfolge bei internationalen Wettbewerben und besondere Persönlichkeit aus. So auch Alexey Lebedev, der am Sonntagabend nicht zum ersten Mal in der Lenneper Klosterkirche zu Gast war und längst zur Elite der jungen Generation am Klavier zählt.

Jörg Martin Kirschnereit, der als Präsident des Remscheider Lions-Clubs erst kürzlich die Organisation der ambitionierten Veranstaltungsreihe von Kathrin Haarstick und Marga Uken übernommen hat, freute sich über den gefüllten Saal und kündigte ein grandioses Programm an.

Der Pianist startete mit Ludwig van Beethovens Polonaise C-Dur für Soloklavier, die 1815 veröffentlicht wurde und die er der „Kaiserin Elisabeth Alexejewna von Russland gewidmet hatte. Tänzerisch und zugleich gewaltig klang Lebedevs Spiel, intensiv und hingebungsvoll interpretierte er die Komposition. Die Klavier-Sonate Nr. op. 57 „Appassionata“, die er als nächstes spielte, gilt als ein Höhepunkt im Schaffen Beethovens. Atemberaubend schnell bearbeiteten seine Hände die Tasten, wuchtig, erzählerisch, laut und aufrüttelnd brauste die Sonate durch den Saal.

Das Publikum zeigte sich begeistert, bedankte sich mit Bravo-Rufe und nicht enden wollendem Applaus. „Mir gefällt die Atmosphäre hier in der Klosterkirche. Sie passt zur Veranstaltungsreihe. Ich bin heute zum ersten Mal dabei, kenne die Appassionata aber schon aus Konzerten im Teo Otto Theater“, berichtet Besucherin Hannelore Bachmann.

Im zweiten Teil des Programms wurde es träumerisch

„Technisch ist Lebedev hervorragend. Aber bei seiner enormen Schnelligkeit geht improvisatorisch etwas verloren“, sagte Dr. Wolfgang Pütz. „Im dritten Satz beispielsweise, wenn die eine Hand über die andere geht, dann soll eine Melodie entstehen. Aber das passiert nicht.“

Im zweiten Teil seines Programms spielte Alexey Lebedev zunächst die fünf Mazurken Opus 7 von Frédéric Chopin, die er zwischen 1830 und 1832 komponiert hatte. Zunächst eingängig mit einer volkstümlichen Methodik wurde es später träumerisch, dann ein wenig mystisch und düster bis hin zum beschwingten Ende.

Virtuos gelang dem Pianisten auch „Après une lecture de Dante“. Franz Liszt hatte die einsätzige Sonate unter dem Eindruck von Dantes „Göttlicher Komödie“ aufgenommen und beschreibt eindrucksvoll den Ritt der Seele zur Hölle. Nach diesem mit überbordender Leidenschaft gespielten Konzert ließen die Zuhörer den Pianisten nicht ohne Zugabe gehen. Lebedev erzählte, dass er sich zurzeit verstärkt mit den Werken Chopins beschäftigt und kündigte vier weitere Mazurken an und war sich sicher: „Da hören Sie sofort, dass es Chopin ist.“

Zum nächsten Weltklassik-Abend wird für Sonntag, 21. August, um 17 Uhr in die Klosterkirche eingeladen. Katie Mahan spielt „Mozart pur – Alla Turca – Lacrimosa.“

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