Artenschutz ist kein Hindernis für neues Gewerbegebiet

Lenneper Bezirksvertretung befasste sich mit Gutachten über die Tierwelt in Bergisch Born

Von Frank Michalczak

Der Artenschutz stellt kein unüberwindbares Hindernis für das neue Gewerbegebiet dar, das Remscheid mit den Nachbarstädten Wermelskirchen und Hückeswagen am Gleisdreieck in Bergisch Born erschließen will. Dies ist das Fazit, das Baudezernent Peter Heinze bei der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep zog.

Unter Vorsitz vom neuen Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Bündnis 90/Die Grünen) befasste sich das Gremium am Mittwochabend mit einem Gutachten zum Thema. Dazu war Volker Bösing vom Fachbüro Froelich und Sporbeck mit Sitz in Bochum im Rathaus per Internet-Videoverbindung zugeschaltet, der die Tierwelt am Gleisdreieck unter die Lupe genommen hatte. Die „sensibelste Art“, die er dort entdeckte, sei der Baumpieper. Den Vögeln gelte es, Rückzugsmöglichkeiten einzuräumen – zum Beispiel, indem die drei Städte auf einen Teil des Erschließungsgebietes verzichten oder Waldflächen in der Nähe des Gleisdreiecks für die Bedürfnisse des Baumpiepers herrichten.

Zudem schlug er einen 35 Meter breiten Grünstreifen rund um das Gewerbegebiet vor, der unter anderem den Fledermäusen als Lebensraum dienen könne. Der Gutachter listete diverse Arten auf, die sich im Planungsgebiet befinden. Hinzu gesellen sich „verschiedene Brutvögel“, Schwalben als Nahrungsgäste und auch Mäusebussarde, die in der Umgebung Brutstätten haben.

35 Meter breiter Grünstreifen soll Tieren Rückzugsmöglichkeit bieten

Diese Vielfalt sei „erstaunlich“, befand Markus Kötter (CDU). „Wir müssen leider feststellen, dass der Bestand an heimischen Singvögeln in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist und es einheimische Insektenarten einfach nicht mehr gibt.“ Da dürfe es im Hinblick auf die Schaffung neuer Gewerbegebiete kein „Weiter so“ geben. „Auch wenn es offenbar keine planungsrelevante Bestände gibt“, sagte Kötter.

Die vorhandene Tierwelt sollte auch durch Auflagen für künftige Betriebe geschützt werden, erläuterte Gutachter Bösing. Unter anderem dürfe der Grünstreifen rund ums Gewerbegebiet nicht beleuchtet werden. Zudem müssten die Unternehmen an den Fenstern ihrer Gebäude Maßnahmen treffen, um Vogelschlag zu verhindern. 100 Meter Abstand gelte es, von den Rückzugsmöglichkeiten des Baumpiepers zu halten, was bei der Verkehrsplanung zu beachten sei.

Obwohl der Artenschutz kein „K.-o-Kriterium“ sei, dämpfte Baudezernent Peter Heinze die Hoffnung auf einen schnellen Baubeginn. „Es kommt jetzt auf die Grunderwerbsfrage an.“ Zumindest könnten nun die Verhandlungen mit den Privatbesitzern der Grundstücke intensiviert werden. In einem weiteren Schritt müsse der Bebauungsplan in Abstimmung mit den beiden Partnerkommunen geändert werden. Zwei Jahre werde es dann dauern, bis ihn die jeweiligen Stadträte verabschieden können. So bleiben also Baumpieper, Fledermäuse und Co. bis auf weiteres erst einmal ungestört.

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