Liebe und Musik Open Air Festival

Torsten Sträter: „Armin Laschet regt mein Humorzentrum so gar nicht an“

Torsten Sträter, geboren 1966 in Dortmund, ist Autor und Slam-Poet, Kolumnist, Satiriker, Komiker und Vorleser. Foto: Guido Schröder
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Torsten Sträter, geboren 1966 in Dortmund, ist Autor und Slam-Poet, Kolumnist, Satiriker, Komiker und Vorleser.

Der Comedian Torsten Sträter tritt am 31. August in Remscheid auf.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Herr Sträter, auf was darf sich das Remscheider Publikum bei Ihrem Auftritt auf dem Schützenplatz am 31. August gefasst machen?

Torsten Sträter: Auf Blödsinn und zumindest halbstrukturierten Quatsch. Es wird ein Sommerspecial, das so zusammengestrafft ist, dass es wirklich lustig ist. Sonst erzähle ich in meinen Programmen zwischendurch auch unlustige Sachen, das lass ich aber jetzt weg. Es wird lustig kompakt, kompakt lustig. Ich freue mich drauf, denn es hat mir gefehlt. Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass das Wetter mitspielt, das macht mich ein bisschen nervös. Ich lebe den Moment, wenn ich da bin, und das ist das Beste, das es gibt. Nichts schlägt das Gefühl, live vor Leuten zu stehen, da kommt nichts mit, auch kein Urlaub, nix.

„Sollte ich eine gesellschaftliche Tiefe haben, ist es aus Versehen.“

Torsten Sträter

Wie entstehen Ihre Texte und Niederschriften in Ihrem charakteristischen kleinen Büchlein?

Sträter: Die entstehen so: Ich setz mich mit Absicht ins Café und vermerke das für mich als Recherchezeit, saufe Kaffee und esse mindestens einmal die Stunde ne Waffel mit Sahne, das ist nicht gut, ich weiß. Ich mache mir Notizen im Handy, vergesse sie aber wieder und gucke beim nächsten Mal so lange drauf, bis es mir wieder einfällt. Dann setze ich mich ins Büro und schreibe, schreibe, schreibe.

Was wollen Sie mit Ihren Texten bewirken?

Sträter: Genau: nichts. Sollte ich eine gesellschaftliche Tiefe haben, ist es aus Versehen. Ich möchte nur, dass die Leute es lustig finden. Wir haben schon Leute für alles in Deutschland – für die moralischen Untiefen der Gesellschaft genauso wie große Lyriker. Ich möchte einer fürs Lustige sein.

Wie wichtig ist das Lachen in Zeiten wie diesen?

Sträter: Ich habe immer gedacht, das sei ein bisschen überzogen und habe Eckart von Hirschhausen belächelt, wenn er sagt: Lachen hilft heilen. Vor Corona habe ich gedacht: Ach, die Leute lachen vorm Fernseher genauso viel wie im Publikumsverbund, aber das stimmt nicht. Ich habe meine Meinung geändert. Außerdem will ich mich selbst auf der Bühne amüsieren. Eckart von Hirschhausen hatte doch Recht, weil mir hilft es, mir selbst zu helfen.

Wie viele Auftritte haben Sie derzeit?

Sträter: Ich hab schon einiges, aber nicht wie vor Corona. Normalerweise hätte ich 200 Auftritte im Jahr durchgeknechtet, dann eine kleine Sommerpause gemacht, weil ohnehin alle Theater zu sind. Diese Regeln gelten nun mal nicht mehr. Jetzt ist es so: Ich mach, was kommt, damit ich was machen kann. Es ist schließlich mein Beruf. Ich freue mich über jede Live-Anfrage. Mir ist auch egal, ob nur 100 Leute kommen, ich hänge nicht an einer 5000er- Halle. Wenn die Leute auf der Weide in Dexheim sitzen und der sprechende Ofenkäse steht vorne und erzählt was, ist das genauso schön.

Worüber können Sie persönlich am besten lachen? Und worüber überhaupt nicht?

Sträter: Ich kann am besten lachen über ziemlich viel Zeug, leichte Schwierigkeiten habe ich aber mit deutschen Komödien, abgesehen von Klassikern wie ,Bang Boom Bang‘. Ich lache sehr über Mirco Nontschew. Es ist gesellschaftlich nicht zu rechtfertigen, dass der Mann nicht auftritt. Ich lache über Jürgen von der Lippe. Oder Jochen Malmsheimer, weil er den Intellekt anspricht, ist also doppelt wertvoll. Salim Samatou von der RebellComedy ist auch richtig richtig lustig, ein viel zu selten genannter Name. So gar nicht lachen kann ich über Armin Laschet. Er regt mein Humorzentrum sowas von gar nicht an, was uns vor die Frage stellt, was er so lustig findet diese Tage. Auch was er berufsmäßig macht, spricht nicht mein Humorzentrum an. Genauso wenig die Corona-Lockerungen in Großbritannien. Ich komm da zwar nicht hin, aber fühle mit den Menschen. Auch nicht lachen kann ich über all das, was man auf Tiktok sieht, dieser komplette Flacherde-Bullshit. Ich versuche es zwar, mit dem Auge des Satirikers zu sehen, aber es gelingt mir nicht, es ist einfach nur krank.

Wenn Sie in Remscheid auftreten, ist Spätsommer. Kommt dennoch Ihr Markenzeichen, die Strickmütze, mit?

Sträter: Alles über 25 Grad ist albern mit Mütze, aber dann setz ich mir eben einen Hut auf.

Karten

Torsten Sträter tritt im Rahmen des „Liebe und Musik Open Air Festivals“ am Dienstag, 31. August, ab 20 Uhr auf dem Schützenplatz auf. Karten je Zweier-Sitzgruppe kosten in der zweiten Preisgruppe 62 Euro. Die erste Preiskategorie ist ausgebucht. Mit der RGA-Karte gibt es 10 Prozent Rabatt auf maximal zwei Tickets.

remscheid-live.de

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