Berufliche Integration arbeitsloser Menschen

Arbeit Remscheid steht vor Problemen – So steht es um den Freizeitpark Kräwi

Bei Temperaturen über 30 Grad war es an der Kräwi noch recht leer – und das, obwohl das Freibad geschlossen ist.
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Der Freizeitpark Kräwi an der Wuppertalsperre wird von der Arbeit Remscheid betrieben. Kann der Betrieb dort weiterlaufen?

Die gemeinnützige GmbH erhält weniger geförderte Stellen. Dadurch muss die Arbeit Remscheid Abstriche machen.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ein Vierteljahrhundert alt wird die Arbeit Remscheid im kommenden Jahr. Seit 1999 schon ist die gemeinnützige GmbH in der beruflichen Integration arbeitsloser Menschen tätig. Das allerdings werde zunehmend schwieriger, berichtete Geschäftsführer Ralf Barsties unlängst im Sozialausschuss. Unter anderem, weil die Arbeit Remscheid inzwischen immer seltener Maßnahmen für Arbeitsagentur und Jobcenter durchführe. Und auch selber weniger geförderte Stellen erhalte.

Barsties betont allerdings: Die Eigenbetriebe, darunter der Freizeitpark Kräwi und das Kaufhaus Remscheid am Markt, seien dadurch zurzeit nicht gefährdet. Gerade der Freizeitpark an der Wuppertalsperre laufe sehr erfolgreich, konnte im vergangenen Jahr mit rund 47  000 Besuchern einen neuen Rekord verbuchen. Und auch das Kaufhaus befinde sich nach einer schwierigen Zeit auf einem guten Weg. „Wir haben im letzten Jahr einige Maßnahmen ergriffen“, sagt Barsties. So habe man die Einnahmen des Kaufhauses erhöhen und das Defizit verringern können.

Dabei lebt das Kaufhaus nicht nur von den Verkaufserlösen der gespendeten Möbel und anderer Gegenständen, sondern auch davon, dass die Jobs der Mitarbeiter zumindest teilweise gefördert werden. Ein schwieriges Geschäft, wie Barsties meint. Denn die meisten Förderungen, insbesondere die nach Paragraf 16i Sozialgesetzbuch II, seien „persönliche Bewilligungen“. Sie gelten also für die jeweilige Person, nicht für die Stelle. Hört der Mitarbeiter auf, ist die Förderung erst mal weg. „Da wünschen wir uns, dass wir einen Ticken mehr Sicherheit bekommen“, sagt Barsties.

In der Spitze habe die Arbeit Remscheid 33 solcher Stellen gehabt, heute seien es noch zehn, erklärt der Geschäftsführer. Das aufzufangen, sei schwierig, gelinge zum Teil durch Maßnahmen, die früheren Ein-Euro-Jobs gleichen, und auch durch reguläre, damit aber auch teure Jobs. Der Rest bleibe im Zweifel liegen: „Bestimmte Sachen können wir in dieser Intensität einfach nicht mehr machen“, sagt Ralf Barsties. „Auch wenn es eigentlich sinnvoll wäre.“

Geschäftsführung will sich nach neuen Aufgaben umsehen

Abstriche habe man auch beim zweiten Standbein, der Arbeit Remscheid, bei den Maßnahmen zur Aktivierung und Vermittlung von Arbeitslosen, machen müssen, sagt Barsties: „Inzwischen werden deutlich weniger und deutlich kleinere Maßnahmen ausgeschrieben.“ Weil gleichzeitig die Zahl der Anbieter gestiegen sei, bekomme man immer weniger Aufträge von Jobcenter und Agentur für Arbeit.

„Es gehört zum Geschäft, dass Maßnahmen kommen und gehen“, sagt Barsties. Doch bisher habe man das meist ausgleichen können, Personal und Räume, die für einen Auftrag nicht mehr benötigt wurden, für einen anderen einsetzen können. Das sei nun wohl vorbei. „Ich habe im November drei neue Leute eingestellt“, berichtet der Geschäftsführer. Nachdem vor kurzem eine große Maßnahme, die die Arbeit Remscheid bisher durchgeführt hatte, ohne erneute Ausschreibung auslief, seien zwei davon inzwischen wieder gekündigt.

Eine Idee sei nun, sich „in benachbarten Feldern“ nach neuen Aufträgen umzusehen. So sei die Arbeit Remscheid zum Beispiel im Übergang Schule-Beruf tätig. „Da finden sich bestimmt noch andere Aufgaben, die wir übernehmen können, es braucht nur immer jemanden, der das auch bezahlt.“ Auch die Eigenbetriebe werde man wohl am Laufen halten, ist Ralf Barsties überzeugt: „Wir haben bisher noch immer einen Weg gefunden, das auszugleichen.“

Das gelte so auch für die gesamte gemeinnützige GmbH, betont der Geschäftsführer. Die habe zuletzt drei Jahre in Folge Verluste erwirtschaftet, konnte diese aber mit Rücklagen ausgleichen. 2022 sei da schon wieder besser gelaufen: „Das vergangene Jahr werden wir wohl mit einem kleinen Plus abschließen.“

Hintergrund

Die Arbeit Remscheid gGmbH betreibt das Kaufhaus am Markt, den Freizeitpark an der Kräwi, die Alte Stadtgärtnerei, die Projektwerkstatt. Zudem gibt es Lager und Logistik sowie Hauswirtschaft. Gesellschafter sind die Stadt Remscheid, der Arbeitgeberverband von Remscheid und Umgebung, die Kreishandwerkerschaft, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Lennep und Limes Qualifizierung GmbH.

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