Wanderserie

Mit dem RGA wandern: Aprath und Düssel machen Lust auf Niederberg

Unter Freiherr Johann Abraham Friedrich von Syberg wurde 1722 vor Ort ein herrschaftliches Schloss errichtet – die Überreste sind heute als Schloss Aprath bekannt.
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Unter Freiherr Johann Abraham Friedrich von Syberg wurde 1722 vor Ort ein herrschaftliches Schloss errichtet – die Überreste sind heute als Schloss Aprath bekannt.

Der RGA stellt Wanderrouten vor: Heute geht es entlang von Feldern und durch kleine Siedlungen.

Von Andreas Erdmann

Eine schöne Runde im Niederbergischen Land mit viel Natur, einem Stauteich und einer Reihe historischer Gebäude bietet die Strecke von Wülfrath-Aprath nach Düssel. Fast ausschließlich geht es über freie Felder und durch Hofschaften. Den Wald versuchen wir angesichts der Sturmschäden der vergangenen Tage zu meiden – dennoch ist überall Vorsicht geboten.

Wir beginnen unsere Wanderung am Bahnhalt Wülfrath-Aprath. Dort ist auch ein Parkplatz. Auf dem Voisberger Weg gelangen wir zur Wiedener Straße und zur Straße Aprath. Der Ortsname Aprath geht auf den 1150 erstmals erwähnten Rittersitz „Abbatisrothe“ zurück, der im 12. Jahrhundert auch „Abetrothe“ und 1715 „Abroth“ hieß. Der Begriff bedeutet „Rodung des Abtes“.

Blick auf Düssel. Der Name geht auf das germanische thusila zurück, was „brausen, rauschen, tosen“ bedeutet.

Bei dem Gebäudeensemble Aprath 9 links an der Landstraße handelt es sich um die als Schloss Aprath bezeichneten Überreste der mittelalterlichen Burg. Unter Freiherr Johann Abraham Friedrich von Syberg wurde 1722 vor Ort ein herrschaftliches Schloss errichtet. Dessen Haupthaus ließ Gastronom Willy Bergmann um 1900 zum Ausflugslokal umgestalten. Die wehrbauliche Form des Bergfrieds war Vorbild für den Wiederaufbau des restaurativen Bergfrieds auf Schloss Burg. Nachdem Schloss Aprath verfiel, riss man es 1986 größtenteils ab. Von der mittelalterlichen Wehranlage sind heute Gebäudereste vorhanden. Auch das 1890 vom damaligen Schlossherrn gestiftete Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht noch. Dorthin gelangt man, indem man ein Stück an der Straße zurückgeht, dann links in die Straße Aprath einbiegt. Der nächste Weg links führt zum Denkmal auf die Anhöhe.

Anschließend gehen wir geradeaus auf den Wald zu und überqueren die Straße Aprath zur Straße an der ehemaligen Klinik Aprath, die seit 2006 verfällt. Noch vor der Düssel biegen wir links in den Fußweg ein und gehen bachabwärts. Der Name Düssel geht auf das germanische thusila zurück, was „brausen, rauschen, tosen“ bedeutet. Links taucht bald der Mühlenteich mit der Aprather Mühle auf. Wir kommen später hierher zurück, folgen dem Weg Düsseler Feld geradeaus. Bald lädt eine Bank zur Rast ein. Dann treffen wir auf einen Findling am Wegesrand, der als Gedenkstein dem Heiligen Leonard, dem Schutzpatron der Knechte und Pferde, gewidmet ist.
Alle Folgen der Wanderserie finden Sie hier

Der Mühlenteich im Vordergrund, dahinter ist klein die Aprather Mühle zu sehen.

Schon von weitem taucht das beschauliche Dorf Düssel auf. Die Ursprünge des nach dem Bach benannten Ortes mit seinem noch heute erhaltenen historischen Ortskern reichen wohl ins 7. oder 8. Jahrhundert zurück. Wir kommen an der 1876 eingeweihten Evangelischen Kirche und einem Ensemble von Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert vorbei. Darunter befindet sich das Haus „am Iser“, das heute eine Gaststätte beherbergt. Linkerhand an der Dorfstraße 5 bis 7 treffen wir auf die Wasserburg Düssel. Sie wurde im 13. Jahrhundert über einem Hof errichtet, der erstmals 1182 Erwähnung fand. 1784 gestaltete die Familie Bredt die Burganlage neu und gab ihr den von der Düssel gespeisten Wassergraben. Bis 1945 blieb die Burg in Familienbesitz. Der Wassergraben wurde in den 1980er Jahren trocken gelegt. Erhalten sind noch die Vorburg mit den Stallungen sowie Reste älterer Bebauung aus den Gründungszeiten des Hofes und der Burg.

Düssel verfügt über eine Reihe weiterer historischer Bauten. Die Katholische Kirche St. Maximin von 1111 war eine der frühesten Stiftungen des Amts Solingen. Der Hauptteil des Eyserhauses an der Dorfstraße 8 stammt von 1682 und wurde von der Katholischen Kirche als Küsterhaus und Schule, nach der Reformation auch von der evangelischen Gemeinde als Kirchhaus genutzt. Der Name rührt von in den Boden eingelassenen Eisenstangen, die verhinderten, dass die frei an der Düssel herumlaufenden Schweine auf den Friedhof gelangten. Der Stumpf auf dem Hausdach zeugt von dem früheren Glockenturm. Interessant auch das alte Pfarrhaus, das Diakoniehaus, das Gemeindeamt sowie der große Fachwerkbau am alten Marktplatz. Davor steht ein Denkmal des bergischen Heimatdichters Carl Schmachtenberg.

Eine Bank am Düsseler Feld lädt zu einer Rast ein

In der Wasserburg hatte das Geschlecht der Bergischen Ministerialen von Düssel lange Zeit seinen Stammsitz.

Wir queren die Tillmannsdorfer Straße, folgen weiter der Dorfstraße, biegen dann links in den Hohlweg. Am Ende geht es rechtsrum ein Stück weit die Tillmannsdorfer Straße hinauf. Links vor dem abzweigenden Weg liegt der Tillmannsdorfer Sattel. Dabei handelt es sich um eine geologische Falte von vier Metern Höhe und 15 Metern Länge. Sichtbar ist geschichtetes Gestein aus der Zeit der hiesigen Gebirgsbildung vor etwa 300 Millionen Jahren. Der Kalkstein rührt von Riffkorallen. Der Weg davor verläuft am Feld entlang und durch einen Wald zum Kirchenfelder Weg. Diesem folgen wir links, an den Geleisen entlang, dann bergab ins Tal der Düssel. Bei Düsselfurt geht es dann links zurück in den Ort.

Wir folgen der Dorfstraße zur Evangelischen Kirche, biegen dann linkerhand in den Fußweg, der am Rand des Friedhofs bergan führt. Eine Bank am Düsseler Feld mit schönem Ausblick auf Düssel lädt zur Rast ein. Wir kommen zu einem Prozessionskreuz aus Sandstein. 1762 gefertigt, trägt seine barocke Kartusche die Aufschrift „Zum Trost der frommen Seelen“. Immer wieder ergeben sich herrliche Weitblicke. Dann folgt ein Waldweg. An der Straße Unterdüssel angelangt, geht es rechtsum bergab zum Aprather Mühlenteich, dort am Ufer entlang, vorbei an der einstigen Mühle. Am Ende treffen wir auf die Wiedener Straße und gelangen rechts zurück zum Ausgangspunkt.

Tour 41

Dauer: ca. 2 Stunden und 10 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach, auch für Kinder geeignet

Einkehren: Eine Reihe von Restaurationen am Weg lädt zur Rast ein: Kutscherstuben Wülfrath, Dorfstraße 6, 42489 Wülfrath, Tel. (0 20 58) 7 82 28 09; Restaurant Armer Ritter in der Wasserburg Düssel, Dorfstraße 7,Tel. (0 20 58) 89 69 99; Café Pützer, Dorfstraße 32, Tel. (0 20 58) 8 95 29 35.

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: Von Aprath nach Düssel

Tipp: Die ersten 40 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – gibt es als PDF-Download. Sowohl die ersten 20 als auch die weiteren 20 Teile sind für je 7,90 Euro erhältlich unter: www.bergisch-bestes.de

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