Prozess

Anzeige eines Nachbarn löste SEK-Einsatz und Verhaftung aus

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Gericht stellt Verfahren wegen falscher Waffenlagerung ein.

Gericht stellt Verfahren wegen falscher Waffenlagerung ein.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Weil er Waffen falsch gelagert und explosionsgefährliche Stoffe besessen hatte, musste sich ein Mann aus Remscheid jetzt im Amtsgericht verantworten. Der Tag endete für den 55-Jährigen ohne Urteil. Ein ihm nicht gut gesonnener Nachbar, hatte den Angeklagten mit dem Vorwurf, dieser würde alte Waffen kaufen, reparieren und an die rechte Szene verkaufen, bei der Polizei angezeigt.

Die Anzeige hatte zu einem SEK-Einsatz am 6. Februar geführt. In voller Montur verschafften sich die Einsatzkräfte Zutritt zur Wohnung des Angeklagten, verhafteten den 55-Jährigen sofort. Bei der Durchsuchung zeigte sich der Angeklagte äußerst kooperativ. Er wies die Beamten auf Waffen und Stoffe hin, die sich in seinem Haushalt befanden.

Als Inhaber des kleinen Waffenscheins, war es ihm durchaus erlaubt, bestimmte Waffen zu haben. Allerdings ist mit dem Besitz auch die ordnungsgemäße Aufbewahrung verbunden und vorgeschrieben. Genau darin lag das Problem. Er sei mitten im Umzug gewesen, erklärte der Mann im Gericht. Aus diesem Grund hätten sich die drei aufgefundenen PTB-Waffen (dazu gehören Reizstoff-, Schreckschuss- und Signalwaffen) sowie Munition nicht wie üblich in einem gesonderten Schrank, sondern in Umzugskartons und in einem Rucksack befunden. Allerdings sei die Munition zusätzlich in einer abgeschlossenen Stahlkassette und in Blechdosen gesichert gewesen.

Ehemaliges Mitglied eines Sportschützenvereins

Dass die Schreckschusspistolen zum Zeitpunkt der Durchsuchung falsch gelagert wurden, das räumte das ehemalige Mitglied eines Sportschützenvereins ein. Bei zwei Patronen handelte es sich um ganz besondere Geschosse. Diese habe er damals als Erinnerung an den nicht mehr existenten Verein mit nach Hause genommen.

Doch noch etwas hatte die Aufmerksamkeit der Polizei erregt. In einem Glasröhrchen befand sich eine gräuliche Substanz. Wie sich bei deren Untersuchung herausstellte, handelte es sich dabei um Nitrocellulosepulver. Das habe er von einem Freund geschenkt bekommen, erklärte der Angeklagte. Besagter Kumpel habe ihm erklärt, würde er das Pulver in einer bestimmten Waffe anwenden, hätte das Gerät mehr Kraft. „Für mich war das einfaches Schießpulver. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, dass es Sprengstoff ist. Ich habe es nie benutzt“, beteuerte der 55-Jähriger glaubhaft. Da er es aber nicht einfach entsorgen habe können, habe er es irgendwohin bei sich hingelegt und vergessen.

Aus den Akten ergab sich, dass sich der Angeklagte zur besagten Zeit tatsächlich im Umzug befunden hatte. Dies und auch die Einsicht des Mannes führten dazu, dass die Richterin sich entschied, das Verfahren ohne Auflagen einzustellen.

Das Landgericht Wuppertal verhängte eine Geldstrafe gegen eine Frührentnerin wegen menschenverachtender Bedrohung und Beschimpfung.

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