Vieringhausen

Geplante Kita: Anwohner befürchten Verkehrschaos

Ortstermin in der Stauffenbergstraße: Bezirksbürgermeister Otto Mähler (l.) mit Anwohner Lothar Cirkel am Standort der geplanten Kindertagesstätte.
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Ortstermin in der Stauffenbergstraße: Bezirksbürgermeister Otto Mähler (l.) mit Anwohner Lothar Cirkel am Standort der geplanten Kindertagesstätte.
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In der Stauffenbergstraße soll ein neue Kita entstehen. Nun melden sich die Anwohner zu Wort.

Von Andreas Weber

Remscheid. 600 Kita-Plätze fehlen in Remscheid. Die 65 bestehenden Einrichtungen reichen nicht, um den Bedarf zu decken. Zehn Neubauprojekte befinden sich in der Planung, Kitas in der Remscheider Straße (KTE Tannenhof II) und Sedanstraße (KTE Weltkinder) stehen im Frühjahr 2023 vor der Inbetriebnahme. In der Stauffenbergstraße sollen weitere 100 Plätze entstehen. Ein Investor steht bereit, als Träger würde Kind sein eV, ein Ableger der Verlässlichen, auftreten. Im Ortsteil Vieringhausen schlagen die Wogen im Vorfeld hoch.

Bei den Anwohnern in der Stauffenberg- und Brückenstraße ist die Skepsis groß. Nach der Sedanstraße wurde schon wieder eine Sackgasse für einen Kita-Bau ausgesucht. Das Verkehrschaos sei vorprogrammiert, befürchtet die Nachbarschaft. Ihren Unmut tat sie gestern Nachmittag bei einem Ortstermin kund, zu der Otto Mähler (SPD) eingeladen hatte. Lothar Cirkel aus dem Brückenweg hatte den Protest organisiert und überreichte dem Bezirksbürgermeister eine Unterschriftensammlung.

51 Anwohner sprechen sich gegen den Neubau auf der mit Wildwuchs überwucherten Freifläche zwischen den Häusern 9 und 19 aus. Anfang der 1950er-Jahre waren an der Stelle Notunterkünfte errichtet worden, Baracken für Sinti. Vier Jahrzehnte später wurden die Gebäude am Hang abgerissen, eine Lücke entstand.

Direkt gegenüber vom Mehrfamilienhaus Nr. 18 soll nun ein 2800 Quadratmeter großes, städtisches Grundstück mit einer fünfgruppigen Einrichtung bebaut werden. Der Bauantrag ist noch nicht auf den Weg gebracht, eine verkehrsrechtliche Planung fehlt dementsprechend. Letztere wird vonnöten sein. Die Gegner fürchten den „täglichen Wahnsinn durch Elterntaxis“ und verweisen auf die Sackgasse. Der zusätzliche Betrieb bedeute eine Belastung.

Anwohner haben Bedenken wegen fehlenden Fluchtwegen

„Hier gibt es nur die eine Ein- und Ausfahrt über die Brückenstraße, sonst keinen Fluchtweg“, kritisierte Cirkel bei dem Treffen, zu dem gut 20 Anwohner gekommen waren. Cirkel verwies auch darauf, dass die fußläufige Ankoppelung an den Hof Vieringhausen entfallen könne, wenn die Brücke über die Dammstraße und die Gleise von der Deutschen Bahn nicht ersetzt werde.

Da es in der Brückenstraße schon eine städtische Kita gäbe, wisse man, wovon man rede. Schon jetzt seien die Zustände beim Hinbringen und Abholen herausfordernd. Otto Mähler verwies darauf, dass es auch am Holscheidsberg anfangs erhebliche Bedenken seitens der Anwohner gegeben habe, die aber nach Inbetriebnahme verstummten. Gleiches hätte für die Arturstraße in Hasten gegolten, fügte Peter Nowack hinzu. Der städtische Kita-Koordinator vollzog die Gegenargumente nach: „Natürlich dürfen die Eltern hier nicht mit ihren SUV über die Bürgersteige brettern. Wenn das so sein sollte, müssen sie angesprochen und entsprechend erzogen werden.“

Otto Mähler verspricht, dass Anwohner eingebunden werden

In der Bezirksvertretung Alt-Remscheid bekommen die Kommunalpolitiker am 22. November erste Ideen vorgestellt. Otto Mähler versprach den besorgten Anwohnern, dass sie künftig informiert und angehört würden mit ihren Bedenken - bis zur Eröffnung, die 2024/25 erfolgen soll. Dies hält auch Norbert Schmitz (CDU), der sich seit langem für die Belange der vielen Sinti in der Siedlung einsetzt, für wichtig. Schmitz hatte sich mächtig geärgert, dass die Investorfrage im Rat nichtöffentlich überraschend verkündet worden sei. „Mit der Entscheidung sind wir als Politiker überfahren worden. Selbst der größte Vermieter in der Straße wusste nicht Bescheid.“ Damit meinte Schmitz die Gewag.

Annemarie Sell, die in der Stauffenbergstraße oft spazieren geht, schlug als eine Verkehrslösung vor: „Wenn hier alle in die Sackgasse reinfahren, wird es schieflaufen. Deshalb müssen die Kinder an einem Sammelpunkt, an der Ecke Brücken-/Stauffenbergstraße abgesetzt werden.“

Kitas in Planung

Bis 2024/25 sollen die städtische Kita am Stadtpark (110 Plätze), die Kita Flurweg (62), die Kita Rosenstraße (80) und die Kita Stauffenbergstraße (100) entstehen. Die Inbetriebnahme in der Sedanstraße (80), Remscheider Straße (100) und Lüttringhauser Straße (80) steht zudem bevor.

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