Mein Leben als Papa

Ansicht eines Clowns: Wie Michel uns alle zum Lachen bringt

Das Schnipsen wollte Michel unbedingt erlernen – und bringt auch damit (fast) alle zum Lachen. Foto:
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Das Schnipsen wollte Michel unbedingt erlernen – und bringt auch damit (fast) alle zum Lachen.
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Wenn sie längere Zeit mit Michel verbracht haben, sind sich die Omas und Opas in ihrem Urteil einig: „Datt is’n Clown!“, heißt es da. Oder in die Zukunft geschaut: „Der wird mal ’n Clown!“ Die meisten Mamas, Papas und Großeltern lachen sich über ihre eigenen Kinder und Enkelkinder, wenn diese noch jung sind, sicher häufiger mal schlapp. Bei Michel aber – so scheint es mir – ist die Frequenz außergewöhnlich hoch. Er legt es regelrecht darauf an, andere zum Lachen zu bringen.

Im Laufe der Zeit ist sein Repertoire an Grimassen stetig angewachsen. Vor dem großen Spiegel in seinem Kinderzimmer übt er sie ein und kommt dann wie eine Mischung aus Mr. Bean, Jerry Lewis und Max Giermann zurück ins Wohnzimmer spaziert, um uns seine neusten Kreationen zu präsentieren. Was ihn besonders freut: Auch Hannes lacht sich über seine bekloppten Gesichter kaputt und hat akzeptiert, dass Michel einfach mehr Gesichtsgulasch bieten kann.

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Umso mehr musste ich lachen, als ich die Notizen des Entwicklungsgesprächs im Kindergarten las. Gegenüber den Erzieherinnen zeige Michel nur wenig Mimik, heißt es da. Nach Rücksprache mit meiner Frau wurde nachträglich noch ein „Aber zu Hause ist er ein Clown“ hinzugefügt. Als meine Mutter davon hörte, fühlte sie sich knapp 40 Jahre zurückversetzt: „Du warst früher genauso.“

Wenn es drauf ankommt, liefert Michel aber ab. In dieser Woche kam ein Fotograf in den Kindergarten, um schöne Aufnahmen von allen Kindern zu machen. Ich wollte von Michel hinterher natürlich wissen, wie es war. Daraufhin zeigte er mir das Lächeln, das er beim Shooting aufgesetzt hatte, und fügte hinzu: „Ist ganz gut gelaufen.“

Michels Humor ist aber nicht nur auf Grimassen beschränkt. Mit Mamas Hilfe hat er sich das Schnipsen angeeignet und steht nun immer mal wieder wie James Last im Wohnzimmer. Es würde mich nicht wundern, wenn der Steppke bald auch steppen könnte. Über das Schnipsen seines kleinen Bruders kann Hannes allerdings nicht lachen, sondern ärgert sich, dass seine Finger des Schnipsens noch nicht mächtig sind.

Gerne setzt Michel bei seinen Comedyeinlagen übrigens auch Requisiten ein. Er lädt uns zum Beispiel zu einem Theaterstück ein und haucht den Handpuppen mit seiner clownesken Stimme Leben ein. Manchmal parodiert er andere. Wenn er etwa mit meinen Hausschuhen durch die Wohnung schlurft und sagt: „Ich bin Papa und muss heute arbeiten.“ Oder er stiehlt sich vom Kaffeetisch davon, setzt sich in seinem Zimmer Gegenstände auf den Kopf und bringt mit den Worten „Ich bin Helge Schneider“ Oma und Opa aus der Fassung. Woher er nur Helge Schneider kennt . . .

Es kommt auch vor, dass er Späße auf meine Kosten macht. Neulich hatte ich abends schon meine Bollerbuxe angezogen und stand im Wohnzimmer. Hannes und meine Frau saßen am Tisch. Ich bemerkte nicht, wie Michel sich von hinten an mich heranschlich und mir unvermittelt die Hose herunterzog. Ich hätte sauer reagieren können, fand es aber selbst mindestens so lustig wie die anderen. Noch gibt es den Clown Michel zum Glück fast nur in den eigenen vier Wänden.

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